verschieden hohe Renten (EM/EU)

von
reprax

Ich möchte noch mal eine Frage stellen, zu der ich bis jetzt auch noch keine klarstellende Auskunft gefunden habe.
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mein Sohn, geb. 1979, 100% EM-Rente seit 2004 i. H. von 780€. Nie berufstätig, außer Lehre.
Dagegen erhält meine Frau, geb. 1957, 100% EU-Rente seit 2000 i. H. von 640€.
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Wie kann es sein, dass die leibliche Mutter, trotz Kindererziehungszeiten und Berufstätigkeit wesentlich weniger Rente bekommt. Ich halte so einen Sachverhalt für äußerst unsozial und beschämend für dieses Rentenrecht.
Danke für Ihre Antwort.

von
Jonas

Hallo reprax!

Nehmen Sie bitte beide Rentenbescheide und lassen Sie sich den Unterschiedsbetrag in einer Auskunfts- und Beratungsstelle erklären. Der Unterschied kann an mehreren Faktoren liegen (z. B. Zuzrechnungszeit, Entgelthöhen usw.). Eine Erläuterung im Forum ist ohne genaue Angaben nicht möglich, und würde auch den Rahmen sprengen.

MfG

Jonas

von
ich08

denke, bei ihren sohn wurde gerechnet tariflohn in seinen beruf bis 60j.,bei ihrer frau tatsächliche arbeitsleistung.

von
Egbert

Der Unterschied ist durch die sogenannte "Zurechnungszeit" zu erklären.

Ihr Sohn wird so gestellt, als hätte er bis zu seinem 60. Lebensjahr gearbeitet.

Dies ist nicht unsozial: Wenn dies nicht so wäre, könnten alle jüngeren Rentenbezieher zum Sozialamt marschieren, weil sie in jungen Jahren noch keine angemessenen Rentenansprüche erworben hätten.

von
Happy

Lieber reprax,

von "unsozial" und "beschämend" kann hier wohl nicht die Rede sein. Anhand Ihrer Äußerung gehe ich davon aus, dass Sie die Rentenberechnung nicht verstehen. Das ist auch kein Vorwurf, da dieses Thema wirklich sehr komplex ist. Ich kann Ihnen hier auch keinen Grund aufführen, warum die eine Rente X beträgt und die andere Rente Y.

Fakt ist jedoch, dass die Rentenhöhe von Ihrem Sohn sich aus den bis zum Leistungsfall berücksichtigten Entgeltpunkte plus Zurechnungszeit (bis 60.Lj.) abzüglich 10,8 % Abschlag ermittelt.

Bei seiner Mutter ermittelt sich die Rente natürlich auch anhand der Beitragszeiten. Hier kommen aber noch andere Faktoren mit ins "Spiel". Kindererziehung/Kinderberücksichtigungszeiten/Schulzeiten/Mutterschutz etc. Weiterhin wurde damals die Zurechnungszeit nur bis zum 55.Lj. gerechnet. Dafür gab es keinen Abschlag. Sie sehen also, dass es nicht einfach ist Ihnen hier eine ausreichende Erklärung für die unterschiedlichen Rentenhöhen zu geben.

Es kommt ganz entscheidend auf den Arbeitsverdienst, die rentenrechtlichen Zeiten und auf den "Leistungsfall" an.

Also mein Tipp:
lassen Sie sich die beiden Rentenbescheide von einem Berater/Beraterin einer A+B-Stelle mal in Ruhe erklären. Hierzu benötigen Sie allerdings eine Vollmacht, wenn die Rentenbezieher nicht persönlich mitgehen können!

MfG
Happy

p.s. eine kleine Frage habe ich doch noch in eigener Sache...
Sie schreiben, dass die Renten 2000 und 2004 jeweils begonnen haben. Wie kommen Sie jetzt auf diese Frage?
Bislang hatten Sie scheinbar keine Zweifel?

Experten-Antwort

Eine Rente wird grundsätzlich aus den zurückgelegten Zeiten (Beitragszeiten, Kindererziehungszeiten, beitragsfreien Zeiten etc.) geleistet. Es gilt somit das Versicherungsprinzip. Je mehr und je länger Beiträge eingezahlt werden, desto höher fällt auch die spätere Rente aus. Dieser Anspruch ist durch unsere Verfassung geschützt, so dass niemand befürchten muss, dass seine Beiträge irgendwann wertlos werden.

