Versorgungsausgleich

von
Gerhard J.

Liebe Mitglieder des Forums. Ich habe zum Versorgungs-ausgleich ein paar Fragen.
Ist es richtig,
1. dass Versorgungsausgleich auch dann weiter abgezogen wird, wenn der Ausgleichsempfänger verstorben ist?
2. dass der Ausgleichsempfänger weiter Versorgungsausgleich bekommt, auch wenn der zum Ausgleich Verpflichtete verstorben ist?
3. dass der Versorgungsausgleich vom Brutto abgezogen wird und vom Empfänger versteuert werden muss?

von
Schade

zu 1)ja - aber wenn der Begünstigte stirbt, bevor er 36 Monate Rente bezogen hat, kann der VAG rückgängig gemacht werden.
zu 2)ja, dem Empfänger kann es grundsätzlich egal sein, ob und wielange der frühere Ehegatte ggfls. noch lebt.
zu 3) Der durch den VAG übertragene Teil erhöht die Bruttorente des Begünstigten, ob und in wie weit der Rentner Steuern zahlen muss, hängt von der Höhe seiner Gesamteinkünfte ab. Daher kann es rechnerisch natürlich vorkommen, dass durch die Erhöhung aus dem VAG die "Freibeträge" überschritten werden. Genauso gut kann der andere natürlich durch den Abzug unter die Freibeträge rutschen und zahlt dann halt keine Steuern mehr.

Experten-Antwort

Der Versorgungsausgleich ist auf Dauer angelegt. D.h., dass der Ausgleichsberechtigte auch weiterhin die übertragenen Anwartschaften erhält, wenn der Ausgleichspflichtige verstorben ist. Ebenso werden die übertragenen Anwartschaften auch beim Ausgleichspflichtigen weiter abgezogen, wenn der Ausgleichsberechtigte verstirbt.
Allerdings hat der Ausgleichspflichtige beim Tod des Ausgleichsberechtigten die Möglichkeit, die Rückgängigmachung des Versorgungsausgleiches zu beantragen. Nach dem neuen Recht ab 01.09.2009 ist dies nicht mehr wie bisher von einem bestimmtem Grenzwert abhängig, sondern lediglich davon, dass der Ausgleichsberechtigte selbst die Versorgung aus dem Versorgungsausgleich nicht länger als 36 Monate bezogen hat (Leistungen an Hinterbliebene sind unschädlich).
Generell werden die zu übertragenden Anwartschaften in Entgeltpunkte umgerechnet und bei der Berechnung der Rente zu den eigenen erwirtschafteten Entgeltpunkten hinzugerechnet bzw. von diesen abgezogen. Es handelt sich also um einen Zuschlag bzw. Abschlag vor Errechnung der eigentlichen Bruttorente.
Da der Versorgungsausgleich somit bereits in der Bruttorente enthalten ist, wird dieser auch bei der Berechnung der Jahresbruttorente für die Besteuerung berücksichtigt.

von
Gerhard J.

Vielen Dank an den rathebenden User und den Experten. das hat mir sehr geholfen.
Beste Grüße
gerhard j.