Versorgungsausgleichpunkte nach Tod der Begünstigten für immer weg ?

von
teletubbi

Bei der Scheidung bekam meine Exfrau ja Versorgungsausgleichspunkte zugesprochen. Bekomme ich diese nicht wieder zurück, da meine Exfrau vor eigenem Rentenbezug verstarb. Unsere Kinder bekamen, bzw bekommen noch Halbwaisenrente. Bis zum 18. Lebensjahr. Ich selbst beziehe EM Rente. Sie verstarb vor fast 5 Jahren. Muß ich einen Antrag auf Rückübertragung stellen oder wirkt sich die Halbwaisenrente schädlich aus auf mein Ansinnen ? Wäre es besser, diesen Antrag erst nach Ablauf der Halbwaisenrente zu stellen ? Kann da irgendwer Auskunft erteilen ?
Vielen Dank. Ich bin Jahrgang 08.61.

von
Schlaubi123

Sofern Ihre ExFrau weniger als 36 Monate Rente bezogen hat, wird bei Ihrer eigenen Rente der Versorgungsausgleich ausgesetzt. Dies kann aber erst im Rentenverfahren für Sie passieren. Einen weiteren Antrag müssen Sie nicht stellen, da der Rentenantrag auch als Antrag auf Aussetzung des VAG`s gem. §37 VAHRG gilt

Experten-Antwort

Hallo teletubbi,

wenn der beim Versorgungsausgleich Ausgleichsberechtigte verstirbt und aus dem Zuschlag nicht mehr als 36 Monate eine Rente bezogen hat, wird die Rente des Ausgleichspflichtigen ab dem Folgemonat der Antragstellung nicht mehr um den Abschlag aus dem Versorgungsausgleich gekürzt, d. h. die Rente wird auf Dauer ungemindert gezahlt (= sogenannte Anpassung wegen Tod).

Die Anpassung wird auch durchgeführt, wenn laufend Waisenrenten aus der Versicherung des Ausgleichsberechtigten gezahlt werden. Diese werden sogar auch nach der durchgeführten Anpassung mit dem Zuschlag aus dem Versorgungsausgleich gezahlt.

Da nach Ihren Angaben Ihre frühere Ehefrau noch keine Rente bezogen hat, dürften bei Ihnen die Voraussetzungen für die Anpassung wegen Tod erfüllt sein.

Nachdem Sie bereits eine Rente beziehen, sollten Sie wegen des antragsabhängigen Beginns der Anpassung umgehend einen Antrag auf Anpassung stellen.

Im Übrigen muss ich noch darauf hinweisen, dass Schlaubi123 zwar Recht hat, dass der Rentenantrag grundsätzlich auch als Antrag auf Anpassung gilt. Allerdings ist die Aussage missverständlich, dass die Anpassung erst im Rentenverfahren passieren kann. Die Anpassung wirkt sich zwar erst aus, wenn eine Rente gezahlt wird. Sie kann aber bereits zu einem früheren Zeitpunkt beantragt werden.

von
W*lfgang

Zitiert von:
Die Anpassung wirkt sich zwar erst aus, wenn eine Rente gezahlt wird. Sie kann aber bereits zu einem früheren Zeitpunkt beantragt werden.
änzend:

Was ja auch Sinn macht, damit bei Nicht-Rentenbeziehern z. B. die künftigen Renteninformationen/-auskünfte, Prognosen aller Art wieder 'richtig' sind.

Gruß
w.

von
GroKo

Zitiert von:

Zitiert von:
Die Anpassung wirkt sich zwar erst aus, wenn eine Rente gezahlt wird. Sie kann aber bereits zu einem früheren Zeitpunkt beantragt werden.
änzend:

Was ja auch Sinn macht, damit bei Nicht-Rentenbeziehern z. B. die künftigen Renteninformationen/-auskünfte, Prognosen aller Art wieder 'richtig' sind.

Gruß
w.