Normalerweise müssen Versicherte zunächst fünf Jahre lang Beiträge einzahlen, bevor sie Leistungen erwarten können. Sonderregelungen sorgen jedoch dafür, dass Berufseinsteiger schon vom ersten Arbeitstag an in der Rentenversicherung geschützt sind. Die Erwerbsminderungsrente die dann gezahlt wird, wird nicht nach den bisher eingezahlten Beiträgen berechnet. Vielmehr wird so gerechnet, als hätte der Versicherte bis zum 60. Lebensjahr Rentenversicherungsbeiträge in der bisherigen Höhe eingezahlt (Zurechnungszeit).

von
Realist

"Unsozial und beschämend"?

Ich finde es sogar äußerst sozial, dass jemand, der noch nie richtig gearbeitet hat, überhaupt so eine großzügige Rente erhält, anstatt ans Sozialamt verwiesen zu werden!

Anstatt zu schimpfen, sollten Sie dankbar dafür sein, dass Ihr Sohn von unserem sozialen Netz aufgefangen wurde, und eine sehr beachtliche Rente erhält!

von
Der Blicker

Hallo Reprax,

wenn Sie der @reprax sind, welcher am 06.07.08 die Anfrage zum Versorgungsausgleich und dessen Auswirkungen gestellt hat sind, dann bekommt Ihre (noch) Frau ja bald mehr Rente ;-)))

"Unsozial und beschämend", das waren Ihre Worte oder?
Nun anhand Ihrer Beiträge wird, wenn auch "Ihre Rente" durchgeht, ihre komplette Familie eine Erwerbsminderungsrente erhalten. Es sei denn, Sie haben moch weitere Kinder?

Das ist doch eine super Versorgung oder? Ich glaube, dass Ihre Anfragen sehr wohl miteinander verknüpft sind. Wenn die Rente Ihrer Frau und die Ihres Sohnes ein wenig höher wären, müssten Sie vielleicht nicht soviel Unterhalt zahlen gelle?

Na dann warten Sie mal Ihren Bescheid ab und den Versorgungsausgleich. Da wird Ihnen schon klar wie unsozial und beschämend das Rentenrecht ist!!!

Der Blicker

von
Philipp

Hallo,
irgendwie hab ich den Eindruck, dass uns reprax auf den Arm nehmen will.
Einerseits stellt er selbst Fragen, anderseits gibt er Fragenden Antworten, welcher Qualität auch immer.
Irgendwie passt dies nicht so richtig zusammen.

Philipp

von
der blicker

nun, das könnt aber der Grund für die Familienerwerbsminderungsrente sein oder?

der blicker

von
reprax

Danke für die Auskunft, jetzt weis ich schon wesentlich mehr. Und ja, ich war diesbezüglich schon bei der DRV, aber man war dort weder willens noch bereit, mir Auskunft zu geben. Deswegen meine Frage hier.
Dass ich sie erst jetzt hier stelle hat damit zutun, dass beide Personen erst jetzt ihren Unmut darüber an mich getragen haben. Und ich habe schon Verständnis dafür, dass die Frau darüber nicht glücklich ist.

von
reprax

Sehr geehrter Durch-Blicker.
Sie stellen hier Mutmaßungen auf, die einem persönlichen Angriff gleichkommen. Ohne Hintergrundwissen, auch was meine Person betrifft, stehen Ihnen solche Äußerungen gar nicht zu. Es wäre nett, wenn Sie sich in Zukunft sachlich äußern und meine Anfragen einfach den Experten überlassen. Danke.

von
reprax

ich erzähl Ihnen jetzt mal was, was eigentlich nicht hierhin gehört. Mein 2. Sohn ist nach schwerer Epilepsie mit 14 gestorben. Mein 1. Sohn, hat sich mit 20 schon die Birne weich gekifft und ist jetzt Rentner. Meine Noch-Ehefrau hat seit 99 MS. Ich stehe immer noch hinter meiner Familie und tue alles für sie, auch finanziell. Meine 3 letzten Arbeitgeber sind in Insolvenz gegangen und das lag nicht an mir. Wenn ich mich getrennt habe, dann nur aus Gründen meiner Gesundheit, die unter all diesen Umständen gelitten hat. Hätte ich es nicht getan, würde ich wahrscheinlich daran verzweifeln. Es ist nicht meine Schuld, dass ich krank bin aber wenn einer Hilfe braucht, dann meine Familie und das mache ich solange ich kann. Das waren 30 Jahre mit Mehrfachbelastung. Da hätte manch einer schon früher das Handtuch geworfen. Also urteilen Sie nicht über jemanden, den Sie nicht kennen. Noch etwas: den Vorwurf eines Dachschadens überlese ich mal lieber.

