versorgungsausgleich

von
karolina

hallo zusammen
ich bin seit april 2009 geschieden und es wurde
ein versorgungsausgleich vor dem 01.09.09
durchgeführt.
kann ich neuberechnung beantragen?
gibt es jemanden, der mir ausrechnet ob sich
das lohnt ausser das gericht?
ich kann ja in die vom exmann erworbenen
anwartschaften einsicht bekommen.

danke für antworten

von
W*lfgang

Hallo Carolina,

rentenrechtlich sehe ich in einer Neuberechnung eigentlich keinen Unterschied zu heute. Falls Sie die "Mütterrentenzeiten" jetzt noch bei Ihnen dazu bekommen, stehen Sie schlechter da - andernfalls bleibt im Rentenkonto bei beiden alles beim Alten (außer dass es 2009 noch so ein paar Mini-Überhang Ausfallzeiten aus schulischer Ausbildung gab, die jetzt weggefallen sind).

Wenn Betriebsrenten im Spiel sind, sieht die Sache anders aus. Da kann es je nach Dauer des Ehezeitraums einen bis zu 3-stelligen Abweichungsbetrag geben - das wird aber kein Berater hier einschätzen können, dafür brauchen Sie einen Fachanwalt mit entsprechenden Kenntnissen/Programmen.

Packen Sie einfach die alten Berechnungen von beiden ein und traben in die nächste Beratungsstelle.

Übrigens, die Abänderung des Versorgungsausgleich ist nur im rentennahen Alter möglich. Mehr als 12 Monate vorher wird das Amts/Familiengericht den Antrag nicht annehmen (Amtsgericht vor Ort fragen).

Zwar bekommen Sie auch mit etwas 'Quälereien' aktuelle Berechnungen der Gegenseite - aber, wenn es in der Summe zu Ihren Ungunsten ausgeht, können Sie zwar vom Verfahren zurücktreten (das Amtsgericht bedankt sich dafür mit Einzug einer Gerichtsgebühr bei Ihnen), die Gegenseite wird dann freudig das Verfahren weiterführen.

Gruß
w.

von
Christina Nowak

Hallo Karolina,

Haben Sie Grund zu der Annahme, dass sich auf dem Rentenkonto Ihres geschiedenen Mannes während der Ehezeitt erhebliche Verschiebungen ergeben haben ?

Sofern Ihr Exmann nicht nur bei der DRV sonder auch z.B. Anwartschaften in der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes hatte, ergibt sich ein anderes Rechenmodell.

Anhand Ihrer Unterlagen vom Versorgungsausgleich erkennen Sie, wie z.B. diese Anwartschaften geteilt wurden.
Nach altem Recht ging es nicht fifty,fifty.

Allerdings haben Sie zusätzliche Entgeltpunkte für Kindererziehungszeiten erhalten.
Einfach mal im Kopf überschlagen und vormerken.

Wenn Sie in absehbarer Zeit einen Rentenantrag stellen, kann das Familiengericht auf Antrag den VGA abändern, aber wie gesagt, der Schuß kann auch nach hinten losgehen und außerdem fallen Gerichtskosten an.

Im Übrigen entfällt beim Versorgungsausgleich der Anwaltzwang.
Wenn es soweit ist, sollten Sie Ihrem Rechtsanwalt das Mandat entziehen und dem Familiengericht mitteilen. (Spart Kosten)

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo karolina,

den grundsätzlichen Überlegungen von W*lfgang und Christina Nowak schließen wir uns an. Nach § 226 Abs. 2 FamFG ist ein entsprechender Abänderungsantrag frühestens sechs Monate vor dem Zeitpunkt einer voraussichtlichen Versorgung zulässig.