Versorgungsausgleich

von
Andreas

Also ich bin 57 und werde mit 63
meine Rente beantragen.
Ich habe mich von meiner Ehegattin
getrennt.
Grundsätzlich möchte ich mich scheiden
lassen.
Allerdings habe ich irgendwie gelesen.
Das, wenn die Scheidung erst nach Beginn
meiner Rente liegt. Der Versorgungsaugleich erst gemacht wird
wenn die Ehegattin Ihren Rentenantrag stellt.
Da meine Ehegattin 10 Jahre jünger ist.
Würde das für mich 10 Jahre volle Rente
bedeuten??
Ist das so? Wenn ja würde ich die
Scheidung erst nach Beginn meiner Rente
einreichen.
Vielen Dank

von
Philipp

Hallo Andreas,
Sie haben richtig gelesen.
Wenn Sie vor Eintritt der Rechtskraft der Scheidung bereits Rente beziehen, greift das sogenannte "Rentnerprivileg" (§ 101 Abs. 3 SGB VI). Die Minderung der Rente durch den Versorgungsausgleich erfolgt erst dann, wenn ihre Ex-Frau selbst Rente bezieht.
Philipp

von
Hase

Sie sollten aber bedenken, was unterhaltsrechtlich auf Sie zu kommt und wieviel in 6 Jahren an Anwartschaften noch auf beiden Seiten anfällt.
Kann besser oder schlimmer werden. Außerdem ist in so einem langen Zeitraum kaum vorherzusagen, ob nicht Erwerbsminderung bei Ihrer
Frau eintritt. Also genau abwägen !

von
Gerhard

Ausserdem:

...ist Ihre Frau so willenlos, dass Sie Ihnen ihr Schicksal überlässt? Vielleicht wird sie ja bald initiativ, dann ist Ihnen die Überlegung abgenommen! Oder weiss die Gute noch gar nichts von Ihren Absichten....

Gruß Gerhard

Experten-Antwort

Ergänzend ist zu erwähnen, dass bei einem Malus (Abzug von Rentenanwartschaften zugunsten Ihres früheren Ehegatten) auch bei einem Rentenbeginn nach der Ehescheidung der Versorgungsausgleich vorerst unberücksichtigt bleibt, sofern Sie Ihrem früheren Ehegatten Unterhalt zu leisten haben (§ 5 VAHRG).
Des Weiteren ist eine Rückübertragung möglich, sofern der Berechtigte (Bonus-Empfänger) verstorben ist und nur geringe Leistungen (zweifacher Jahresbetrag einer Altersvollrente) aus dessen Versicherung erbracht wurden (§ 4 VAHRG).