Verhalten des Gutachters

von
Rica

Vor wenigen Tagen habe ich ein Gutachten zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei der DRV erlitten. Ich wurde von einem externen Neurologen/Psychiater im Gebäude der DRV regelrecht in Grund und Boden geredet. Das gesamte "Verhör" war menschenverachtend und entwürdigend. Der Arzt nahm keinerlei Rücksicht, unterbrach mich ständig - beschleunund riet mir dazu Spaziergänge igte das Gespräch derart, dass ich nicht mehr mitkam und keine Zeit hatte meine Gedanken zu ordnen. Dabei sprach er derart laut, dass ich das Gefühl hatte permanent angeschrien zu werden. Er war unempathisch und verletzend. Zum Beispiel rügte er mich weil ich nicht spazierengehe zu unternehmen. (dies nachdem ich ihm erklärt hatte, dass seit einer OP jeder Schritt für mich schmerzhaft ist und ich mich daher zu jedem Weg regelrecht zwingen muss und darunter sehr leide)
Als ich während einer Untersuchung dekompensierte brach er diese nicht ab. Ich kam mir vor als ob ich einem "Dr. Mengele" in die Hände gefallen bin.
Die Arzthelferin ermöglichte mir dann mitleidig eine Unterbrechung.
Ich erhielt Fragebögen - jedoch nicht die Zeit um diese fertig auszufüllen. Der angebotene Ruheraum war überfüllt und laut (Kindergeschrei). Er stellte seine Fragen wie ein Maschinengewehr und würgte die Beantwortung dann jedes Mal regelrecht ab. Noch heute zittere ich wenn ich nur daran zurückdenke. Wenn ich davon berichte kommen mir die Tränen. Ich kann seither nicht einschlafen weil mir das Erlebte so enorm zugesetzt hat.
Unabhängig davon was das Gutachten schlussendlich ergibt möchte ich mich erkundigen wo man sich über den menschenverachtenden Umgang beschweren kann.
Auf Bewertungsportalen habe ich mittlerweile gelesen, dass dieser Arzt offensichtlich generell so mit Patienten umgeht. Es ist also davon auszugehen, dass sich bereits mehrere Personen über diesen Arzt bei der DRV beschwert haben.
Er wird in den Bewertungsportalen sehr treffend mit Stasimethoden assoziiert.
Ich habe, wie viele Menschen, einen nicht unerheblichen Beitrag in die DRV eingebracht. Eine schwere Erkrankung an sich ist schon eine traumatische Erfahrung mit der man schwer zurecht kommt - da braucht es wirklich keine erneute willkürliche Traumatisierung durch einen solchen Unmenschen.
Die DRV lebt von unseren Beiträgen, unterhält einen regelrechten Palast mit üppig Personal und hat einfach darauf zu achten, dass ihre Versicherten in ihren Räumen korrekt behandelt und nicht geschädigt werden. Es sollte möglich sein für dieses Fachgebiet einen Gutachter zu finden, der die Würde der Patienten achtet und nicht derartig mit Füßen tritt.
Der "Hauptgutachter" setzte mich zwar auch unter Druck indem er immer wieder auf die Beantwortung von Fragen bestand die ich einfach nicht beantworten konnte - jedoch wirkte er weit menschlicher und verhielt sich überwiegend "anständig".
Wohin muss ich mich mit einer Beschwerde wenden? Macht es überhaupt Sinn hier Kraft zu investieren oder ist es von der DRV sogar gewollt, dass ihre Versicherten wie der letzte Dreck behandelt und seelisch destabilisiert werden??

von
EX SOZE

Hallo
Über Gutachter(Gutachter unwesen) wird sehr viel hierGeschrieben.
www.berufserkrankungen-siegerland.de
Sie werden als ergebnis feststellen das sie nicht allein sind und sich nicht schämen müssen..

Ich gehe mit meiner meinung so weit das ich sage es hat alles ein gewisses system.

Was soll dieses land den machen wenn jeder dem eine frührente zu steht sie auch bekommen würde dann hätten wir sehr viel mehr rentner.

Also müssen die recoucen für Beamte und angestelte konzentriert werden.
MfG

von
Knut Rassmussen

Zitiert von: EX SOZE

Ich gehe mit meiner meinung so weit das ich sage es hat alles ein gewisses system.

Was soll dieses land den machen wenn jeder dem eine frührente zu steht sie auch bekommen würde dann hätten wir sehr viel mehr rentner.

Ich gehe mit meiner Meinung so weit das ich sage, es gibt eh eine Weltregierung.

... so eine Meinung, die Sie gerne haben dürfen, hilft doch dem Threadersteller nicht.

