Vertrauensschutzregelung vor dem 2. 01.1961 geboren

von
Bibo13

Hallo zusammen,
mich würde mal Interessieren wie ich den folgenden Satz:
Ein Beruf, für den Sie
durch berufliche Rehabilitation mit Erfolg ausgebildet
oder umgeschult worden sind, ist immer zumutbar.
interpretieren kann?
-immer zumutbar!!!!
egal wie lange eine Umschulung her ist?
egal ob man in dem Beruf gearbeitet hat?
wird dieser Beruf automatisch zum Hauptberuf?
hebt dieser Satz auch alle Bedingungen der Verweistätigungen aus?

Vielen Dank im voraus für Ihre Informationen.

Experten-Antwort

Hallo Bibo 13,

eine Verweisung auf den Beruf, für den umgeschult wurde, kommt nicht in Betracht, wenn die durch die Umschulung vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten nicht mehr ausreichen, um die Umschulungstätigkeit nach einer Einarbeitungszeit von bis zu 3 Monaten auszuüben. Dies kann der Fall sein, wenn die Umschulung lange zurückliegt oder wenn sich das Berufsbild des Umschulungsberufs geändert hat.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Bibo13

Hallo Expertenteam,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Gibt es Richtlinien wie in solchen Fällen zu bewerten ist?
Bei mir ist es so, dass ich vor 21 Jahren eine Umschulung als Informationselektroniker hatte und seitdem im Vertrieb für unterschiedliche Produkte gearbeitet habe.
Ich habe nie als Informationselektroniker gearbeitet.
Meiner Meinung nach dürfte bei mir eine Einarbeitungszeit von bis zu 3 Monaten nicht ausreichend sein und ich vermute mal, dass sich das Berufsfeld auch geändert hat.

Wie und warum würde man hier entscheiden?

Vielen Dank im voraus für Ihre Hilfe.

von
Schorsch

Zitiert von: Bibo13

Bei mir ist es so, dass ich vor 21 Jahren eine Umschulung als Informationselektroniker hatte und seitdem im Vertrieb für unterschiedliche Produkte gearbeitet habe.
Ich habe nie als Informationselektroniker gearbeitet.
Meiner Meinung nach dürfte bei mir eine Einarbeitungszeit von bis zu 3 Monaten nicht ausreichend sein und ich vermute mal, dass sich das Berufsfeld auch geändert hat.

Wie und warum würde man hier entscheiden?


Zunächst einmal ist es unwahrscheinlich, dass man "Informationselektroniker" als Hauptberuf annimmt und eine Verweisung darauf für zumutbar hält.

Die eigentliche Frage ist die, ob Ihre tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten als Händler als qualifizierter Beruf eingestuft werden oder als Anlerntätigkeit, für die keine qualifizierte Berufsausbildung erforderlich ist.

Im letzten Fall läge dann nämlich keine rentenrelevante Berufsunfähigkeit vor, da Ungelernte auf jede Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes verwiesen werden können.

Im ersten Fall dürfte man Sie auf Tätigkeiten verweisen, die eine Qualifikationsstufe unter Ihrem letzten Beruf liegen.

So können z.B. Facharbeiter mit Vorgesetztenfunktion auf normale Facharbeitertätigkeiten verwiesen werden, Facharbeiter auf Berufe, die eine Ausbildung von mindestens drei Monaten erfordern und Ungelernte auf JEDE Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes.

MfG

von
Bibo13

Hallo Schorsch,
warum ist es unwahrscheinlich, dass man "Informationselektroniker" als Hauptberuf annimmt und eine Verweisung darauf für zumutbar hält?
Sie sind dann auch zu meiner nächsten noch nicht gestellter Frage " Wie meine Tätigkeit eingestuft wird" übergegangen.
Ich glaube die Bezeichnung als Händler ist unpassend.
Dazu mal ein kleiner Werdegang von meiner Tätigkeit.
Ich war in dieser Zeit Angestellter als Vertriebsmitarbeiter im Außendienst, als Vertriebsleiter/Vertriebsmanager im Außendienst und zuletzt auch als Vertriebsleiter/Vertriebsmanager im Außendienst.
Meine Qualifikation habe ich durch diverse Schulungen und Seminaren im Bereich Management und Mitarbeiterführung erzielt.
Es steht ja auch meines Wissens geschrieben, dass man sich die Fähigkeiten auch anderweitig anlernen kann.
Meine Tätigkeit wird auch beschrieben als Führungskraft. Eingestuft wird diese Tätigkeit direkt unter der Geschäftsführung.
Mich würde schon Interessieren, wo und warum man mich in welcher Qualifikationsstufe einstufen würde.
MfG

von
Schorsch

Zitiert von: Bibo13

warum ist es unwahrscheinlich, dass man "Informationselektroniker" als Hauptberuf annimmt und eine Verweisung darauf für zumutbar hält?

Weil Sie selbst geschrieben haben, dass Sie noch nie als Informationselektroniker gearbeitet haben und auch nicht innerhalb von drei Monaten eingearbeitet werden könnten.
Zitiert von: Bibo13

Mich würde schon Interessieren, wo und warum man mich in welcher Qualifikationsstufe einstufen würde.

Das kann kein Außenstehender verbindlich beantworten und deshalb müssen Sie die Entscheidung der DRV abwarten.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die DRV-Mitarbeiter ziemlich engagiert und einfallsreich sind, wenn es um die Suche nach einer zumutbaren Verweisungstätigkeit geht.

MfG

von
Valzuun

Im Rahmen von LTA ist ein Verweisung, erst Recht auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, nicht zulässig. Maßgeblich ist (i.d.R. der letzte) nicht nur ganz kurz ausgeübte Beruf.

Eine Vertrauensschutzregelunge gibt deshalb (weil unnötig) auch nicht.

Bei der Wahl der richtigen Maßnahmen spielt dann natürlich auch dass Niveau der letzten Tätigkeit eine Rolle. D.h. wer zuletzt eine angelernte Tätigkeit ausgeübt kann ggf. durchaus „nur“ Leistungen erhalten mit den er in einer andere angelernte Tätigkeit wieder Fuß fassen kann.
Es besteht kein automatischer Anspruch auf Höherqualifizierung, auch wenn früher solche Tätigkeiten ausgeübt wurden.

Aber: Alles kann, am Ende eine Einzelfallentscheidung.

von
Jonny

Zitiert von: Valzuun
Im Rahmen von LTA ist ein Verweisung, erst Recht auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, nicht zulässig. Maßgeblich ist (i.d.R. der letzte) nicht nur ganz kurz ausgeübte Beruf.

LTA?
Davon war doch bisher überhaupt nicht die Rede, sondern von der Vertrauensschutzregelung für vor 1961 Geborene.

Und diese bezieht sich auf Renten wegen teilweiser EM-Rente bei Berufsunfähigkeit und nicht auf LTA-Maßnahmen.

von
Valzuun

Da haben Sie natürlich recht.
Bin wohl nach dem ich zu oft „Umschulung“ gelesen habe gedanklich irgendwo falsch abgebogen.