Verrechnung Youtube-Einnahmen WIE?

von
Ratlos

Hallo,

ich bin dauerhaft voll erwerbsgemindert ohne Aussicht auf Besserung und beziehe Grundsicherung.

Ich betreibe einen Youtube-Kanal und erziele damit Einnahmen von monatlich 50 Euro. Mittlerweile habe ich auf meinem Adsense-Konto (Vertragspartner Irland) einen Betrag von ca. 400 Euro stehen, vermutlich auf einem google-Konto im Ausland.

WANN ist dieses Geld als Einkommen anzugeben? In dem Monat in dem der Betrag als Adsense EINNAHME bei google gelistet wird, oder in dem Monat, in welchem ich mir tatsächlich einen Betrag davon auf mein eigenes Bankkonto auszahle?

Diese Frage ist um so wichtiger, da google eine Auszahlung erst ab einem Betrag von 70 Euro möglich macht.
Das bedeutet, dass ich mir eine monatliche Einnahme von 50 Euro alleine gar nicht auszahlen KANN, sondern hier mehrere Monate summieren muss.

Kann ich mir einfach jetzt im Juni 400 Euro auszahlen und als Einkommen für Juni angeben, oder gibt das Ärger, weil dieser Betrag eine Aufsummierung von Adsense Einnahmen der vergangenen Monate darstellt, die sich auf dem google-Konto im Ausland angehäuft haben?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße

von
Problem

Zitiert von: Ratlos
Hallo,

ich bin dauerhaft voll erwerbsgemindert ohne Aussicht auf Besserung und beziehe Grundsicherung.

Ihr größeres Problem könnte eher bei der Grundsicherung liegen mit den Einnahmen, als mit der EM-Rente. Sie sollten dort mal nachfragen.

von
Schade

Die Rente ist nicht das Problem, da dürfen Sie monatlich 450 € zuverdienen/erwerben.

Ich gehe aber davon aus dass Sie die Einkünfte bei der Grundsicherung angeben müssen und sich diese dann entsprechend kürzt. Aber das ist Sache des Grundsicherungsträgers.

von
Student

Hier bestehen weitaus mehr Probleme.

1. Würde ich schnellstens Kontakt zu meinem Wohnsitzfinanzamt aufnehmen und klären, ob Sie eine gewerbliche oder künstlerische Tätigkeit ausüben oder ob es sich (noch) um Liebhaberei handelt. YT Content zu kreieren ist häufiger auch bei kleineren Einnahmen eine gewerbliche Tätigkeit und sehr selten künstlerisch.

2. Dementsprechend müssten Sie Beiträge/Steuern/Abgaben zahlen, bzw Steuererklärungen machen.

3. Dementsprechend müssten Sie umgehend der DRV melden, dass Sie ggf. eine gewerbliche/künstlerische Tätigkeit ausüben.

4. Bei Einnahmen kommt es aus steuerrechtlicher Sicht auf den Zufluss an, ähnliches dürfte im SGB gelten. Dabei meint Zufluss nicht wann das Geld auf Ihrem Konto ist, sondern wann Sie die wirtschaftliche Verfügungsmacht besitzen. Wenn Sie sich das Geld jederzeit auszahlen lassen könnten IST ES IHNEN BEREITS ZUGEFLOSSEN!

von
Ihr Wunschname

Zitiert von: Ratlos

Kann ich mir einfach jetzt im Juni 400 Euro auszahlen und als Einkommen für Juni angeben, oder gibt das Ärger, weil dieser Betrag eine Aufsummierung von Adsense Einnahmen der vergangenen Monate darstellt, die sich auf dem google-Konto im Ausland angehäuft haben?

Durch die Rechtsänderung zum 01.07.2017 ist das ziemlich egal.

Es gilt nur noch eine jährliche Hinzuverdienstgrenze von 6.300,00 EUR. Wie Sie Ihre Einnahmen im Kalenderjahr (1.1.-31.12.) verteilen, spielt dabei grundsätzlich keine Rolle.

