Verzweiflung wegen Ablehnungsbescheid

von
Frederic

Guten Tag,

vor ca. 2 Wochen habe ich zusammen mit dem Sachbearbeiter der DRV einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gestellt. Heute habe ich per Post eine Ablehnung bekommen. Ich zitiere nun aus drei Schreiben der DRV:

XX. August 2011: ,,Rentenbescheid''
,,Sehr geehrter Herr ..., aufgrund Ihres Widerspruchs vom XX.05.2011 erhalten Sie von uns RENTE WEGEN VOLLER ERWERBSMINDERUNG. Die Rente beginnt am XX.09.2010. Sie ist befristet und endet mit dem XX.04.2013.''

XX. Februar 2013: ,,Rentenbescheid''
,,Sehr geehrter Herr ..., Ihre Rente wegen voller Erwerbsminderung wir weiterhin auf Zeit bei zum XX.09.2015 geleistet.''

XX.01.2014:
,,Sehr geehrter Herr ..., nach den uns vorliegenden Unterlagen soll die Einleitung geeignter Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben geprüft werden. Für die Entscheidung hierüber ist unsere Zuständigkeit jedoch nicht gegeben.''
Nach § 11 des Sechsten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB VI) sind die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt, wenn Versicherte
-bei Antragstellung die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben
ODER
-BEI ANTRAGSTELLUNG EINE RENTE WEGEN VERMINDERTER ERWERBSFÄHIGKEIT BEZIEHEN
ODER
- als Überlebender Ehegatte wegen verminderter Erwerbsfähigkeit einen Anspruch auf große Witwenrente haben.

Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben werden an Versicherte auch erbracht, wenn
(...).

NACH UNSEREN FESTSTELLUNGEN SIND DIE VERSICHERUNGSRECHTLICHEN VORAUSSETZUNGEN NACH §11 DES SECHSTEN BUCHS SOZIALGESETZBUCH - SGB VI - NICHT GEGEBEN.''

Eigene Anmerkung: Die Unterlagen wurden von der Rentenversicherung an die Agentur für Arbeit weitergeleitet, da diese angeblich dafür zuständig sei.

Auf der Internetseite mit folgendem Link (http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/03_Familie_und_Kinder/02_Rehabilitationsangebote/02_berufliche_reha/berufliche_reha_node.html) bekomme ich die Information, dass die berufliche Rehabilitation, die sogenannte „Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben“, folgende versicherungsrechtlichen Voraussetzungen hat:

,,Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

Diese erfüllen Sie, wenn

Ihnen ohne diese Leistungen eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit gezahlt werden müsste oder die Leistungen unmittelbar im Anschluss an eine medizinische Rehabilitation erforderlich sind, um die Rehabilitation erfolgreich zu beenden.
Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits eine Wartezeit von 15 Jahren zurückgelegt haben.
Zu der Wartezeit von 15 Jahren zählen wir Pflichtbeiträge und freiwillige Beiträge, Kindererziehungszeiten und Zeiten aus dem Versorgungsausgleich mit.

EMPFÄNGER EINER ERWERBSMINDERUNGSRENTE ODER HINTERBLIEBENDE (...) ERFÜLLEN STETS DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE BERUFLICHE REHABILITATION (also für die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben; eigene Anmerkung).''

Wie passt das alles zusammen?

Wie kann ich vorgehen?

von
Frederic

Nachtrag: Ich möchte, dass die Leistungen z. T. a. Arbeitsleben von der Rentenversicherung finanziert werden, da mit wesentlich weniger Problemen als beispielsweise bei der Arbeitsagentur gerechnet werden kann (laut eines Rentenberaters). Es ist überdies vollkommen unverständlich, warum die DRV die Zuständigkeit überhaupt der Arbeitsagentur zuschiebt.

von
???

Für mich stellt sich die Frage, von welchem Ablehnungsbescheid Sie sprechen. Sie haben 2 Bewilligungen (Rente) bekommen und eine Information, dass Ihr LTA-Antrag weitergeleitet wurde. Das letzte ist KEIN Bescheid, Sie werden auch keine Rechtsmittelbelehrung darauf finden. Ein Widerspruch ist nicht möglich. Sie können höchstens in ein paar Tagen bei Ihrer AfA nachfragen, ob die die Weitergabe für korrekt ansehen. Falls nein, vielleicht fragt Ihr Sachbearbeiter bei der DRV nach, ob die den Antrag zurücknimmt. Ansonsten werden Sie mit der AfA leben müssen.

