< content="">

Verweisungstätigkeiten

von
Ehefrau

Guten Morgen,
Die Erwerbsminderungsrente meines Mannes wurde abgelehnt. Ein Bekannter sagte uns jetzt, der Bescheid sei nicht korrekt erstellt. Da hätten Verweisungsberufe stehen müssen.
Ich habe versucht, das nachzulesen, aber bin unsicher .Es stimmt, dass bei ihm mehrere Sachen ausgeschlossen wurden, die er nicht machen darf. Schwer heben, Kopf drehen, nur im Sitzen arbeiten.
Kann mir jemand dazu etwas sagen ? Sollten wir nochmal nachfragen ? Im Bescheid steht nur ,dass es abgelehnt wurde, sonst eigentlich gar nichts. Wir haben dann das Gutachten gelesen, aber da steht nur, was er nicht darf..

von
Nachfrage

Wann ist er denn geboren?

von
asb

Wenn Ihr Mann nach dem 01.01.1961 geboren ist, hat Ihr "Bekannter" keine Ahnung von der Rentenversicherung.
Lassen Sie sich besser in einer Beratungsstelle vor Ort beraten. Die haben Ahnung.

Experten-Antwort

Hallo Ehefrau,
seit der Änderung des Rechts hinsichtlich der Renten wegen Erwerbsminderung zum 1.1.2001 ist der allgemeine Arbeitsmarkt maßgend für die Beurteilung der Erwerbsfähigkeit. Hier erübrigt sich die Angabe eines Verweisungsberufes. Vertrauensschutz genießt der Versicherte, der zum 1.1.2001 das 40. Lebensjahr bereits vollendet hat. Wer also vor dem 2.1.1961 geboren ist, kann noch auf einen sogenannten Berufschutz vertrauen. Im Ablehnugsbescheid ist dann ein Verweisungsberuf anzuführen, wenn der Versicherte vor dem 2.1.1961 geboren ist und einen Beruf als Facharbeiter oder einen Beruf mit entsprechender Qualifikation ausgeübt hat.

von
Ehefrau

Vielen Dank für die Antworten,
Es war aber, glaube ich was anderes gemeint. Mein Mann ist Jahrgang 58, aber er ist Aussiedler und hatte in der Jugend nie einen Beruf gelernt .
Es geht darum,das bei ihm viele Tätigkeiten ausscheiden, weil er das nicht arbeiten soll oder kann . Nicht immer sitzen, aber auch nichts heben, er hat auch einen Sprachfehler , der Arbeit am Telefon oder mit Kunden schwer macht. Unser Bekannter meint, wenn so viel zusammenkommt, muss geprüft werden, ob es irgendwelche Arbeitsplätze für ihn gibt. Deshalb muss ein Beruf genannt werden, den er ausüben kann ?

von
ottonormalVerbraucher

Hallo
Ihrem Mann muss KEINE Tätigkeit benannt werden°!
ABER sie müssen mit Hilfe DGB Rechtsschutz, VDK,SOVD, Sozialrechtsanwalt Beweisen das es für ihren Gatten keine Tätigkeit am Allgemeinen Arbeitsmarkt gibt!
Schwer aber nicht immer UNMÖGLICH!

Im Rest ihres Lebens Bedanken sie sich dann durch nicht Wahl bei der SPD!

von
Clara

Das Risiko der Arbeitsplatzvermittlung obliegt der Agentur für Arbeit und nicht dem Rentenversicherungsträger. Da Ihr Mann keinen Beruf erlernt hat, ist alles korrekt gelaufen, soweit sich das nach Ihrer Schilderung beurteilen lässt, wenn er auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wirklich mindestens drei Stunden erwerbstätig sein kann.

von
Schorsch

Zitiert von:

Im Rest ihres Lebens Bedanken sie sich dann durch nicht Wahl bei der SPD!