@ Rica

Ihnen stehen viele Rechte im Verfahren zu. Wenn sich also ein Gutachter in Ihren Augen falsch benommen hat, dann beschweren Sie sich. Trage Sie das Geschriebene bei Ihrem RV-Träger vor. Es sollte eine Gutachterbetreuung geben, die dazu Stellung nehmen muss.

Nehmen Sie Akteneinsicht. Besprechen Sie das Gutachten mit Ihrem behandelnden Arzt.

Es gibt keinesfalls einen Willen der Rentenversicherung, Renten nicht zu zahlen. Der Gutachter ist eben ein Heilkundiger, dem nur in begrenztem Rahmen Vorschriften hinsichtlich seiner Methoden gemacht werden dürfen.

von
Sabine Löwen

Und gerade psychiatrische Begutachtungen verlaufen selten in einer " Kuschelatmosphäre " . Alleine darüber sollte man sich vorher im Klaren sein. Mit z.b. provozierenden Fragen und/oder Druck auf den Probanten auszuüben versucht der Gutachter dann die wirkliche, aktuelle seelische Verfassung herauszufinden. Die Art und Weise der Begutachtung ist also nur Mittel zum Zweck, wenn man so will. Desweiteren kommt noch dazu, das die Begutachtung meist vom psychiatrisch Erkrankten bene und gerade aufrgund seiner ERkrankung auch völlig anders wahrgenommen wird / werden kann, als von einem Gesunden..

Auch dies sollte man bei allem nicht ganz unberücksichtigt lassen.

Experten-Antwort

Hallo Rica,

bitte wenden Sie sich mit Ihrer Beschwerde über den Gutachter direkt an den Rentenversicherungsträger der die Untersuchung in Auftrag gegeben hat. Dieser wird Ihren Einlassungen nachgehen und sich anschliessend mit Ihnen in Verbindung setzen.
In diesen Forum können wir leider keine Stellungsnahme bzw. Einschätzungen zu Ihren geschilderten Erfahrungen abgeben.

von
Oberarzt

Ich könnte mich vor lauter Stolz auf meinen Zunft übergeben.

von
Marion

Hallo Rica,

wende dich mal hier hin, dort sind sehr viele, die Verständnis haben und dir Ratschläge und Tips geben können.
http://www.krank-ohne-rente.de/

Das nächste Mal solltest du einen Beistand mitnehmen, du kannst darauf bestehen.

Fertige, wenn du noch die Kraft dazu hast ein Gedächtnisprotokoll an.

Wünsche dir viel Kraft.

von
Axel Schmidt

" Das nächste Mal solltest du einen Beistand mitnehmen, du kannst darauf bestehen."

Behaupten Sie bitte hier nicht so einen Blödsinn.

Ob ein " Beistand " während der Begutachtung anwesend sein darf oder nicht entscheidet alleine der Gutachter. Gerade bei psychiatrischen Gutachten ist dies - meist - nicht erwünscht und zwar alleine und nur deshalb , weil von seitens des "Beistandes " während der Begutachtung eine mögliche Einflussnahme auf die Begutachutng - in weclher Form auch immer - von vorne herein vermieden werden soll . Das ist auch gut so und dient allein der Sache. Es kann ja nun nicht sein, das der "Beistand" z.b. in das Frage - und Antwortspiel des Gutachters laufend eingreift und womöglich sogar noch Fragen die an den zu Begutachtenden gestellt werden für ihn beantwortet.

von
W*lfgang

Zitiert von: Axel Schmidt

Ob ein " Beistand " während der Begutachtung anwesend sein darf oder nicht entscheidet alleine der Gutachter.

...und ich dachte, das 'Vertretungsrecht' als solches liegt beim Versicherten ;-)

Lieber Axel Schmidt, wenn Sie einen 'simplen' Gutachter mit seinen 'Wünschen zum typischen/eingefahrenen Begutachtungsablauf' in den Gott-Status erheben und dabei die Rechte des Versicherten ignorieren ...was ist der Gutachter/das Gutachten dann wert, wenn er/sie sich nicht mit der Besonderheit der Anwesenheit einer weiteren Person auseinandersetzen kann ?! - dafür steht ihm/ihr viel Platz im Gutachten zur Verfügung (macht dummerweise Mühe und wird nicht zusätzlich honoriert) ...oder sehen Sie das anders, dass nicht nur nach 08/15-Schema verfahren werden muss - weil es eben so bequem ist und schon immer so gemacht wurde ?

