Vertrauenschutzregel ??? Frührente-Altersrente

von
Karl-Egon

Hallo, meine Frau ist im Jahre 1943 geboren. Aus familiären Gründen und sonstigen Problemen hat sie bis zum Jahre 1999 nach kurzer Selbstständigkeit das „Arbeitsleben“ beendet.
Ich kann es nicht richtig nachvollziehen ob sie zu dem Zeitpunkt ihre Pflichtjahre überhaupt voll hatte.
Ab dem Jahre 99 war sie dann in keinem Arbeitsverhältnis mehr. Sie war auch nicht beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet und auch nicht arbeitssuchent.

Im Jahre 2000 begann sie dann mit der ehrenamtlichen Krankenpflege einer pflegebedürftigen älteren Person. Ab dem Jahre 2002 kamen dann noch ihre pflegebedürftigen Eltern dazu.
Das zog sich bis zum Jahre 2008 so hin. Sie bekam über die ganzen Jahre mal mehr oder weniger Pflegegeld von zwei Krankenkassen.
Gleichzeitig, im Jahre 2002 wurde meine Frau von einer Bekannten überredet Rente zu beantragen. Die wurde genehmigt und zum 01.01.2004 begannen die Rentenzahlungen.

Jetzt kommt unser Gedankenfehler: Wir sind Gedanklich immer davon ausgegangen, das die Rentenzahlungen „Frührente“ ist. Jetzt mussten wir feststellen, das dies ja schon „Altersrente“ ist.
Nach der jetzigen öffentlichen Rentendiskussion habe ich mich mal hingesetzt und versucht die ganze Rentenahngelegenheit meiner Frau zu überprüfen.
Dabei ist mir aufgefallen das es die Vertrauensschutzregel gibt und ich vermute mal, das die Rentenversicherung diese Regelung bei der Rente meiner Frau angewandt hat.
Ich stehe jetzt aber auf dem Standpunkt das dies Falsch war/ist. Zu dem Zeitpunkt der Beantragung traf keiner der Punkte der Vertrauensschutzregel für meine Frau zu.
Hätte sie jetzt zu unrecht Rente bezogen?
Denn wenn die Vertrauensschutzregel nicht greift, hätte ihr doch noch keine Rente zugestanden – oder?
Was passiert wenn ich mit dieser Begründung ein Überprüfungsverfahren bei der Versicherung einleite?
Denn ab 2004 (Vollendung des 60.ten Lebensjahr) sind ja keine Rentenversicherungsbeiträge von den Krankenkassen für die Pflege die meine Frau getätigt hat, an die Rentekassen gezahlt worden und sie hat noch einen Abschlag (17,5%) von der Rente erhalten.

Vielleicht kann uns mal jemand in diesem Forum ein bisschen Aufklären - DANKE

Experten-Antwort

Ich unterstelle einfach einmal, dass der damalige Rentenversicherungsträger die richtige Altersrente berechnet hat und somit Ihre Ehefrau ihre richtige Rente bekam und die Voraussetzungen vorlagen.

von
Keith Moon

Hallo Karl-Egon,

den Begriff der "Frührente" gibt es in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht. Ihre Frau bezieht (vermutlich) eine sogenannte "Altersrente für Frauen". Diese Rente kann von Frauen frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres bezogen werden, wenn diese die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben und nach dem vollendeten 40. Lebensjahr mindestens 121 Monate pflichtversichert gewesen sind. Es ist daher alles in Ordnung, sie machen sich unnötig Sorgen.

von
Karl-Egon

Meine Frage war ja auch nicht ob der Vers-.träger richtig oder falsch gerechnet hat.
Mir geht es darum, wen die Vertrauensregel NICHT greift - stand ihr dann überhaupt schon Rente zu? Ihr "Altersrente" ist so niedrig da machen 17,5% Abschlag schon eine Menge aus.
Ausserdem fehlen jetzt ja noch vier Jahre Rentenbeiträge für die Pflege die sie ja nicht bekommt.
mfG