Kannst das Klugscheissen nicht lassen.

von
W*lfgang

Zitiert von: GroKo
Kannst das Klugscheissen nicht lassen.
...ich weiß ja, dass Sie Ihren Darmgut selbst Analysieren können - vertrauen Sie drauf, andere haben nicht Ihre Fähigkeiten ;-)

Gruß
w.

von
teletubbi

Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich bezog damals ja schon eine Rente, die um die Versorgungspunkte gekürzt, ausgezahlt wurde. Eine Neuberechnung wegen Todes der Begünstigten habe ich nicht gestellt, da ich dachte, Halbwaisenrentenbezug meiner Töchter sei für mich Rentenschädlich, sprich: Ich bekomme die Versorgungspunkte eben deshalb nicht wieder.
Die Auszahlung der Halbwaisenrente erfolgt aber komischerweise unter der Rentennummer meiner EX Frau. Bezieht somit meine Tochter praktisch dann doch aus dem Rentenkonto meiner verstorbenen Ex Frau ihre Halbwaisenrente und wird damit praktisch dann doch so getan, als wenn meine Ex Frau Rente bezieht ? Ihr Rentenkonto also `;belastet; , also so getan wird, als bezöge die verstorbene Rente, was sie ja definitiv mit ihren 45 Jahren nicht tat.

von
GroKo

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: GroKo
Kannst das Klugscheissen nicht lassen.
...ich weiß ja, dass Sie Ihren Darmgut selbst Analysieren können - vertrauen Sie drauf, andere haben nicht Ihre Fähigkeiten ;-)

Gruß
w.


Ach Scheisserle, Diese aussergewöhnliche Fähigkeit traue Ich Dir schon zu.
Klugscheisserei schließt ja Intelligenz nicht aus. ;-)

von
ICKE

Zitiert von:

Zitiert von:
Die Anpassung wirkt sich zwar erst aus, wenn eine Rente gezahlt wird. Sie kann aber bereits zu einem früheren Zeitpunkt beantragt werden.
änzend:

Was ja auch Sinn macht, damit bei Nicht-Rentenbeziehern z. B. die künftigen Renteninformationen/-auskünfte, Prognosen aller Art wieder 'richtig' sind.

Gruß
w.

Hallo Wolfgang,
ich glaube, Sie haben das etwas missverstanden.
Die Anpassung kann durchaus lange vor Rentenantrag beantragt werden. Entschieden wird darüber jedoch erst im Falle des tatsächlichen eigenen Rentenantrages!
Das bedeutet jedoch auch, dass sämtliche Rentenauskünfte und Renteninformationen nach wie vor inkl. der Abschläge errechnet sind!

von
ICKE

Zitiert von: teletubbi

Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich bezog damals ja schon eine Rente, die um die Versorgungspunkte gekürzt, ausgezahlt wurde. Eine Neuberechnung wegen Todes der Begünstigten habe ich nicht gestellt, da ich dachte, Halbwaisenrentenbezug meiner Töchter sei für mich Rentenschädlich, sprich: Ich bekomme die Versorgungspunkte eben deshalb nicht wieder.
Die Auszahlung der Halbwaisenrente erfolgt aber komischerweise unter der Rentennummer meiner EX Frau. Bezieht somit meine Tochter praktisch dann doch aus dem Rentenkonto meiner verstorbenen Ex Frau ihre Halbwaisenrente und wird damit praktisch dann doch so getan, als wenn meine Ex Frau Rente bezieht ? Ihr Rentenkonto also `;belastet; , also so getan wird, als bezöge die verstorbene Rente, was sie ja definitiv mit ihren 45 Jahren nicht tat.

Der Bezug von Hinterbliebenenrente (auch Waisenrenten) erfolgt immer aus dem Versicherungskonto der verstorbenen Person.

Bis 2009 war es auch so, dass der Bezug einer Halbwaisenrente der Rückübertragung (Anpassung) bei Tod der Ausgleichsberechtigten entgegen gestanden hat.

Jetzt ist das nicht mehr so. Das heißt, die Rückübertragung ist möglich, wenn Ihre Ex-Frau SELBST keine oder max. 36 Monate Rente bezogen hat, bevor sie verstorben ist! Dass Halbwaisenrente gezahlt wird, ist vollkommen irrelevant!

Also, schnellstmöglich einen Antrag auf Anpassung wegen Tod der Ausgleichsberechtigten stellen!

MfG

Experten-Antwort

Hallo teletubbi,

ich kann mich den Ausführungen von ICKE in vollem Umfang anschließen.

Sie sollten so schnell wie möglich einen Antrag auf Anpassung stellen, wiel die Anpassung erst ab dem Folgemonat der Antragstellung berücksichtigt werden kann. Bis dahin bekommen Sie nur die geminderte Rente.

