Versorgungsausgleich-bin ICH irre?

von
Petra Lasser

Ich wurde 2004 geschieden (9 Jahre Ehe 1995-2004)
Beim Versorgungsausgleich wurde ein Fehler gemacht von der Rentenstelle, meine ich.
Beispiel:
Er verdient monatlich 1.200€, ich habe 500 € EU-Rente.
Wir sind 9Jahre verheiratet.
Meine Rentenstelle sagt, ich bekomme für 9 Ehejahre
einen Rentenzuwachs von 245 €, seine Rentenstelle sagt, er bekommt "für 9 Jahre, 93 €".
Da kann doch was nicht stimmen!
Ich wurde verurteilt, meinem Ex-Mann Rentenpunkte abzugeben.
Ich sprach mit meiner Rentenversicherung, diese sagte, ihre Berechnung sei richtig?!
Die andere Rentenstelle(Bundesknappschaft sagt, ihre Berechnung auch.
Mein Anwalt sagte, wir gehen dann später wenn sie Rente beantragen noch mal dagegen an.
Ich nahm es hin, in der Hoffnung, irgendwann dies klären zu können.
Inzwischen schlafe ich kaum noch, denn ich habe vor, im nächsten Jahr die Altersrente vorgezogen zu beantragen.
Ich hatte 2009 einen Herzinfarkt, lebe mit 6 Stents am Herzen, habe seit Mitte 2010 Brustkrebs (2OP`s) und kämpfe zurzeit mit Chemos dagegen.
Ich habe keine Kraft, aber ich würde es gern klären.
Denn, meine vorhergehende Ehe(1985-1994)
verlief fast identisch…9 Jahre, er hatte damals 1.200 DM und ich 640 DM EU-Rente…ca. Werte!
Er musste mir Rentenpunkte abgeben.
Das gleiche Gericht urteilt nun anders herum!
Ich habe noch nie gehört, dass man mit einer kleinen EU-Rente, dem Ex der arbeitet und das Doppelte verdient hat, Punkte abgeben muss.
Wer hilft mir? Weiß jemand Rat?
Oder bin ich wirklich so irre, dass ich dies nicht verstehe?
LG Petra

von
-_-

Auszugleichen ist der Ehezeit bezogene hälftige Wertunterschied der Anwartschaften beider Ehepartner. Wenn die ehezeitliche Anwartschaft bei Ihnen 245 € und beim Ehemann 93 € beträgt, haben Sie 76 € Malus und Ihr Ehemann 76 € Bonus, so dass beide Partner nachher 169 € haben. Ob die beiden Berechnungen alle rentenrechtlichen Zeiten enthalten und richtig sind, kann hier im Forum nicht geprüft werden. Ihr Anwalt wird doch beide Berechnungen vorliegen haben und Sie beraten können. Die Rentenhöhe und das derzeitige Einkommen haben keine Bedeutung für den Versorgungsausgleich.

von
KSC

Die Frage ob die beiden Versorgungsausgleiche 1994 und 2004 richtig entschieden wurden, kann im Forum nicht geklärt werden.

Um das zu prüfen sind bei VAG Verfahren Anwälte zugegen, wenn die nichts taugen und etwaige Fehler nicht bemerken, haben die Jungs ihr Geld nicht verdient.

Experten-Antwort

Dem Beitrag von „-_-„ wird zugestimmt. Aufgrund der allgemeinen Angaben, können wir an dieser Stelle nicht erläutern, warum und in welcher Höhe Rentenanwartschaften aus der Ehezeit auszugleichen sind. Zur individuellen Abklärung Ihrer Situation sollten Sie vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link " Beratungsstellen" ermitteln.

von
RFn

Die Rentenversicherungsträger fertigen für jeden der EX-Ehepartner eine "Auskunft zum Versorgungsausgleich" für das Familiengericht.
Darin ist u.a. enthalten das Einkommen bzw. die Rente im Ehezeitraum.
Auf Grund dieser Angaben wird vom Familiengericht im Zusammenhang mit dem Scheidungsurteil festgelegt, weiche Entgeltpunkte von welchem Konto auf das andere zu übertragen sind. Wenn gegen diese Entscheidung innerhalb der festgelegten Frist kein Rechtsmittel eingelegt wird, wird diese Entscheidung bindend. Ein späteres Anfechten ist dann sehr schwierig.
Darüber, warum Ihr Anwalt der Sache nicht sofort nachgegangen ist, kann hier nur spekuliert werden und hilft Ihnen nicht weiter.