Was kann denn die SPD dafür, wenn jemand, der vor 1961 geboren wurde, keinen qualifizierten Beruf ausgeübt und somit keinen Anspruch auf BU-Rente hat?

Für Berufslose gab es auch nach dem alten Rentenrecht keine BU-Rente.

Die Hürden für eine volle EM-Rente sind nach dem neuen Rentenrecht sogar etwas niedriger als früher, wo es noch Erwerbsunfähigkeitsrenten gab.

Aber Hauptsache, man hat mal wieder gemeckert, was?

von
Clara

Zitiert von:

... wenn er auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wirklich mindestens drei Stunden erwerbstätig sein kann.

SECHS Stunden! Vertan...

von
Leser

Zitiert von: Ehefrau

Vielen Dank für die Antworten,
Es war aber, glaube ich was anderes gemeint. Mein Mann ist Jahrgang 58, aber er ist Aussiedler und hatte in der Jugend nie einen Beruf gelernt .
Es geht darum,das bei ihm viele Tätigkeiten ausscheiden, weil er das nicht arbeiten soll oder kann . Nicht immer sitzen, aber auch nichts heben, er hat auch einen Sprachfehler , der Arbeit am Telefon oder mit Kunden schwer macht. Unser Bekannter meint, wenn so viel zusammenkommt, muss geprüft werden, ob es irgendwelche Arbeitsplätze für ihn gibt. Deshalb muss ein Beruf genannt werden, den er ausüben kann ?

Dann würde ich einmal durch einen Rechtsbeistand oder unabhängigen Rentenberater prüfen lassen, ob nicht eine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen vorliegt, das wird bei der DRV gerne und oft vergessen.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_43R2.5.4

von
Ehefrau

Zitiert von: Leser

Dann würde ich einmal durch einen Rechtsbeistand oder unabhängigen Rentenberater prüfen lassen, ob nicht eine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen vorliegt, das wird bei der DRV gerne und oft vergessen.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_43R2.5.4

Ja,das ist schade, wenn Fragen genutzt werden, um anderes zu diskutieren. Es war mir schon wichtig.

Aber ich danke Leser, das ist, was gemeint war. Nun weiss ich den Fachbegriff und werde auch noch herausfinden, ob im Ablehnungsbescheid oder im Gutachten , wie unser Bekannter meint, Verweisungsberufe geprüft werden müssen.

von
Johanna

Zitiert von: Leser

[Dann würde ich einmal durch einen Rechtsbeistand oder unabhängigen Rentenberater prüfen lassen, ob nicht eine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen vorliegt, das wird bei der DRV gerne und oft vergessen.

Die Genannten haben m. E. gar nicht die Kompetenz, sowas zu überprüfen. Das kann nur ein Sozialmediziner!

Das wird auch nicht vergessen, sondern grundsätzlich immer geprüft! Das zeigt doch schon die Definition, was der Begriff "Erwerbsminderung" überhaupt bedeutet, nämlich die Auswirkungen der Gesundheitseinschränkungen in ihrer Gesamtheit und in ihrem Zusammenspiel (!) auf das verbleibende Leistungsvermögen. Wenn die Prüfung aber nicht im Sinne des Rentenbegehrenden ausfällt, ist es klar, dass dahinter natürlich stets Vorsatz und Böswilligkeit liegen...

von
Ehefrau

Den Tonfall in diesem Forum finde ich erschreckend. Johanna, ich habe kein Wort geagt von Vorsatz und Böswilligkeit. Ich habe eine sachliche Frage gestellt. In den Unterlagen , die wir einsehen durften, und das waren über 20 Seiten Gutachten, tauchte jedenfalls der Begriff nicht auf und es waren keine Verweisungstätigkeiten angegeben worden.

von
Johanna

Zitiert von: Ehefrau

Johanna, ich habe kein Wort geagt von Vorsatz und Böswilligkeit. Ich habe eine sachliche Frage gestellt.

