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Versorgungswerke

von
Jupp

Zitat: "Thema/Beitrag: RE: Versorgungswerk
Teilnehmer: Experte
Datum, Zeit: 22.05.2007, 14:26 Uhr
Hallo Laura,
aufgrund der günstigen Risikostruktur ist das Beitrags-Leistungsverhältnis in einem berufsständischen Versorgungswerk regelmäßig nicht schlechter als das der gesetzlichen Rentenversicherung. Soweit Sie ohnehin verpflichtet sind Beiträge zur berufsständischen Versorgungseinrichtung zu zahlen, macht es m.E. wenig Sinn, die gesetzliche Rentenversicherung als "Doppelversicherung" fortzuführen. Genau hierfür wurde auch die Befreiungsmöglichkeit des § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI geschaffen.
Die in der gesetzlichen Rentenversicherung (bisher) erworbenen Anwartschaftengehen gehen Ihnen im Übrigen nicht verloren. Hier ist (bei Erfüllung der Vorraussetzungen - zumindest scheint hier die allgemeine Wartezeit erfüllt zu sein) die Zahlung einer - wenn auch geringen - Altersrente möglich."

Bedeutet das, daß es in der Rentenversicherung keinen "Risikostrukturausgleich" wie in der Krankenversicherung gibt?

Experten-Antwort

Hallo, Jupp,

auch in der gesetzlichen Rentenversicherung findet zwischen den einzelnen Trägern ein Lastenausgleich statt. Dieses belastet aber nicht des Verhältnis zwischen eingezahltem Rentenbeitrag und zu erwartender Rentenhöhe.

von
Bernhard

Wie bitte?

Die Milliardentransfers der gesetzlichen Rentenversicherung von den alten in die neuen Bundesländer (von West nach Ost) sind einer der hauptsächlichen Gründe für die Rentenkürzungen der letzten 15 Jahre und für den massiven Rückgang (um ca. 30 % seit 1989) der Neuzugangsrenten in den alten Bundesländern und den Einburch der internen Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung.

Dieser "Lastenausgleich" verschlechtert das Verhältnis zwischen Beitrag und Rente stärker als alle anderen Faktoren.

Im Vergleich dazu sind die ständig bemühten demographischen Veränderungen Peanuts - bis jetzt jedenfalls.

Dieser Lastenausgleich ist auch - neben dem reinen Umlageverfahren - eine der Ursachen dafür, dass man für einen Beitrag an ein Versorgungswerk etwa doppelt soviel Leistung zurückbekommt, wie von der gesetzlichen Rentenversicherung.

von
Wilhelm

Ich habe das Glück gehabt, mit 58 Jahren noch in ein Versorgungswerk zu kommen. Aufgrund der weitaus besseren Leistungen der Versorgungswerke versteht ich jetzt auch, warum bestimmte Leistungsträger unserer Gesellschaft nicht gegen die Rentenpolitik protestieren, wie Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Rechtsanwälte usw. Der Grund liegt darin, dass die meisten Mitglieder von Versorgungswerken sind und daher von den Problemen der Deutschen Rentenversicherung überhaupt nicht betroffen sind.

von
Selina II

Könnte mir einer sagen, ob Versorgungswerke auch Leistungen auf Rehabilitation und/oder Erwerbsminderungsrenten bezahlen?

Experten-Antwort

Hallo, Selina II,

es existieren in Deutschland diverse Versorgungswerke der einzelnen Kammerberufe. In der Regel ist Rechtsgrundlage hier Satzungsrecht. Das kann von Versorgungswerk zu Versorgungswerk unterschiedlich ausgestaltet sein. Daher die Bitte an Sie, sich an das für Sie in Frage kommende Versorgungswerk zwecks Abklärung des Versicherungsumfangs (Erwerbsminderung, Rehabilitation usw.) zu wenden.

von
Horst

Ein angestellter Steuerberater zahlte früher Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Vor einiger Zeit hat er sich davon befreien lassen und zahlt jetzt in das Versorgungswerk der Steuerberater Pflichtbeiträge.
Ist dieser angestellte Steuerberater "riesterfähig"?