Experten-Antwort

Hallo Ratlos,

bitte teilen Sie dem Grundsicherungsamt, dem Rentenversicherungsträger und dem Finanzamt mit, dass Sie Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit erzielen.

Für den Rentenversicherungsträger ist neben einer Erwerbsminderungsrente grundsätzlich nur die Einhaltung der Hinzuverdiensthöhe von max. 6300 Euro im Kalenderjahr maßgeblich. Der Zahlungszeitpunkt ist dabei unerheblich. Außerdem ist der zeitliche Unfang der Tätigkeit von täglich unter 3 Stunden bei einer vollen Erwerbsminderungsrente einzuhalten.

Welche Auswirkungen Ihre selbständige Tätigkeit bei den anderen Ämtern hat können Sie nur dort erfahren.

von
Ratlos

Zitiert von: Student
Hier bestehen weitaus mehr Probleme.
4. Bei Einnahmen kommt es aus steuerrechtlicher Sicht auf den Zufluss an, ähnliches dürfte im SGB gelten. Dabei meint Zufluss nicht wann das Geld auf Ihrem Konto ist, sondern wann Sie die wirtschaftliche Verfügungsmacht besitzen. Wenn Sie sich das Geld jederzeit auszahlen lassen könnten IST ES IHNEN BEREITS ZUGEFLOSSEN!

Ich bin mir nicht sicher, ob das so alles stimmt. Das ist aber schon wichtig für mich, deswegen frage ich genauer nach.
Google erlaubt eine Ausschüttung ab 70 Euro. Das bedeutet, im ersten Monat, in dem ich 50 Euro bei Adsense gutgeschrieben bekomme, habe ich kein Einkommen, weil ich es mir noch nicht auszahlen lassen kann. Im 2. Monat habe ich dann aber 100 Euro Einkommen und im 3. Monat wieder kein Einkommen? Und das obwohl jeden Monat 50 Euro auf dem Adsense Konto gutgeschrieben werden?

Darüber hinaus ist weder jemals eine Ausschüttung erfolgt noch habe ich überhaupt eine Zahlungsmethode hinterlegt. Trotzdem soll ich ein Einkommen erziehlt haben? Aber das Geld auf dem Adsense Konto kann doch nicht einfach mein Einkommen sein, denn bevor eine Einnahme zu Einkommen wird, müssten doch erst Ausgaben etc. abgezogen werden. Das ist doch mit dem Betrag auf dem Online-Konto noch gar nicht passiert!

Es geht mir darum, dass ich dem Sozialamt gegenüber angeben habe, kein Einkommen erzielt zu haben. Meiner Meinung nach gibt es einen Unterschied zwischen Adsense-Konto-Einnahmen und Einkommen meiner Person.

Ferner teilte mir das Finanzamt bei einem Beratungsgespräch mit, dass meine Einnahmen für das Finanzamt unerheblich wären, da ich den jährlichen Freibetrag weit unterschreiten würde, da ich neben den YT-Einnahmen sonst nur Grundsicherung bekommen würde, welche für die Steuer nicht erheblich wäre. Ich müsse deshalb kein Gewerbe anmelden und würde ein Hobby betreiben. Etwas anderes wäre es, wenn ich nicht erwerbsunfähig wäre, da dann meine YT-Einnahmen zu einem regulären Gehalt hinzukämen und die Freigrenze somit ab dem ersten Euro überschritten werden würde. So ist es ja aber nicht.

Deswegen kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Adsense EINNAHMEN völlig unausgezahlt mein EINKOMMEN sein sollen, das monatlich mit der Grundsicherung verrechnet werden soll. Wie gesagt, alles bevor ich es mir überhaupt ausgezahlt habe.

Für weitere Erklärungen/Meinungen bin ich sehr dankbar und grüße herzlich :)

von
Ratlos

Also mir geht es um die Sache, dass ich beim Grundsicherungsamt angegeben habe, bis jetzt kein EINKOMMEN erziehlt zu haben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Adsense EINNAHMEN ohne dass ich sie mir ausgezahlt habe, mein EINKOMMEN sein sollen.

