Versorgungsausgleich

von
Karbolmaus50

Hallo,
mein Mann hat mich gebeten, für Ihn folgende Frage zu stellen:
Bei seiner Scheidung im Jahre 1982 wurden für seine Exfrau 270,00 DM
Versorgungsausgleich errechnet, was ja auch gerecht ist, denn durch den Versorgungsausgleich wird ja die in der Ehezeit angesparte Rente geteilt. Bei seinen jetzigen Rentenberechnungen, also zum heutigen Zeitpunkt ( er wird im nächsten Jahr von der jetzigen Altersteilzeit aus in Rente gehen) werden hieraus ca. 235.00 €. Wie kommt kommt so eine Erhöhung zustande? Es werden doch nur die in der Ehe angesparten Rentenbeträge geteilt oder nicht? Alles was er sich nach der Ehe erarbeitet hat, gehört doch ihm oder????????
Mit freundlichem Gruß
Karbolmaus50

von
Amadé

Nun, die Sache ist ganz einfach.

Beim Versorgungsausgleich geht es nicht um statische, sondern vielmehr um dynamische Anwartschaften.

So sind seit 1982 einige Rentenanpassungen ins Land gegangen. Beim Begünstigten ist der Wert (Bonus) also höher geworden und beim Belasteten der vorzunehmende Abzug (Malus )im gleichen Verhältnis ebenso erhöht worden.

Der VAG-Belastete mag sich jedoch damit Trösten, dass nach dem Willen des Gesetzgebers die Renten dem Inflationsverzehr preisgegeben worden sind.

Rentenerhöhungen, die die Inflationsrate auch nur annähernd ausgleichen, wird es am Standort D in absehbarer Zeit nicht mehr geben.

von
Schiko.

In der tat, es ist so wie sie es schilderten. Bei der
scheidung in 1982 wurde der versorgungsausgleich
für die gemeinsamen ehejahre durchgeführt.

Der ausgleich erfolgt grundsätzlich in entgeltpunkten,
der scheidungsrichter aber legt dies in geldbeträgen
fest,

270 DM.- entsprachen 1982 8,9641 EP., als rentenwert
galt 1982 30,12 DM. ( 270 : 30,12) für einen EP.

Jetzt ist dieser rentenwert in euro 26,13 und ab 1.7.2007
26,27 für einen EP.
Somit: 26,27 x 8,9641 EP. €. 235,49 rechnerischer wert
der gesannten EP.
Entgeltpunkte vor der ehe und auch nach der ehe stehen
zu 100% ihnen zu, dies ist berücksichtigt.

Mit freundlichen Grüßen.

von Experte/in Experten-Antwort

Der Versorgungsausgleich kommt nur für die in der Ehezeit erworbenen Anwartschaften in Betracht. Dabei ist aber Folgendes zu beachten: Das Gericht gibt in seinem Urteil den Monatsbetrag der zu übertragenen Anwartschaften an (in Ihrem Fall 270,00 DM). Dieser Monatsbetrag wird dann vom Rentenversicherungsträger in Entgeltpunkte umgerechnet, aus denen sich im Leistungsfall die Rente berechnet. Bei 270,00 DM und einem angenommenen Ende der Ehezeit in 1982 würden sich (270,00 DM : 30,12 DM aktueller Rentenwert Ende Ehezeit 1982) 8,9641 Entgeltpunkte ergeben. Aus diesen Entgeltpunkten würde sich heute - also 25 Jahre später - bereits ein Rentenbetrag von ca. 235,00 EUR errechnen, da der aktuelle Rentenwert mittlerweile auf 26,27 EUR angestiegen ist (8,9641 Entgeltpunkte x 26,27 EUR = 235,49 EUR). Der aktuelle Rentenwert hat als allgemeiner Faktor der Rentenformel die Funktion, die erworbenen Entgeltpunkte des Versicherten in einen zeitnahen, dem aktuellen Lohnniveau angepassten Euro-Betrag umzuwandeln. Mit dieser Verfahrensweise wird sichergestellt, dass der Betrag aus dem Versorgungsausgleich, wie auch vom Familiengericht jeweils im Urteil angeordnet wird, auch der Dynamik der Renten unterliegt. Bei den 270,00 DM handelt es sich also nicht um einen statischen Wert, der bei Rentenbeginn lediglich in Euro umzurechnen ist, sondern um einen dynamischen Betrag, der auf diese Weise auch an den jeweiligen Rentenanpassungen teilnimmt.