Vertrauensschutz

von
Pauline

Ich bin am 20.06.1953 geboren und arbeite seit dem 01.07.1967 mit kurzen Unterbrechungen,aber insgesamt habe ich bei meinem regulären Renteneintritt mehr als 45 Jahre gearbeitet.
Nach der neuen Formel muss ich bis 65J.+ 7 Monate arbeiten (dann ohne Vertrauensschutz)und bis 65 Jahre ohne Vertrauensschutz. Ich verstehe nicht was das bedeutet! Bei beiden Angaben habe ich keine Einbußen bei der Rente (lt. Rentenbeginnrechner). Was hat es also mit dem Vertrauensschutz auf sich? Wer kann es mir verständlich erklären?
Danke...

von
Vorsicht

Hallo!

Die Altersgrenze für die sogenannte Regelaltersrente wird ab 2012 - beginnend also beim JAhrgang 1947 - schrittweise auf das 67.Lebsnjahr angehoben. Für Sie würde das heißen, daß Sie erst ab 65 Jahren und 7 Monaten eine Altersrente ohne Kürzung erhalten können. Vertrauenschutz in diesem Zusammenhang gibt es nicht. Es wurde ab 2012 eine neue Altersrentenart eingeführt: die Altersrente für BESONDERS langjährig Versicherte. Voraussetzung: Vollendung des 65. Lj. UND Erfüllung der Wartezeit von 45Jahren. Dazu zählen vor allem versicherungspflichtige Arbeitszeiten, aber auch Kindererziehung, NICHT aber Zeiten der Arbeitslosigkeit. Sollten Sie also mit 65 diese 45 Jahre erfüllen, können Sie ab da, und nicht erst 7 Monate später, eine ungekürzte Altersrente erhalten.

MfG

von Experte/in Experten-Antwort

Siehe Beitrag von "Vorsicht".

von
sh

Zitat von Vorsicht: "Vertrauenschutz in diesem Zusammenhang gibt es nicht."

Dies ist so nicht richtig.

Gem. § 235 Abs. 2 SGB VI wird für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1955 geboren sind und vor dem 1. Januar 2007 Altersteilzeitarbeit vereinbart haben die Regelaltersgrenze nicht angehoben.

D.h., auch Personen, die die Wartezeit von 45 Jahren für die neue Altersrente für besonders langjährig Versicherte nicht erfüllen, können, sofern die allgemeine Wartezeit erfüllt ist und die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes gegeben sind nach Vollendung des 65ten Lebensjahres ohne Abschlag in Rente gehen.

von
Vorsicht

Bin davon ausgegangen, daß es um die Frage 65.Lj. in Zusammenhang mit den "45Jahren" geht - und da gibt es keinen Vertauenschutz.
Wenn Pauline Altersteilzeit machen würde oder bereits verbindlich vereinbart hätte (vor 01.01.2007) wäre sie mit dem Thema schon in Berührung gewesen bzw. hätte den ATZ-Tatbestand sicher nicht unerwähnt gelassen in ihrer Anfrage!

Ansonsten für zutreffende Personenkreise gilt Ihre bzw. § 235 Abs. 2 SGB VI natürlich. Vergessen wir nicht die Bezieher von Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbau´s.

MfG