Versorgungsausgleich/Anrechnung auf Eu-Rente?

von
Emilie

Hallo; Mitte August hat mein Mann nach 6 Ehejahren die Scheidung eingereicht. Schon vor der Ehe war ich Erwerbsunfähigkeitsrentnerin. Mein Mann hat wärend der Ehe gearbeitet und Rentenversicherungsbeiträge geleistet. Bekomme ich durch den Versorgungsausgleich eine höhere Eu-Rente, und ist es gut, das er die Scheidung vor der Reform (1.Sep 09) eingereicht hat?
Haben sie vielen Dank

von
F U N

Hallo, sollte über den Versorgungsausgleich ein "Bonus" ihnen zugesprochen werden, so wird dieser erst beim nächsten Rentenfall, sprich Altersrente berücksichtigt.
Alle Verfahren, die noch vor dem 01.09.2009 anhängig sind bzw. waren, werden noch nach dem alten Recht behandelt.
Insofern wird sich derzeit nichts für sie an der Höhe ihrer Erwerbsminderungsrente ändern.

Experten-Antwort

Hallo Emilie,

wenn in Ihrem Fall ein Versorgungsausgleich durchgeführt wird und wenn die Berechnung einen Zuschlag für Sie ergibt, dann bekommen Sie auch eine höhere EM-Rente. Sie müssen - entgegen der Auskunft von FUN - nicht bis zum Leistungsfall der Altersrente darauf warten.

Ob sich durch die Anwendung des "alten" Rechts für Sie Vor- oder Nachteile ergeben, kann pauschal leider nicht gesagt werden. Größere Änderungen ergeben sich vor allem bei Paaren, die über viele verschiedene Altersversorgungen verfügen (z.B. gesetzliche Rente, Betriebsrente, private Versicherung...).

von
Emilie

Hallo, mein Mann hat in den 6 Ehejahren pro ja ca. 35€ mehr Rentenansprüche erwirtschaftet; bedeutet das dann für mich, das ich 210€ teilen muß, und meine Eu-Rente 105€ höher ist?

Experten-Antwort

Hallo Emilie,

jeder Rentenanspruch, den ein Ehepartner während der Ehe erworben hat, wird zwischen den Ehepartnern zur Hälfte geteilt.
Die Rentenansprüche werden in dem Versorgungssystem geteilt, in dem sie erwirtschaftet wurden.
Hat nur ein Ehepartner während der Ehezeit Anwartschaften (z.B. in der gesetzlichen Rentenversicherung) erwirtschaftet, so wird er die Hälfte dieser Rentenanwartschaft an den anderen Ehepartner abgeben.

Das Familiengericht setzt die Rentenversicherung von der Entscheidung über den Versorgungsausgleich in Kenntnis. Die Rentenversicherung schreibt dem Rentenkonto des ausgleichsberechtigten Ehepartners den Betrag und Wartezeitmonate gut und kürzt die Rentenansprüche des ausgleichspflichtigen Ehepartners entsprechend. Dies erfolgt allerdings nur bezüglich der Geldansprüche. Die Versicherungszeiten bleiben unberührt.

Wird die Entscheidung des Familiengerichts erst nach Rentenbeginn bindend, wirkt sich der Versorgungsausgleich erst mit Beginn des darauf folgenden Monats aus.

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