Einkommen ist doch Einnahmen minus Ausgaben. Aber diese ganzen Schritte sind doch noch gar nicht passiert!

von
Ihr Wunschname

Zitiert von: Ratlos
Also mir geht es um die Sache, dass ich beim Grundsicherungsamt angegeben habe, bis jetzt kein EINKOMMEN erziehlt zu haben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Adsense EINNAHMEN ohne dass ich sie mir ausgezahlt habe, mein EINKOMMEN sein sollen.

Einkommen ist doch Einnahmen minus Ausgaben. Aber diese ganzen Schritte sind doch noch gar nicht passiert!

Das ist doch aber ganz offensichtlich eine Sache, die Sie mit Sozialamt und Finanzamt klären müssen. Ihre Rentenantwort haben Sie erhalten.

von
Abzocke

Ich würde an Ihrer Stelle keine weiteren Einnahmen generieren...

Am Ende sind Sie nämlich der Blöde.

Es scheint in DE lukrativer zu sein vom Staat zu leben als zu arbeiten. Diese schmerzliche Erfahrung musste ich nun auch machen.

Also: Stay home, stay arbeitslos.

Da bist du immer besser dran.

von
Siehe hier

Zitiert von: Abzocke
Ich würde an Ihrer Stelle keine weiteren Einnahmen generieren...

Am Ende sind Sie nämlich der Blöde.

Es scheint in DE lukrativer zu sein vom Staat zu leben als zu arbeiten. Diese schmerzliche Erfahrung musste ich nun auch machen.

Also: Stay home, stay arbeitslos.

Da bist du immer besser dran.

@Abzocke: So verallgemeinert kann man das sicher nicht sagen.

Allerdings ist eine ErbwerbsMINDERUNGSRente dafür gedacht, geminderte Einkünfte auszugleichen, die aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr selbst erarbeitet werden können. Hierbei sind Hinzuverdienstgrenzen zu beachten, die üblicherweise aus dem (eigenen) Verdienst der Jahre vor der Erwerbsminderungsrente berechnet werden. Als 'Ausgleich' erfolgte ja bereits eine Zurechnung, als hätte man mit diesem Verdienst weiter gearbeitet.

Wenn also dieser erlaubte Hinzuverdienst überschritten wird, entfällt deshalb evtl. der Anspruch auf Auszahlung der EM-Rente (auch rückwirkend), bzw. kann auch der Anspruch auf diese Rente überhaupt entfallen, wenn der zeitliche Aufwand dabei über den erlaubten Grenzen liegt.

Vielleicht sollten Sie sich einfach freuen, dass Sie, trotz einer bestehenden Erwerbsminderung, dennoch in der Lage sind, zumindest durch verdiente Provisionen (siehe Ihr eigener Beitrag), Ihren Lebensunterhalt (im Rahmen der Berechnungsgrundlagen der DRV also wie zuvor) auch selbst zu erwirtschaften.

Den Fragesteller selbst betrifft es anders. Er generiert neben seiner EM-Rente Einkünfte, die irgendwie noch gar keine sind, da er über sie nicht verfügen kann, die aber so gering sind, dass sie jedenfalls die Rentenversicherung nicht interessieren, das Amt für Grundsicherung aber vermutlich schon (was dort zu klären ist). Obwohl seine EM-Rente so gering zu sein scheint, dass er in seinem Fall auf die Ergänzung durch Grundsicherung angewiesen ist.

Es hat schon einen Grund, weshalb immer wieder darauf verwiesen wird, den zuständigen Rentenversicherungsträger direkt zu kontaktieren, da nicht alle EM-Rentenansprüche über einen 'Kamm geschert werden können' sondern als Einzelfall zu betrachten sind.

stay home und bleib ansonsten gesund, so würde ich Ihr Statement also abändern.

Alles Gute!

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