von
der blicker

weder habe ich sie persönlich angegriffen noch beleidigt! sie haben das rentensystem unsozial und beschämend genannt, nicht ich!
Das ihr erster sohn verstorben ist, tut mir leid und natürlich auch die erkrankung ihrer (noch) frau ist nicht einfach wegzustecken. aber genau hier fängt das von ihnen so diskreditierte rentensystem doch alle auf. das ihr sohn sich die "birne weggekifft" hat ist nicht unser problem oder? es gibt keine rechtfertigung für drogenmissbrauch! gut, er bekommt seine rente (die wir übrigens zahlen). ich habe mich einfach über ihren beitrag geärgert, weil sie auch so einer sind, der nie zufrieden ist. ich möchte wahrlich nicht mit ihnen tauschen, aber denken sie nochmal über ihren beitrag nach. ihre familie wird komplett von der rentenversicherung "aufgefangen" ohne das großartige beitragszahlungen je erfolgt sind. die Renten bezahlen alle jetzigen arbeitnehmer, also auch ich. da darf ich mich auch mal darüber äußern, wenn jemand meint alles sei sooooo ungerecht!!!

um eine rente zu bekommen wir ihr "bekiffter Sohn", muss ein normalo arbeitnehmer locker 28 Jahre lang arbeiten und den Durchschnittsverdienst haben.
Alles klar???
28 * (ca.)30.000 € im Jahr!!!
dann erhält dieser mensch ca. 730.-€ Bruttorente!!!
Ihr sohn hat lieber gekifft und bekommt genauso viel!!!

Was sagen sie denn jetzt dazu?

der blicker

p.s. ein Kind ist immer das Produkt seiner Eltern!!!
(freie Meinungsäußerung)

von
Riester-Fan

Ich kann Ihnen nur voll zustimmen!

"Kiffen" und "Saufen" kommt einer Selbstverstümmelung gleich. Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass in solchen Fällen überhaupt Erwerbsminderungsrente gewährt wird!

Hoch lebe unser Sozialstaat!

von
Happy

Hallo reprax,
na das Sie ohne Vollmacht keine Auskünfte über die Daten Ihres Sohnes und Ihrer Frau erhalten war klar!
Zumal anscheinend auch ein Versorgungsausgleich ansteht.
Reprax, entschuldigung aber ich glaube Ihnen nicht dass die "beiden" jetzt plötzlich auf Sie zukommen und sich über die Rentenhöhe beklagen! Das ist ein klassisches Beispiel, wenn es um die Scheidung und den Versorgungsausgleich geht.
Zumal davon auszugehen ist, dass die Rente Ihrer (noch) Frau ja unter Umständen erhöht wird durch den Versorgungsausgleich. Sie können ihr das ja mal sagen, dann wird sie sicher beruhigter sein! Und ihr Sohn ist m.M. nach äußerst gut versorgt. Ich möchte nicht über Sie urteilen, bei diesem Leben. Dennoch habe ich Zweifel an Ihren Beiträgen.

MfG
Happy

von
Rentenystembefürworter

aha! Sie halten dieses "System" für unsozial und beschämend, soso.
Na hat da vielleicht jemand Sorgen hinsichtlich des austehenden Versorgungsausgleiches???
In einem anderen Beitrag von Ihnen haben Sie je jetzt vom Experten und @Rosanna erklärt bekommen, was "Malus" bedeutet. Klar, dass Sie sich nun wünschen Ihre bald EXFRAU hätte mehr Rentenanwartschaften... Die Rentenhöhe ist mal weniger Interessant, sondern die erworbenen Rentenanwartschaften während der Ehezeit mein Lieber!
Sie schreiben, dass Ihre Familie für Sie das Wichtigste auf der Welt ist und verlassen Ihre schwerkranke Frau??? (weil Sie jetzt selbst schwerkrank sind)
In guten wie in schlechten Zeiten oder? Das finde ich "unsozial und beschämend!"

von
reprax

Ohne Hintergrundwissen zum Sachverhalt sollte sich keiner anmaßen, vorschnell ein Urteil zu fällen. Das ist übrigens auch unsozial und beschämend. Jeder sollte zunächst mal vor seiner eigenen Tür kehren. Ich habe die Infos, die ich brauchte und bedanke mich bei den Experten.
Thema beendet!!!

von
der blicker

wir hatten Hintergrundwissen, nachdem sie uns ihre lebensgeschichte erzählt haben. aber was soll's, sie werden schon recht haben...

thema beendet? einverstanden, da sie eh nix verstehen wollen!