Versorgungsausgleich

von
Krieger

Hallo,
ich habe gleich zwei Anliegen die aber beide mit dem Versorgungsausgleich zu tun haben.

1. Meine Mutter ist 1985 nach 23 Jahren Ehe von meinem Vater geschieden worden. Also wurde der Versorgungsausgleich nach dem alten Recht durchgeführt. Kann sie den Versorgungsausgleich neu Berechnen lassen?
Wie sind da die Erfahrungen das vielleicht noch etwas mehr Rente heraus kommt ? Momentan hat sie gerade mal etwas über 800 Euro zur Verfügung.

2. Frage
In der zweiten Ehe die 14 Jahre dauerte und in diesem Jahr geschieden worden. der Mann war zu Beginn der Ehe schon in Rente ehemals Bergmann der mit 55 in Rente gegangen ist. Seine Rente beträgt ca. 2000 Euro.
Meine Mutter hat während der ersten Ehejahre einen geringfügigen Arbeitsplatz gehabt.
Jetzt soll sie von Ihren Rente dem Exmann 3 Punkte abgeben laut Versorgungsausgleich ?
Wo ist da die Gerechtigkeit? Sie hat doch schon kaum etwas.

von
Schade

zu 1)

Das könnte zum Eigentor werden. 1985 gab es bei der Rente noch keine Kindererziehungszeiten, heute gibt es 2 Jahre pro Kind. So gehen könnte eine Überprüfung zum Eigentor für die Frau werden.

zu 2) Da hat sie wohl Pech gehabt, das war in diesem Fall schon bei der Heirat genau so absehbar (Mann erwirbt keine Punkte weil Rentner, Frau erwirbt Punkte durch Arbeit: VAG im Falle einer Scheidung mit Malus für Frau)

Drum prüfe wer sich "ewig" bindet....(ob er nicht doch was bessres findet). Das wussten schon die alten Klassiker der Literatur.

von
Krieger

Der erste Ehemann ist inzwischen verstorben. Bevor er selbst in Rente gegangen ist. Und meine Mutter war zum damaligen Zeitpunkt bis auf wenige Jahre immer geringfügig Beschäftigt. Ergo hat sie selbst nur sehr wenige Rentenpunkte in dieser Zeit angesammelt. Kinder sind aus dieser Ehe 3 hervorgegangen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Krieger, ein Abänderungserfahren ist nach dem Tod des früheren Ehepartners nicht mehr möglich und würde, wie „Schade“ bereits ausgeführt wohl eher zu einem Eigentor führen. Nach dem Tod des früheren Partners wäre lediglich eine „Anpassung wegen Todes“ möglich, was bei Ihrer Mutter ebenfalls ins Leere laufen würde, da sie im damaligen Verfahren einen Bonus und keinen Malus erhalten hat.

Auch auf die Antwort zur 2. Frage kann ich „Schade“ nur zustimmen. Den Rentenanspruch hat der 2. Mann mit in die Ehe gebracht und nimmt ihn nun wieder mit, während Ihre Mutter in der Ehezeit neue Anwartschaften erworben hat, die nun geteilt werden. Möglicherweise lässt sich für die zweite Ehe der Versorgungsausgleich ausschließen, wenn der Wertunterschied der erworbenen Anwartschaften sehr gering ist (z.Z. 28,35 €) oder andere Gründe einer Härteregelung vorliegen. Hierzu sollte Ihre Mutter ihren Anwalt befragen.