Versteuerung der Riesterzahlung

von
WernerW

Wir riestern seit 2003, ich "unmittelbar zulageberechtigt", meine Frau "mittelbar zulageberechtigt". 2006 ging ich in den vorzeitigen Ruhestand (nach Altersteilzeit). Damit endet mein Riestervertrag und wurde wg. Kleinbetragsrente in einem Betrag ausgezahlt.
Gleichzeitig endete auch die Zulagenberechtigung meiner Frau, aber deren Vertrag kann erst im Alter von 65 Jahren ausgezahlt werden, d.h. er läuft derzeit weiter ohne Zulagenberechtigung.
Auf Vorschlag der Sparkasse haben wir die monatliche Zahlung nach Zulagenberechtigungsende erhöht. Trotzdem wird meine Frau zum 65ten auch einen Einmalzahlung wg. Kleinbetragsrente erhalten.
Muß diese Zahlung vollständig versteuert werden, auch inklusive der Einzahlungen nach Ende der Zulagenberechtigung?
Das wäre ja schließlich eine doppelte Besteuerung!
Vielen Dank für eine Antwort und freundliche Grüße,
WernerW

von
P G

@ WernerW
Laß dich Überraschen - dann wirst auch du Verstehen das Vater Staat für die KLEINEN LEUTE nichts übrig hat!

Experten-Antwort

Hallo WernerW,

zu versteuern ist die Riester-RENTE und nicht die Einmalauszahlung (Kapitalisierung).

Bei der Kapitalisierung ist im Falle der schädlichen Verwendung die Förderung (Zulage und/oder Sonderausgabenabzug) an den Fiskus zurückzuzahlen.
Die Abfindung einer Kleinbetragsrente gilt nach § 93 Abs. 3 EStG nicht als schädliche Verwendung.

von
WernerW

Vielen Dank für die Experten-Auskunft! Und wie bei jeder guten Antwort ergibt sich gleich eine Zusatzfrage:

Ich habe die Antwort verstanden als: Die Abfindung der Kleinbetragsrente muß nicht versteuert werden. Korrekt?

Wieso habe ich dann, bei der Auszahlung meiner Abfindung der Kleinbetragsrente ein Schreiben meiner Sparkasse mitbekommen, daß mich darauf hinweist, daß ich den Auszahlungsbetrag nach §22 Nr.5 Satz 1 bis 3 EStG versteuern muß?

Wer hat nun recht, die Sparkasse oder der Experte?

Experten-Antwort

Hallo,

beide haben grundsätzlich Recht. Die Abfindung einer Kleinstbetragsrente unterliegt als Leistung einer Riester-Rente grundsätzlich der Steuerpflicht. Anders als bei einer Kündigung und Auszahlung des Kapitals in einer Summe stellt die Abfindung einer Kleinstbetragsrente keine schädliche Verwendung dar. Die erhaltenen Zulagen und Steuervergünstigungen müssen grundsätzlich nicht zrurückgezahlt werden.

Also: Steuerpflicht ja - schädliche Verwendung nein

von
WernerW

Vielen Dank für die Antwort!

Nun komme ich zu meiner ursprünglichen Frage zurück.

Wenn nach dem Ende der Zulagenberechtigung weitere Einzahlungen auf das gleiche (Spar-)Konto gemacht werden, sind diese damit auch steuerpflichtig geworden, wenn im Alter von 65 Jahren die Abfindung wg. Kleinbetragsrente in einer Zahlung geleistet wird???

Vielen Dank im voraus und freundliche Grüße, WernerW

Vielen Dank

Experten-Antwort

Hallo WernerW,

bei der steuerlichen Beurteilung der Abfindung sind verschiedene Sachverhalte zu berücksichtigen. Der Teil der Einzahlungen, für die eine Förderung beantragt wurde, unterliegt der grundsätzlich immer der vollen Steuerpflicht. Bei dem Teil der Einzahlung, für den keine Förderung oder Steuervergünstigung in Anspruch genommen wurde, ist bei der Auszahlung folgendes zu beachten: Wann wurde der Vertrag abgeschlossen? Wie lange läuft der Vertrag? Mit welchem Lebensjahr endet der Vertrag?

Wenn der Vertrag vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurde und länger als 12 Jahre läuft, ist die Auszahlung grundsätzlich steuerfrei. Wenn der Vertrag nach dem 31.12.2004 abgeschloßen wurde, sind die Erträge aus dem Vertrag zur Hälfte steuerpflichtig wenn der Vertrag länger als 12 Jahre lief und nach dem 60. Lebensjahr endet. Sollte der Vertrag entweder keine 12 Jahre gelaufen sein, oder vor dem 60. Lebensjahr enden, unterliegen die Erträge in voller Höhe der Steuerpflicht.