Versorgungswerk

von
Woody

Als Lehrer einer Privatschule habe ich ein Angebot bekommen, meine Rentenbeiträge an eine Versicherung abzuführen und mich von der BfA befreien zu lassen. Welches sind die Nachteile eines solchen Wechsels, ist dieser u.U. wieder rückgängig zu machen und welches sind die Folgen bei evtl. Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder Arbeitgeberwechsel?
Ist ein Zurück zur BfA immer ohne Weiteres möglich, welches wären dann die Folgen, Nachteile?

von
Schwarzwälder

Ein Versorgungswerk für Lehrer gibt es nicht. Im Gegenteil, Sie sind als Lehrer auch wenn Sie selbständig tätig sind versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Befreiung ist ebenfalls nicht möglich. Insofern sind die möglichen Auswirkungen einer Befreiung irrelevant.

Experten-Antwort

Sehen wir den Thread auch in Anlehnung an die aktuelle Nachricht "Rentenrendite auch bei Rente mit 67 noch deutlich positiv"...

Lehrer auch an Privatschulen sind in dieser Tätigkeit grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Dies wäre nur dann nicht der Fall, wenn Sie selbst einen versicherungspflichtigen Arneitnehmer beschäftigen.

Die für solche Fälle einschlägige Befreiungsmöglichkeit von der Rentenversicherungspflicht würde das Vorliegen einer beamtenähnlichen Versorgungsabsicherung von Seiten der Privatschule voraussetzen, die ich hier aber nicht beurteilen kann (zumal diese Versorgungskriterien das zuständige Minsiterium beurteilen muss).

Unterstellt, es käme zu einer solchen privatrechtlichen Versorgung (die es de facto bis dato aber in der BRD nicht gibt), die zu einer Befreiung von der RV Pflicht führen würde, dann wären die späteren Rentenanwartschaften daraus mit dem jeweiligen Anbieter abzuklären.

Die Befreiung von der Versicherungspflicht (wohl nach § 6 I Nr.2 SGB VI) wirkt dann bei rechtzeitiger Antragstellung vom Zeitpunkt des Vorliegens der Voraussetzungen (wann liegt beamtenähnliche Versorgung von Seiten der Privatschule vor) an und gilt grundsätzlich unbegrenzt für diese Tätigkeit.

Nachteile sind m.E. u.a. darin zu sehen, dass Sie als in der gesetzlichen RV Versicherter mit Ihren Beiträgen auch Ansprüche auf Leistungen zur Rehabilitation/Teilhabe, Erwerbsminderungsrente haben und auch zur Riester Förderung unmittelbar berechtigt sind. Darüber hinaus erhalten nach 5 Versicherungsjahren auch Ihre Hinterbliebenen Rentenleistungen und gleiche Beiträge für Männer und Frauen (Unisextarife) gibt es seit jeher.

Letztlich kann dies (Rentabilität/Rendite) aber wohl nur ein Fachkollege der Wirtschaftswissenschaften errechnen, wenn er u.a. die Determianten für die Höhe des jeweiligen Einkommens, der Beitragssätze, des jeweiligen Leistungsangebots und der Lebenserwartung kennt, damit letztlich eine Rendite beider Vorsorgevarianten errechnet.

Die Stochastik sollte dabei ebenfalls nicht zu kurz kommen, denn in beiden Fällen werden über die kommenden Jahre hinweg noch viele Reformen ins Land ziehen, die zumindest die Auszahlungsphase beider Varianten betreffen (Besteuerung und Belastung der Zuflüsse mit Beiträgen zur KV/PV).

MfG