Experten-Antwort

Man muss zunächst die allgemeinen Voraussetzungen einer Altersrente erfüllt haben. Wenn diese gegeben sind, erst dann kommt man zur Vertauensschutzprüfung.

von
Karl-Egon

Danke für den Tipp "unnötige Sorgen"!
Wahrscheinlich habe ich mich nicht richtig ausgedrück oder zu kompliziert geschrieben. Vielleicht habe ich aber auch falsche Gedankengänge. Was ich bis jetzt bemerkt habe ist das ich recht wenig über die Rente weiß!!
"Altersrente für Frauen". Diese Rente kann von Frauen frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres bezogen werden. Frage dazu: Wieviel Monate muss eine Frau dafür Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben??
Was hat es mit den 15 Jahren Warte zeit zu tun?
Und was bedeutet: "nach dem vollendeten 40. Lebensjahr mindestens 121 Monate pflichtversichert gewesen sind."

Ich möchte einfach nur ein bischen mehr Rente für meine Frau bekommen. Sie bekommt seid dem 60.ten Lebensjahr "Altersrente für Frauen", heißt ihr wurden 17,5% von der regulären Rente abgezogen und 2.tens hat sie bis zum 65.ten Lebensjahr für die Pflege ihrer Eltern Rentenbeiträge bezahlt - diese Beiträge werden bei Ihrer Rente aber nicht mehr berücksichtigt.
mfG

von
Skatrentner

Wenn ihre Frau schon eine Altersrente für Frauen seit dem 60. Lebensjahr bezieht, zahlt die Pflegekasse für die Pflege keine Beiträge mehr zur Rentenversicherung. Sie sollten das einmal mit der Pflegekasse klären ob hier wirklich nach dem Beginn der Altersrente noch Beiträge an die RV abgeführt wuren.

Experten-Antwort

Die Voraussetzungen für diese Rente sind:
Altersrente für Frauen
Diese Altersrente erhalten vor 1952 geborene Frauen auf Antrag, die
· das 60. Lebensjahr vollendet haben,
· nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als 10 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten zurückgelegt haben und
· die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 15 Jahren erfüllen.

Für Beiträge, die nach Beginn der Altersrente noch geleistet werden gehen unter (zählen nicht mehr).

von
Rentner

Hallo,
woher kommen die 17,5 % Abzug?

Gab es 2004 schon Abzüge für Frauen-Rente?

Und wenn, wären das dann nicht 18 % wie heute?

Gruß vom Renter

von
Karl-Egon

Soweit habe ich einiges hinsichtlich der Rente verstanden - oder auch nicht!!??
Kann mir denn mal jemand meine Fragen beantworten?
"Altersrente für Frauen". Diese Rente kann von Frauen frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres bezogen werden. Frage dazu: Wieviel Monate muss eine Frau dafür Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben??
Was hat es mit den 15 Jahren Wartezeit zu tun?
Und was bedeutet: "nach dem vollendeten 40. Lebensjahr mindestens 121 Monate pflichtversichert gewesen sind."

Ich möchte einfach nur ein bischen mehr Rente für meine Frau bekommen. Sie bekommt seid dem 60.ten Lebensjahr "Altersrente für Frauen", heißt ihr wurden 17,5% von der regulären Rente abgezogen und 2.tens hat sie bis zum 65.ten Lebensjahr für die Pflege ihrer Eltern Rentenbeiträge bezahlt - diese Beiträge werden bei Ihrer Rente aber nicht mehr berücksichtigt.
Sowie meine Eingangsfrage hinsichtlich der Vertrauenschutzregel?? Übrigen wo finde ich die im SGB.
mfG

von
KSC

Ich schlage Ihnen vor sich mit den Rentenunterlagen Ihrer Frau auf den Weg zu machen und sich das alles in einer Beratungsstelle der DRV erklären zu lassen.

