Versorgungsausgleich

von
paulkuhn

In meinem Rentenbescheid wird mir unter "Auswirkungen des Versorgungsausgleichs" migeteilt, dass für die Ehezeit vom ... bis ... zu Lasten des Versichertenkontos Rentenanwartschaften auf den ausgleichsberechtigten Ehegatten übertragen worden sind.
Bedeutet dies, dass von meiner Rente, die ich seit März erhalte, bereits der Versorgungsausgleich an meine Ex-Frau übertragen wurde, obwohl sie selbst noch keine Rente bezieht und dieser zu zahlende Betrag mir schon vorenthalten wird?
Danke für sachkundige Antworten.

von
paulinchen

ja, das bedeutet es!

von
???

Mit Rechtskraft des Versorgungsausgleichs sind die übertragenen Rentenanwartschaften Eigentum Ihrer Ex-Frau geworden. Daher können Sie daraus keine Rente mehr erhalten.
Ausnahmen sind (oder waren?) bei Unterhaltszahlungen oder Tod des Berechtigten vor einem Rentenbezug (oder nur recht kurzem) möglich.

von
Rentner

"und dieser zu zahlende Betrag mir schon vorenthalten wird"
Kein Grund zur Empörung. Würden Sie umgekehrt Versorgungspunkte erhalten, würden Sie sich sicher nicht darüber aufregen, dass Sie als Rentner die jetzt schon kriegen ;-)

von
Rentenmann

Es wird Ihnen nichts vorenthalten.Es ist lediglich der Versorgungsausgleich durchgeführt worden.Dieser besagt, das derjenige Ehepartner der mehr Entgeltpunkte in der Ehezeit erworben hat,diese an den anderen Partner überträgt.

Aber von vorenthalten kann man logischerweise nicht sprechen,das ist Unsinn.

Experten-Antwort

Ich kann Ihrer Anfrage nicht entnehmen, ob Ihr Versorgungsausgleich nach dem bis zum 31.8.2009 gültigen alten Recht oder nach dem neuen Recht ab 1.9.2009 durchgeführt wurde.

Beim alten Recht wurde eine Gesamtbilanz aller während der Ehezeit erworbenen Anwartschaften gemacht und der mit den höheren Anwartschaften musste die Hälfte des Unterschieds an den anderen abgeben, wobei der Ausgleich in der Rentenversicherung durchgeführt wurde.

Beim neuen Recht wird jede Anwartschaften einzeln verglichen und im jeweiligen System ausgeglichen. Auch hier muss der mit den höheren Anwartschaften die Hälfte des Unterschieds an den anderen abgeben.

Da Sie Ausgleichspflichtiger sind und zum Zeitpunkt des Scheidungsurteils noch keine Rente bezogen haben, wird Ihre Rente - unabhängig davon, ob die Entscheidung nach altem oder neuem Recht getroffen wurde - mit Rentenbeginn um den Versorgungsausgleich gekürzt.

Bei Entscheidungen nach altem Recht gab es das sog. Rentnerprivileg für die Fälle, bei denen der Ausgleichspflichtige zum Zeitpunkt der Rechtskraft des Versorgungsausgleichs bereits eine Rente bezog. Danach wurde diese Rente erst um den Versorgungsausgleich gekürzt, wenn die Berechtigte selber einen Rentenanspruch hatte. Dieses Rentnerprivileg gibt es nur noch, wenn sowohl Rentenbeginn als auch die Einleitung des Versorgungsausgleichsverfahrens vor dem 1.9.2009 war.