von
Frederic

Sie haben Recht: es ist kein Bescheid und es gibt keine Rechtsbelehrung. Aber warum wurde der Antrag weiter geleitet? Und was sind die Nachteile für mich, wenn ich nun von der Arbeitsagentur betreut werde? Wahrscheinlich will man mir gerade sämtliche Ansprüche wegnehmen und mich in irgendeinen 1€-Job drängen. Mit 26 und ohne Ausbildung!

von
Frederic

Denn ich erfülle ja die Voraussetzungen dafür, dass die Rentenversicherung die berufliche Reha genehmigt. Ist das eine willkürliche Entscheidung? Will die Rentenversicherung einfach nur Geld sparen?

von
Frederic

Denn ich erfülle ja die Voraussetzungen dafür, dass die Rentenversicherung die berufliche Reha genehmigt. Ist das eine willkürliche Entscheidung? Will die Rentenversicherung einfach nur Geld sparen?

von
KSC

Was für eine Maßnahme schwebt Ihnen denn vor?
Warum kam es denn nie zu einer Berufsausbildung?

Momentan sind Sie voll erwerbsgemindert und das noch knapp 2 Jahre - denken Sie wirklich, dass Sie gesund genug für eine Maßnahme sind, bei der es letztlich darum geht zu arbeiten? Ein 26 jähriger bekommt schließlich nicht umsonst die volle EM.

Wäre es nicht vielleicht besser sich neben der Rente einen 450 € Job zu suchen um auszutesten wie belastbar Sie sind?

von
Frederic

Mein Facharzt - und ich selbst auch - ist der Auffassung, dass ich mich über Maßnahmen (wie ein begleitetes Praktikum oder eine schulische Berufsausbildung) weiter stabilisieren werde. Meine Prognose ist seit jeher positiv und meine Gesundheit entwickelt sich kontinuierlich zum Guten. Noch ist es aber zu früh für z. B. eine 8-Stunden pro Tag, 40 Stunden Woche über 3 Jahre. Eine Job auf 450€ Basis kommt nicht infrage. Ich möchte unbedingt eine Ausbildung machen, um in einigen Jahren einem qualifizierten Beruf nachgehen zu können. Meine Ausbildung konnte ich nicht abschließen, da meine Erkrankung während dieser ausgebrochen ist. Was kommt nun auf mich zu?

von
Fliegenklatsche

Hoffentlich sind Sie sich auch darüber im Klaren, dass Ihnen Ihre Rente sofort entzogen wird, sobald Sie Ihre LTA-Maßnahme erfolgriech abgeschlossen haben.

Ich beziehe ebenfalls eine EM-Rente und werde noch nicht einmal eine medizinische Reha-Maßnahme beantragen, weil ich viel zu lange um meine Rente kämpfen mußte, als sie wegen so einer unsicheren Sache aufs Spiel zu setzen.

Es dürfte sehr schwierig sein, eine EM-Rente wieder zu erlangen, wenn diese erst mal futsch ist!

von
Frederic

Mein Arzt hat ein echt gutes Gespür und erkennt, wo ich gerade stehe und was für mich möglich ist. Ich arbeite jeden Tag hart daran, dass ich wieder gesund werde. Und die Maßnahme würde ideal für mich sein. Ich weiß, dass ich mich auch nicht übernehmen darf. Und diese Gefahr sehe ich bei der Maßnahme nicht. Was aber würde mich beim Arbeitsamt erwarten?

von
Frederic

Mein Arzt hat ein echt gutes Gespür und erkennt, wo ich gerade stehe und was für mich möglich ist. Ich arbeite jeden Tag hart daran, dass ich wieder gesund werde. Und die Maßnahme würde ideal für mich sein. Ich weiß, dass ich mich auch nicht übernehmen darf. Und diese Gefahr sehe ich bei der Maßnahme nicht. Was aber würde mich beim Arbeitsamt erwarten?

von
???

Ob Sie eine Umschulung von der DRV oder der AfA bekommen, ist doch eigentlich egal. Beide haben sich nach den selben Vorschriften zu richten (SGB IX). Unterschiede, welche Maßnahmen Sie angeboten kriegen oder wie "leicht" Sie in eine Maßnahme kommen, gibt es immer. Das hängt zum einen von regionalen Möglichkeiten ab, der eine Sachbearbeiter ist gr0ßzügiger als der Kollege, usw. Ob Sie's bei der DRV besser getroffen hätten, lässt sich kaum sagen.
Für eine Umschulung wird normalerweise verlangt, dass Sie vollschichtig arbeiten können. Vielleicht waren Sie mit Ihrem Antrag für Ihr Ziel etwas früh dran.

