Versorgungsausgleich

von
hänschen

Guten Tag.

Meine Frage an die Experten,
ich habe eine geschiedene Frau geheiratet.
Durch den Versorgungsausgleich ist sie Rentenpunkte losgeworden.
Ihr Ex-Mann ist Frührentner und bezieht schon seit jahren 100% EM-Rente.
Die Scheidung ist 1,5 Jahre her.
Jetzt ist meine Frau verstorben, sie hat noch keine Rente bezogen.
Jetzt muß ich Witwenrente beantragen.
Jetzt kommt die eigentliche Frage,
kann ihr EX die Punkte zurückholen, was ja meine Witwenrente schmälern würde.

Gruß
hänschen

von
=//=

Wenn Ihre inzwischen verstorbene Ehefrau "Entgeltpunkte losgeworden ist", bedeutet dies doch, dass sie (Ihre Frau) einen Malus ABGEGEBEN und ihr geschiedener Ehemann einen Bonus aus dem Versorgungsausgleich von Ihrer Ehefrau erworben hat.

Also ich sehe das so:

Der geschiedene Ehemann kann nichts holen, weil er ja nur erhalten und nichts abgegeben hat. Die Witwerrente wird allerdings aus den um den VA verminderten Entgeltpunkten berechnet.

von
hänschen

Danke für die Rückmeldung.
Natürlich ist es so, das sie Rentenpunkte von ihrem Ex bekommen hat.
Ich hatte mich vertan, bzw hat sie auch ein paar Punkte abgegeben, die aber für die Frage nicht relevant sind.
So ist der Sachverhalt richtig geschildert.

Gruß
hänschen

von
Mitleserin

Hallo Hänschen,

waen Sie denn überhaupt mind. 1 Jahr lang verheiratet??? Aus Ihren Angaben (Scheidung vor1,5 Jahren) geht das so nicht hervor.

Und ja, ein VAG kann aufgrund Tod (ohne Rentenbezug oder nur bis max. 3 jahre) auch mal rückabgewickelt werden, aber...

Da Ihre verstorbene Frau ja sowohl Ausgleichsberechtigte, als aus Ausgleichpflichtige war (neues Recht), müssen alle vorhandenen Ansprüche neu geprüft werden.

Und ja, der Ex kann das machen.

MfG

von
haesvau

Hallo,
zunächst mein Beileid zum Tod Ihrer Frau.
Zwar kann der geschiedene Ehemann unter Umständen die Kürzung bei dessen Rente wegen des Todes "anpassen", d. h. rückgängig machen lassen, dies hätte aber keinen Einfluss auf die Höhe Ihrer Witwerrente.

Eine andere Sache ist, dass die Scheidung offensichtlich vor dem 1.7.14 erfolgte und damit vor der Verlängerung der Kindererziehungszeit von einem auf zwei Jahre für vor dem 1.1.92 geborene Kinder. Sollte Ihre verstorbene Frau Kinder vor dem 1.1.92 geboren haben, wäre die vor dem 1.7.14 erteilte Rentenauskunft an das Familiengericht natürlich aus heutiger Sicht zu niedrig ausgefallen. Sofern hier bestimmte Grenzwerte überschritten werden, könnte der geschiedene Ehemann eine Abänderung des Versorgungsausgleichs beim Familiengericht beantragen. Dies aber unabhängig vom Tod Ihrer Frau.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Hänschen, ja, der frühere Mann Ihrer verst. Frau könnte eine sogenannte Anpassung beantragen. Dieses hätte zur Folge, dass seine Rente möglicherweise ungekürzt gezahlt werden würde. Diese Anpassung wird er aber voraussichtlich nur beantragen, wenn seine abgegebenen Entgeltpunkte die erworbenen Entgeltpunkte (oder anderen erhaltenen Anwartschaften) übersteigen. Bei dieser Anpassung handelt es sich aber nicht, wie häufig vermutet, um eine Rückübertragung. Das bedeutet, selbst wenn der früherer Ehemann Ihrer verst. Ehefrau die Anpassung erfolgreich durchführen lassen könnte, wäre Ihr Hinterbliebenenanspruch davon nicht betroffen.