Verwirrung über Versorungsausgleich

von
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Ich war von 1989 bis 2004 verheiratet (Scheidung 2001 eingereicht, geschieden 2004). Ich habe einen Sohn mit meinem Ehemann, der ALLERDINGS SCHON !(/ GEBOREN IST: Ich habe auf Anraten meiner Anwältin Versorungsausgleich beantragt. Während meiner Ehe habe ich nur ca. 6 Monate in Teilzeit (4 Std.) gearbeit. 1990 wurde ich arbeitslos. Aufgrund einer schwerden Erkrankung bekam ich ab 1991 eine volle EU-Rente. Mein Mann hat bis 1998 Vollzeit gearbeitet und relativ gut verdient, dann wurde er arbeitslos. Jetzt hat er ebenfalls EU-Rente beantragt, und ich wurde benachrichtigt, dass ich ihm einen Ausgleich von 33,50 Euro zu zahlen hätte. Das trifft mich mit meiner kleinen Rente sehr hart. Ich kann das nicht begreifen, denn wie soll ich denn die Rentenanwartschaften während unserer Ehezeit erworben haben, ich habe doch gar nicht gearbeitet? Die meisten Entgeltpunkte ergeben sich bei mir aus beitragsfreien Zeiten. Was sind das für beitragsfreie Zeiten? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Ps. Ich habe natürlich den Bescheid über den Versorgungsdausgleich schon früher bekommen, war aber aufgrund einer schweren Erkrankung zu der Zeit gar nicht in der Lage, mich damit auseinanderzusetzen.

von
Galgenhumor

Hallo,
beitragsfreie Zeiten sind in Ihrem Fall insbesondere die in der EU-Rente enthaltene Zurechnungszeit. Ohne diese wäre Ihre Rentenleistung noch geringer ausgefallen. Entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, aber je früher eine med. Leistungsfall, in diesem Fall für die EU-Rente eintritt, desto länger ist die Zurechnungszeit, die sich auf die Rentenhöhe auswirkt.
Da Sie schon Rentnerin im Zeitpunkt der Scheidung waren, galt bis zum Renteneintritt Ihres GEschiedenen das Rentnerprivileg. Wären Sie erst nach der Scheidung erwerbsunfähig geworden, hätte sich der Versorgungsausgleich schon früher bemerkbar gemacht.

von
Sozialröchler?

Welche Zeiten das nun im Einzelnen sind, die in Ihre (fiktive) für den Versorgungsausgleich relevante Ehezeit fallen, können Sie dem Rentenbescheid doch entnehmen. Dort sind alle Zeiten im Versicherungsverlauf aufgeführt. Auch die Zurechnungszeit ist dort angegeben. Ihre Anwältin sollte Ihnen das ebenfalls erklären können. Anderenfalls hilft auch ein Anruf bei der Sachbearbeitung des zuständigen Rentenversicherungsträgers.

Die ehezeitlichen Anwartschaften beider Ehepartner werden verglichen und die höhere Anwartschaft um den hälftigen Wertunterschied zugunsten des Ehepartners mit den niedrigeren Anwartschaften gemindert (altes Recht bis 08/2009).

Experten-Antwort

Den bisherigen Antworten auf Ihre Anfrage kann ich mich nur anschließen.
Ergänzend noch der Hinweis, dass im Rahmen des Versorgungsausgleichsverfahrens erheblicher Schriftverkehr stattgefunden haben muss. Zum Einen haben Sie eine Aufrechnung Ihrer Ansprüche (während der Ehezeit) und zum Anderen eine Aufstellung zu den Ansprüchen Ihres (Ex-)Mannes bekommen. Hier sollte am klarsten erkennbar sein wie sich Ihre Rentenansprüche während der Ehezeit ergeben.
Und wie bereits von "Galgenhumor" erläutert, dürfte die Zurechnungszeit einen erheblichen Teil Ihrer Ehezeitansprüche ausmachen.