Bei Ihrem Wissensstand scheint mir das effektiver zu sein, als zu versuchen Ihnen hier im Forum das Rentenrecht zu erklären.

1.) Altersrente ist die volle Rente - die haben Sie beantragt. Mehr Geld wird es normalerweise nicht.

2) Die Abschläge bei der Rente gab es schon damals und das musste Ihnen beim Rentenantrag bewusst gewesen sein (oder Sie haben sich damals um gar nichts gekümmert).

3) Abschlagsfrei wäre eine Rente zur damaligen Zeit nur dann gewesen, wenn es eine AR für Schwerbehinderte gewesen wäre. Dazu hätte Ihre Frau damals (und auch schon vor dem 17.11.2000) schwerbehindert gewesen sein müssen - war sie das, hat sie das hoffentlich im Rentenantrag auch angegeben????

4) Ohne Schwerbehinderung sind die Abschläge wohl OK, alle existierenden Vertrauensschutzbestimmungen kann man zwar theoretisch anführen: sie ändern aber nichts daran, dass die Rente Abschläge hat.

5) Aus der Pflege hat Ihre Frau selbst keinen cent an Beiträgen bezahlt, höchsten die Pflegekasse, falls die damals zu doof war zu merken, dass die Pflegende schon Altersrentnerin war. Selbst wenn die Kasse diese "Beiträge" zurückbekommen würde, nützt Ihnen das gar nichts.

Sie sehen, viele Punkte, zu denen Sie sicher wieder jede Menge Fragen haben:

Daraus folgt: auf zur persönlichen Beratung!

von
Karl-Egon

Ihre Aussagen sind vollkommen richtig - "den Schuh muss ich mir anziehen" !!
Gibt es auch garnicht zu verschönern!!!

Nur, auf meine Fragen die ich gestellt habe ist das KEINE Antwort gewesen!!!

von
KSC

Na ja, sie haben einige Fragen gestellt - und definitive Antworten bekommen Sie hier im Forum nicht, bzw. haben Sie bekommen, wenn Sie die vielen Antworten (es waren ja erst 6 :-)richtig gelesen haben.

Aber wenn Sie wollen:

Der Abschlag ist OK.

Eine Vertrauensschutzregelung greift bei Ihnen nicht.

Nicht gezahlte Pflegebeiträge erhöhen die Rente nicht.

von
PS KSC

17,5% Abschlag gibt es nicht!

Es wird in 0,3% Schritten gerechnet, also gibt es 18% oder 17,7% oder 17,4% oder 17,1% oder, oder oder...aber keine 17,5%!!!!!

von
Karl-Egon

"Altersrente für Frauen". Diese Rente kann von Frauen frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres bezogen werden. Frage dazu: Wieviel Monate muss eine Frau dafür Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben??
Was hat es mit den 15 Jahren Warte zeit zu tun?
Und was bedeutet: "nach dem vollendeten 40. Lebensjahr mindestens 121 Monate "Altersrente für Frauen". Diese Rente kann von Frauen frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres bezogen werden. Frage dazu: Wieviel Monate muss eine Frau dafür Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben??
Was hat es mit den 15 Jahren Warte zeit zu tun?
Und was bedeutet: "nach dem vollendeten 40. Lebensjahr mindestens 121 Monate pflichtversichert gewesen sind."
Sowie meine Eingangsfrage hinsichtlich der Vertrauenschutzregel?? Übrigen wo finde ich die im SGB.

von
KSC

Wartezeit=Mindestversicherungszeit; also braucht man (äh frau natürlich) insgesamt 15 Jahre = 180 Monate an Beiträgen.

Zum 2. muss die Frau nach dem 40. Lj. mehr als 10 Jahre (= mindestens 121 (=10 x 12 +1) Monate) pflichtversichert (d.h. berufstätig gewesen sein um die Bedingung für die Rente zu erfüllen.

Das ist seit ewigen Zeiten die versicherungsrechtliche Bedingung für die AR für Frauen und hat mit Vertrauensschutz rein gar nichts zu tun.