Gruß
w.

von
Derwisch

" Die gesetzliche Regelung über Beistände im Verwaltungsverfahren (§ 13 Ab- Satz 4 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch – SGB X) gilt unmittelbar n u r für " Verhandlungen und Besprechungen“. Sie findet daher auf die Teilnahme an Untersuchungen im Rahmen der Mitwirkungspflicht von Leistungsberechtigten KEINE Anwendung.
Der Gutachter oder die Gutachterin kann die Anwesenheit einer Begleitperson während der eigentlichen Untersuchung ablehnen, wenn dafür wichtige Gründe gegeben sind. Ein wichtiger Grund liegt z. B. vor, wenn die Gefahr besteht, dass wichtige Themen wegen der Anwesenheit der Begleitperson tabuisiert werden oder gerade die Begleitperson selbst in sozialmedizinisch oder psychiatrisch problematische Sachverhalte verwickelt sein kann."

von
Rica

Ich danke für Ihre gutgemeinten Worte.
Mit so vielen Reaktionen hatte ich gar nicht gerechnet.
Leider habe ich noch immer nicht zur Ruhe gefunden.
An dem, was ich an ähnlichen Erlebnisberichten im www gefunden habe, möchte ich Sie gern teilhaben lassen.

http://www.jameda.de/mannheim/aerzte/neurologen-nervenaerzte/dr-konrad-brandi/uebersicht/80062982_1/

http://www.sanego.de/Arzt/Baden-W%C3%BCrttemberg/546-Mannheim/Neurologie/116511-Dr-med-Konrad-Brandi/

Mit meiner Wahrnehmung scheint also alles ok zu sein @ Frau Löwen (immerhin ein schwacher Trost).

Zum Gutachten begleitete mich mein Mann.
Alleine hätte ich den Weg rein körperlich gar nicht geschafft. Nach allem was ich erleben musste würde mein Mann mich mit keinem Arzt mehr allein lassen.
Auch ich würde jedem raten einen Zeugen mitzunehmen zum Gutachten!!
Das Gedankenprotokoll ist bereits fertig.
Irgendwelche relevanten Themen wurden im Neuro/Psych Teil des Gutachtens gar nicht näher besprochen. Er jagte ja regelrecht durch sein Fragenprogramm und würgte die Antworten dann ab. Er sah mich kaum an, schrieb ständig.
Ich hatte im Vorfeld den Hauptgutachter (der leider auf ein völlig anderes Fachgegbiet spezialisiert ist als meine OP-Folgeschäden es erfordern) gebeten einen Psych-Gutachter zu bekommen, der sich mit Traumafolgeschäden auch gut auskennt um mich vor einem erneuten Trauma zu schützen. Mein desolater Zustand ist die Folge von operativer "Arztkunst" und anderen Behandlern.
Es war dann leider offensichtlich, dass der Nebengutachter sich lediglich im Traumatisieren gut auskennt.

Mich verwundert, dass die DRV ihre Versicherten nicht schützt, denn diese Bewertungen müssen ja dort bekannt sein.
Es kann ja nicht im Interesse der DRV sein, dass es den Versicherten durch diese Torturen noch schlechter geht.
Offensichtlich habe ich ein völlig veraltetes Bild von Verantwortlichkeit und Moral.
Ein Arzt muss doch auch heute noch den Eid ablegen, dass er nie einem Patienten Schaden zufügt?
@ Oberarzt? zählt das gar nicht mehr? Zählt nur noch Kohle?
In welchem Fachgebiet sind Sie? (ich könnte einen "menschlichen" und verantwortungsbewussten Arzt sehr brauchen)

:-)

von
FranzosenRente60

Langsam kommen die Babyboomer in das kritische Alter.
Es wird immer mehr betroffene geben, denen krank die Rente verweigert wird.
Die aufgrund ihres Geburtsdatums gegenüber den älteren Generationen diskriminiert werden.
Man darf gespannt sein, ob sich diese Massen das dauerhaft einfach so gefallen lassen werden ?

FranzosenRente60

von
Rica

Oh - da habe ich mich wohl nicht klar ausgedrückt.
Ob Rente oder nicht ist noch gar nicht entschieden.
Darüber kann ich also auch nicht klagen.
Ich habe lediglich zum menschenunwürdigen Verhalten eines Arztes beim Gutachten geschrieben.

mfG

von
B´son

Zitiert von: FranzosenRente60

Langsam kommen die Babyboomer in das kritische Alter.
Es wird immer mehr betroffene geben, denen krank die Rente verweigert wird.
Die aufgrund ihres Geburtsdatums gegenüber den älteren Generationen diskriminiert werden.
Man darf gespannt sein, ob sich diese Massen das dauerhaft einfach so gefallen lassen werden ?

FranzosenRente60

Nicht jeder, der meint erwerbsgemindert zu sein ist es objektiv auch...
Sie würden mir nicht glauben, was ich schon für haarsträubende Geschichten und "Begründungen" gehört habe (und in die Anträge schreiben mußte...).

