Versicherungsverlauf "Höchstdauer überschritten"

von
Thorsten32

Guten Tag,

ich habe von der DRV eine Rentenauskunft angefordert. Dort steht bei einigen Fachschulzeiten "Höchstdauer überschritten".

Frage: Ist es so, dass Fachschulzeiten unberücksichtigt bleiben, wenn dort "Höchstdauer überschritten" steht? Oder werden Fachschulzeiten IMMER berücksichtigt (im Gegensatz zu Hochschul und Schulzeiten) bis zu einer Dauer von 3 Jahren.

Bezieht sich diese "Höchstdauer" auf die 8 Jahre Anrechnugszeit für schul. Ausbildung?

Fallen Zeiten der "beruflichen Ausbildung" auch in diese 8 Jahre Höchstdauer ?

Vielen Dank
Thorsten32

von
Elisabeth

Hallo Thorsten!
Hast du aus dem 3. SED-Unrechtbeinigungsgesetz als verfolgter Schüler Ansprüche? Dann bekommst du die doppelte Ausbildungszeit angerechnet?

von
Thorsten32

Hallo Elisabeth,

danke für die Anwort. Leider war es nicht das, was ich suchte, denn ein sog. "verfolgter Schüler" bin ich nicht. Bin in Westdeutschland aufgewachsen.

Ciao
Thorsten

von Experte/in Experten-Antwort

1. Ausbildungsanrechnungszeiten (Schul- Fachschul- oder Hochschulausbildungen) sind gem. § 58 Abs.1 S.1 Nr. 4 SGB VI bis zu acht Jahren (96 KM) als Anrechnungszeiten zu berücksichtigen. Wenn also in der Rentenauskunft steht: Höchstdauer überschritten, wurde die o.a. Grenze überschritten und die Fachschulzeiten sind n i c h t als Anrechnungszeiten zu berücksichtigen.

2. § 74 SGB VI regelt dagen u.a. die Bewertung der o.a. schulischen Ausbildungszeiten.
Mit dem RV-Nachhaltigkeitsgesetz ist § 74 SGB VI ab dem 01.01.2005 neu gefasst worden. Durch diese Neufassung werden Zeiten der Schul- und Hochschulausbildung nach dem 17. Lebensjahr nicht mehr bewertet. Lediglich bei einem Rentenbeginn vom 01.01.2005-31.12.2008 wurden Zeiten der Schul- und Hochschulausbildung noch mit einem abgeschmolzenen Wert berücksichtigt.

Weiterhin ist in § 74 SGB VI geregelt, dass Zeiten der Fachschulausbildung, Zeiten der Teilnahme an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und Zeiten der beruflichen Ausbildung auf einen Höchstzeitraum von insgesamt 36 Monaten zu begrenzen ist (bezieht sich jedoch n u r auf die Bewertung dieser Zeiten). Dabei sind Zeiten einer Fachschulausbildung oder der Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme vorrangig zu berücksichtigen. Sofern Zeiten einer Fachschulausbildung oder Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme bereits im Umfang von insgesamt 36 Kalendermonaten bewertet worden sind, verbleibt für die Höherbewertung von Zeiten der tatsächlichen Berufsausbildung kein Raum.

von
Thorsten32

Vielen Dank für die Anwort.

Habe ich es recht verstanden, wenn ich bereits mit Schul- und Hochschulausbildung die 8 Jahre überschritten habe, fällt danach ALLES an Fachschulzeiten (z.B. Job Center Fortbildungen) als Anrechnungszeit weg ?

Das träfe mich sehr hart, denn ich habe insgesamt fast 3 (!) Jahre mit versch. Fortbildungen vom Job Center zugebracht, die nach den 8 Jahren stattfanden.

Wie werden diese Zeiten in diesem Fall bewertet, nur in Höhe des Arbeitslosengeldes bzw. als "Anrechnungszeit Arbeitslosigkeit"? Ich habe in der Zeit immer "Unterhaltsgeld" vom damaligen Arbeitsamt bezogen.

Noch eine Frage: Werden denn nicht Fachschulzeiten VORRANGIG zu Schul- und Hochschulzeiten bewertet und müssten dann nicht die (Hoch-) Schulzeiten rausfallen anstatt die Fachschulzeiten bei Überschreitung der 8 Jahre ?

Vielen Dank im Voraus.
Thorsten

von
KSC

Ich denke Sie sollten sich die Zeit zur persönlichen Beratung nehmen, dort kann Ihnen erklärt werden, wie das alles angerechnet und ggfls. bewertet wird.

Und persönlich kann man wohl nur folgendes Facit ziehen: Wenn man bereits 11 Jahre Schul- Studien und Fachschulzeiten (ab 17. LJ) absolviert hat, kann man die Rente mit "Ausbildungen" sicher nicht mehr retten - da hielfen nur noch gut bezahlte versicherte Jobs, zu denen einen die Ausbildungen (hoffentlich) befähigt haben.
Und wenn ich vom Namen Thorsten32 auf Ihr Alter schließe, bleiben ja noch 35 Jahre Zeit, in denen es Ihnen hoffentlich gelingt eine akzeptable Altersversorgung aufzubauen.

von
Thorsten32

Hallo "KSC",

danke für die Anwort. Ja, das werde ich wohl machen, denn die Sache ist doch recht komliziert und wohl nur persönlich anhand der genauen Daten zu klären.

Grüße
Thorsten

von
Thorsten32

Hallo "KSC",

ne, ich bin schon was älter (48). Umso wichtiger ist es, dass alle rentenrelevanten Zeiten korrekt im Rentenverlauf stehen. Wenn schon meine gesamte Gymnasium-Zeit und das Studium für die Rentenhöhe keine Rolle mehr spielen, sollen wenigstens die Fachschulzeiten korrekt bewertet werden und nicht auch noch "unter den Tisch" fallen. Immerhin fast 3 Jahre.

Grüsse
Thorsten

von
LS

User Thorsten32, biete Hilfe zur Klärung an, kostet nichts,
o451-5028508

von Experte/in Experten-Antwort

1. Sie sollten sich mit Ihrem Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen zwecks Klärung der schulischen Ausbildungszeiten.

2. Fortbildungen sind nur dann Fachschulausbildungen wenn auch die Voraussetzungen der "Begriffsdefinition" erfüllt sind. Ansonsten sind diese Zeiten als Zeiten der Arbeitslosigkeit (also als Anrechnungszeiten) zu bewerten. Bei einem Leistungsbezug z.B. ab dem 01.01.1992 sind diese Zeiten Pflichtbeitragszeiten zu berücksichtigenl.