Richtig, damit war auch der Beitrag von "Leser" gemeint, den ich ja zitiert habe.

von
Ehefrau

Zitiert von: Johanna

Zitiert von: Ehefrau

Johanna, ich habe kein Wort geagt von Vorsatz und Böswilligkeit. Ich habe eine sachliche Frage gestellt.

Richtig, damit war auch der Beitrag von "Leser" gemeint, den ich ja zitiert habe.

Immerhin war Leser der einzige user, der mir antworten konnte . Vorhin waren wir bei der LVA , und die haben minutenlang gesagt, da gebe es keine Regelung, und dann plötzlich gab es die doch. In Streitigkeiten will ich mich nicht einmischen , aber sehr bemüht kam uns das auch nicht vor . Jetzt wird aber eine Nachprüfung speziell zu dieser Thematik durchgeführt. , weil wir Druck gemacht haben.

von
Gigi

Zitiert von: Ehefrau

Immerhin war Leser der einzige user, der mir antworten konnte . Vorhin waren wir bei der LVA , und die haben minutenlang gesagt, da gebe es keine Regelung, und dann plötzlich gab es die doch. In Streitigkeiten will ich mich nicht einmischen , aber sehr bemüht kam uns das auch nicht vor . Jetzt wird aber eine Nachprüfung speziell zu dieser Thematik durchgeführt. , weil wir Druck gemacht haben.

Ich gehe mal davon aus das gegen den Bescheid Widerspruch erhoben worden ist.
In diesem Verfahren können Sie geltend machen das und warum eine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen vorliegt.
Erst dann stellt sich die Frage nach einem Verweisungsberuf.
Dem kann man folgen oder auch nicht, wird man vermutlich aber nicht.
Zumindest ist aus den bisherigen Äußerungen keine Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen ersichtlich.
Dann steht Ihnen der Rechtsweg vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit, jedenfalls bis zur 2. Instanz, offen.
Gigi

von
Johanna

Zitiert von: Ehefrau

Immerhin war Leser der einzige user, der mir antworten konnte .

Auch Clara hat Ihnen m. E. eine richtige Antwort gegeben. Dass diese nicht in Ihrem Sinne ausgefallen ist, macht diese nicht falsch oder unhilfreich. Insofern finde ich auch Ihren Ton langsam eher nicht mehr angemessen.

Da das Ganze nun offenbar ins Vorverfahren geht und noch einmal überprüft wird, ist der Thread nunmehr m. E. ausdiskutiert und ich verabschiede mich. Schönes Wochenende!

von
Ehefrau

Hallo Johanna,
Wissen sie, ob mir eine Antwort passt, darum geht es nicht. Ich denke, das hatte ich auch so dargestellt.
Es ist ja jetzt soweit geklärt, dass eben tatsächlich die Rentenprüfung nicht vollständig gewesen ist. Ob mein Mann dann doch Rente erhält, weiss ich nicht. Wir wollten nur, dass die Prüfung korrekt läuft. Es gibt wirkiich Menschen, die auch Ablehnungsbescheide akzeptieren können. Schade,welche Stimmung hier herrscht.

von
W*lfgang

Zitiert von: Ehefrau
Schade,welche Stimmung hier herrscht.
Ehefrau,

nach ein paar Jahren Mitlesen werden Sie feststellen, dass hier eigentlich eine ausgezeichnete Stimmung herrscht und Sie meistens auch zielführende Antworten erhalten.

So manche Einzelbeträge können schon mal entgleiten und/oder beim ersten Nachlesen 'einen dicken Hals' machen ...auf beiden Seiten, auch Situationsbedingt, wenn es gerade an allen Ecken und Enden brennt und Fragende _sofort_ eine passende Antwort 'verlangen'. Geduld und Nachfrage beiderseits führt da zu einem besserem Ergebnis :-)

(Und von den allseits 'beliebten' Foren-Trollen darf man sich schon gar nicht provozieren lassen.)

Gruß
w.