@Rica --> Das ist nicht auf sie bezogen !

von
Mosel

aus einer Bewertung :
" Seit 10 Jahren ist mein Neurologe Dr. Pilz (der Mann ist einmalig). " Ich sagte Herrn Dr. Brandi, (beide haben eine Gemeinschaftspraxis) dass Dr. Pilz mich seit 10 Jahren behandelt und die Reha für mich beantragt hat, weil er es für notwendig hielt, das interessierte ihn überhaupt nicht. Zum Dank habe ich eine Ablehnung bekommen, mit dem Hinweis, daß Dr. Brandi eine Reha nicht befürwortet. "

Ich denke damit ist über diesen Typ Arzt/Gutachter alles gesagt. Und solche Leute machen für die RV Guitachten. Qulitätssicherung und tegelmässige Überprüfung der Gutachter scheint für die RV ein Fremdwort zu sein.

von
GDB100

Das ganze System ist noch viel schlimmer.
Bei mir ist bei einer Op nicht alles optimal verlaufen.
Jetzt brauche ich für die Bewilligung einer Reha von der Klinik unbedingt ein entsprechendes Attest.
Seit Monaten kämpfe ich darum, die Klink stellt das einfach nicht aus, sondern malt meinen Zustand in rosaroten Farben.
Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf, daß bei deren OP danach größere Probleme sind als zuvor.
Jetzt muß ich wahrscheinlich deswegen vor dem Sozialgericht klagen, als ob man nach einer schlechten OP nicht ganz andere Probleme hätte.

GDB100

von
Rica

@ GDB
das System ist offensichtlich vom Irrsinn persönlich entwickelt.
Auch ich war vor der OP 100% erwerbsfähig.
Im Gegensatz zu Ihnen musste ich in eine Reha obwohl ich ein Attest vorlegte, dass ich aktuell nicht rehafähig bin.
Die DRV ignorierte dies völlig und bestand auf Mitwirkungspflicht. Ohne mich je gesehen zu haben oder mit meinem Arzt Rücksprache zzu halten entschied man nach Aktenlage. Mein Arzt ging davon aus, dass die Klinik mich ja sofort heimschicken würde weil man eine Reha nicht verantworten kann. Irrtum: der Klinik war es egal, dass ich dort fast nur im Bett lag, nicht aus dem Haus kam und oft nur an einer Mahlzeit am Tag teilnehmen konnte (auf meine Ernährungsbedürfnisse ging da niemand ein). Sowohl der behandelnde Arzt als auch die zuständige Psychologin der Klinik waren hilflos mit der Situation - hatten aber vermutlich nichts zu sagen. Da ich ja auch nicht (wie alle anderen) ständig nach mehr Anwendungen fragte (mich überforderte ja das Sparprogramm bereits) war ich denen ein billiger Gast. Natürlich ging es mir anschliessend noch schlechter und ich hatte weiterhin Muskeln abgebaut.
Ich hätte gern auf diese sinnlose Maßnahme verzichtet und Sie und andere hätten es so sehr brauchen können. Ich habe mehrfach gefragt wer dies zu verantworten hat und erhielt keine Antwort.
Krank sein ist schlimm - aber diesem menschenverachtenden System hilflos ausgeliefert zu sein ist (zumindest aktuell) für mich weit schlimmer.

mfG

von
Marion

Für Axel Schmidt, der Besserwisser, kannste mal hier nachlesen...
Behaupten Sie bitte hier nicht so einen Blödsinn...

http://www.abekra.de/Recht/PatientInnen_Versichertenrechte/umg%204_2006-Tamm.pdf

Falls Sie es mächtig sind, im Internet nach zu lesen, es gibt noch mehr Urteile dazu, was "Beistand" betrifft!

Gruss
Marion

von
Die Ente

Hallo,

die Rentenversicherung scheint absichtlich nur solche Gutachter zu beauftragen. Ich musste mal zu einem der mich auch so fertig machte. Auf dem Heimweg hatte ich dann einen Autounfall. Leider hatte ich keinen Begleitschutz. Auf meine Beschwerde ist nie einer eingegangen. Ohne Begleitung und Zeugen würde ich nie wieder zu einem Gutachter gehen.
Tolles System

von
Christiane Kiewel

Hallo,
durch die lange entzündlich neurologische Erkrankung meines Mannes und die damit verbundenen Erfahrungen mit den Fachärzten für Neurologie, kann ich nur sagen,daß viele Mitglieder dieser Zunft wirklich ziemlich merkwürdig sind und ich häufig den Eindruck hatte, daß manch einer dringend einer Psychotherapie bedürfe.
Mein Mann soll nun auch neurologisch/psychiatrisch begutachtet werden, obwohl seine Erkrankung (chronisches Guillain-Barre Syndrom) überhaupt nichts mit der Psyche zu tun hat...
Allerdings wird es ohne meinen Beistand ganz sicher keine Begutachtung geben und wenn sich die Mitarbeiter der RV auf den Kopf stellen!