von
Frederic

Das kann gut sein - so gut kenne ich mich leider nicht aus. Aber mir wurde halt gesagt, dass es insgesamt alles komplizierter und schwieriger bei der Arbeitsagentur ist. Vor allem wurde mir aber auch gesagt, dass ich mehr Geld zum leben hätte, wenn die Renterversicherung Maßnahme finanziert (Übergangsgeld). Das wäre ja auch schon wieder problematisch. Wie viel Geld bekomme ich bei der DVR und wie viel bei der Arbeitsagentur? Gibt es Unterschiede in der Durchführung der Maßnahme (Arbeitserprobung, längere Wartezeiten, usw)?

von
Frederic

Übergangsgeld werde ich wohl von der Arbeisagentur keines bekommen (von der DRV hätte ich Übergangsgeld bekommen). Wird die Maßnahme über die Arbeitsagentur ablaufen, werde ich wohl nur das Arbeitslosengeld II bekommen (391,- ?). Kommt da noch etwas hinzu? Bei der DRV läge ich bei 1.120 bis 1.400 Euro. Das ist unglaublich.

von
Frederic

Übergangsgeld werde ich wohl von der Arbeisagentur keines bekommen (von der DRV hätte ich Übergangsgeld bekommen). Wird die Maßnahme über die Arbeitsagentur ablaufen, werde ich wohl nur das Arbeitslosengeld II bekommen (391,- ?). Kommt da noch etwas hinzu? Bei der DRV läge ich bei 1.120 bis 1.400 Euro. Das ist unglaublich.

von
Frederic

Nun bin ich im Internet fündig geworden:

Es gibt keinen Grund dafür, dass die Agentur für Arbeit jetzt zuständig ist, da ich ja schon zuvor Ansprüche bei der Rentenversicherung aufgebaut habe.

von
mare

Zitiert von: Frederic

Nun bin ich im Internet fündig geworden:

Es gibt keinen Grund dafür, dass die Agentur für Arbeit jetzt zuständig ist, da ich ja schon zuvor Ansprüche bei der Rentenversicherung aufgebaut habe.

... das mag richtig sein. Aber selbst wenn die AfA den Antrag an die DRV "zurückgeben" sollte, wird die DRV Ihren Antrag auf Teilhabeleistungen wohl in Anbetracht der auf Zeit gewährten Rente ablehnen... Ich würde daher 1/4 Jahr vor dem Wegfall der Rente einen erneuten LTA-Antrag stellen (anstelle eines Weitergewährungsantrages). Dann stehen die Chancen sicherlich gut für Sie.

von
Frederic

Was denken Sie, ob es wahrscheinlich ist, dass die AfA den Antrag zurückgibt und dass die DRV den auch wieder annimmt? :)

von
mare

Zitiert von: Frederic

Was denken Sie, ob es wahrscheinlich ist, dass die AfA den Antrag zurückgibt und dass die DRV den auch wieder annimmt? :)

Muss nicht, kann aber sein. Theoretisch ist die AfA nunmehr zweitangegangener Träger und eigentlich verpflichtet, zu entscheiden. Letztlich ist es für Sie doch aber egal, von wem Sie eventuell die Teilhabeleistung (Ausbildung) bekommen. Zumindest bei der Übergsangsgeldhöhe sollten sich hier keine Unterschiede ergeben, da die Berechnungsgrundlage hierfür dieselbe sein müsste. Hier kann der Experte vielleicht näher ausführen.

von
Frederic

Zunächst einmal schon an dieser Stelle vielen Dank für Ihre Antworten. Ein wenig beruhigter bin ich schon. Dennoch gibt es 2 Befürchtungen: 1. Ich habe gehört, dass das Arbeitsamt ganz grob die Unterscheidung vornehme zwischen arbeitsunfähig und arbeitsfähig. Die erste Gruppe bekomme Arbeitslosengeld II/Hartz IV. Bei der Letzteren stehe nicht die Förderung (z. B. In Form von Leistungen zur Teilhabe) im Vordergrund, sondern eher ,,Was kann diese Person mit seinem verbliebenen Fähigkeiten noch machen" (1€ Job, Erntehelfer, ..). Daher bezweifle ich, dass ich dort Oberhaupt eine Leistung erhalten. -Ganz nebenbei: Wahrscheinlich fällt meine EM Rente auch sofort weg, wenn ich etwas bei der AfA anfange- (meine Annahme). 2. Das Übergangsgeld wird von der AfA nur unter bestimmten Voraussetzungen gezahlt (die ich alle nicht erfülle, siehe: Internetpräsenz der AfA). Ich denke, beide Befürchtungen sind nicht ganz unrealistisch.