Der Antrag kann mit einem formlosen Schreiben gestellt werden.

von
teletubbi

Ah. OK. Habe das gerade eben per unterschriebener E-Mail gemacht. Rückwirkend bekommt man das dann wohl leider nicht mehr zurückerstattet? Woher soll man das denn auch wissen, denn sie verstarb 2011. Da hatte ich schon Rentenbezug. Wusste ich leider nicht. Viel Geld verschenkt. Danke vielmals für die schnellen, fachkundigen Antworten.

von
teletubbi

Nachtrag.....
Beiträge, die zur Abwendung der Kürzung oder zur Begründung von Anrechten zugunsten der ausgleichsberechtigten Person gezahlt wurden, sind unter Anrechnung der gewährten Leistungen an die ausgleichspflichtige Person zurückzuzahlen.

Heißt das nun doch, das man mit Nachzahlung rechnen darf?

von
teletubbi

Nachtrag.....
Beiträge, die zur Abwendung der Kürzung oder zur Begründung von Anrechten zugunsten der ausgleichsberechtigten Person gezahlt wurden, sind unter Anrechnung der gewährten Leistungen an die ausgleichspflichtige Person zurückzuzahlen.

Heißt das nun doch, das man mit Nachzahlung rechnen darf?

von
teletubbi

Quelle:

https://dejure.org/gesetze/VersAusglG/37.html

Experten-Antwort

Hallo teletubbi,

der beim Versorgungsausgleich Ausgleichspflichtige kann die Minderung in der Rentenversicherung durch die Zahlung von Beiträgen ausgleichen und damit de facto eine ungeminderte Rente erhalten.

Da nach einer durchgeführten Anpassung wegen Tod die Minderung aus dem Versorgungsausgleich nicht mehr berücksichtigt wird, werden diese Beiträge wieder erstattet. Leistungen, die aus den Beiträgen bereits gezahlt wurden, werden vom Erstattungsbetrag abgezogen.

Die Erstattung der Beiträge wird vom Rentenversicherungsträger von Amts wegen durchgeführt.

Sollten Sie also derartige Beiträge gezahlt haben, brauchen Sie nicht tätig werden.

von
teletubbi

Nein. Ich habe nichts gezahlt. Also Antrag gestellt und dann eben ab Oktober hoffentlich eine ungekürzte Rente beziehen. Bei der ZVK gekürzten Rente bekomme ich leider nicht wieder erhöht. Beantragen werde ich das dort aber jetzt auch. Nochmals Danke für die helfenden Antworten hier.

von
W*lfgang

Zitiert von: ICKE
Das bedeutet jedoch auch, dass sämtliche Rentenauskünfte und Renteninformationen nach wie vor inkl. der Abschläge errechnet sind!
ICKE,

irgendwie ist das doch ziemlich sinnwidrig ;-) Ein Versorgungsausgleich wird (richtigerweise) sofort in Bonus/Malus umgesetzt, aber die berechtigte 'Rückübertragung' spart man sich bis zum Rentenbeginn auf - und schickt den Betroffenen weiterhin 'unrichtige Rentenbeträge' zu?! Solche Renteninfos/-auskünfte sind doch wertlos, und aus meiner Sicht 'falsch' ...und als Berater kann man damit ganz schön 'auf die Schnauze' fallen, wenn man den Hintergrund nicht kennt.

Gruß
w.
PS: Danke übrigens für den Hinweis. Bei den geringen Fallzahlen (1 pro Jahrzehnt ist schon aufgerundet) baut man kein Detailwissen auf ...vielleicht kommt ja die letzten 10 Jahre noch mal einer :-)

von
Schlaubi123

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: ICKE
Das bedeutet jedoch auch, dass sämtliche Rentenauskünfte und Renteninformationen nach wie vor inkl. der Abschläge errechnet sind!
ICKE,

irgendwie ist das doch ziemlich sinnwidrig ;-) Ein Versorgungsausgleich wird (richtigerweise) sofort in Bonus/Malus umgesetzt, aber die berechtigte 'Rückübertragung' spart man sich bis zum Rentenbeginn auf - und schickt den Betroffenen weiterhin 'unrichtige Rentenbeträge' zu?! Solche Renteninfos/-auskünfte sind doch wertlos, und aus meiner Sicht 'falsch' ...und als Berater kann man damit ganz schön 'auf die Schnauze' fallen, wenn man den Hintergrund nicht kennt.

Gruß
w.
PS: Danke übrigens für den Hinweis. Bei den geringen Fallzahlen (1 pro Jahrzehnt ist schon aufgerundet) baut man kein Detailwissen auf ...vielleicht kommt ja die letzten 10 Jahre noch mal einer :-)

Es findet auch kein Rückausgleich statt. Der VAG wird nur ausgesetzt. Und das kann nur durch einen eigenen Schlüssel im Rentenverfahren gesteuert werden. Der VAG wird nicht gelöscht oder aufgelöst!