Viel im Ausland gearbeitet

von
John di Stefano

Die ersten 30 Jahre meines Lebens habe ich in Deutschland verbracht und bin dann nach England, Spanien, wieder England, zurück nach Deutschland (Grenzgänger Luxemburg) und werde ab nächstes Jahr in Belgien tätig sein.
Jetzt bin ich mir nicht sicher wo ich mir die Jahre anschreiben lassen soll.
Wenn ich alle Daten bei der Deutschen Rentenversicherung eintragen lasse, aber dann später meine Rente lieber in Belgien erhalten möchte, kann ich dass dann einfach da rüber portieren?
Ich habe noch ein bisschen Zeit und werde wohl noch 15 Jahre arbeiten müssen, bevor ich meine Rente erhalte.
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr di Stefano,

aufgrund der europäischen Regelungen haben Sie in jedem Land, in dem Sie Rentenbeiträge zahlen, einen eigenen Rentenanspruch.

Jedes Land zahlt nach seinen eigenen Rechtsvorschriften und ggf. auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Ein Übertrag von Rentenanwartschaften von einem ins andere Land ist nicht vorgesehen/ möglich.

Für die Prüfung, wann Sie in jedem einzelnen Land in Rente gehen können, werden die Jahre und Monate aller europäischen Länder zusammengerechnet. Nur die Monate, nicht das Geld / die Beiträge.

Beispiel: Wenn Sie in Deutschland vorzeitig in Rente gehen möchten, benötigen Sie mindestens 35 Versicherungsjahre. In diesem Fall in der EU. Haben Sie diese, zahlen wir dann die Rente nur aus den deutschen Zeiten.

Umgekehrt geht England, Spanien, Belgien und Luxemburg genauso vor.

Die Rentenanträge sind später beim Rentenversicherungsträger des Wohnsitzstaates zum Zeitpunkt der Antragstellung zu stellen.

Unter den ausländischen Rentenversicherungsträgern findet spätestens dort ein Datenabgleich statt.

Mit freundlichen Grüßen

von
KSC

Dann sollten Sie sich vor allem rechtzeitig um die Klärung der Zeiten in jedem Land kümmern, also sich von jedem Land einen Versicherungsverlauf anfordern und auf Vollständigkeit prüfen, damit Sie dann wenn es an den Rentenantrag geht für jedes Land in dem Sie gearbeitet haben schon alles parat haben.

Dort wo Sie später mal wohnen stellen Sie den Gesamtrentenantrag, der Wohnsitzstaat informiert dann die anderen 4 Staaten und Sie erhalten dann 5 Rentenbescheide aus den 5 Ländern (vielleicht werden es ja auch noch mehr Länder, die EU ist groß).

Viel Spaß, Sie werden auf Lebzeiten damit beschäftigt sein, weil die 5 Länder die Renten sicher zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Prozentsätzen erhöhen, eventuell jährlich Lebensbescheinigungen fordern und anderes.

Und dass jeder der Staaten vielleicht andere Altersgrenzen für die Rente hat oder Invalidität verschieden bewertet, ist ein besonderes Schmankerl. Es ist in der Praxis immer nett, wenn ein Staat die Erwerbsminderungsrente voll zahlt und ein anderer die Rente ablehnt, weil der Kunde dort nicht für erwerbsgemindert erachtet wird.

:)

von
John di Stefano

Also wenn ich das richtig verstehe, läuft das so:
Ich besorge mir die Auflistung der gearbeiteten Monate von den Rentenversicherungen in dem jeweiligen Land.

Nehmen wir an ich möchte in Belgien in Rente gehen, habe also dort meinen Wohnsitz gemeldet. Nehmen wir auch an das ich zu dem Zeitpunkt 65 Jahre alt bin und etwa 40 Jahre gearbeitet habe.

Ich reiche meine Rente also in Belgien ein und lege denen die Zeiten der anderen Länder vor. Die berechnen die Rente dann so als ob ich über den gesamten Zeitraum in Belgien gearbeitet habe, aber kalkulieren allerdings nur die in Belgien gezahlten Beiträge zur Rentenberechnung.

Das mache ich dann in allen Ländern in denen ich gearbeitet habe und beziehen dann Renten aus 5 verschiedenen Ländern.

Ich hoffe soweit habe ich das richtig verstanden.

Wie würde das denn in England laufen, wo es nur eine Einheitsrente gibt, unabhängig von den gezahlten Beiträgen?

Ich habe mir schon mal erklären lassen, dass es in einigen Ländern einen Mindestarbeitszeitraum gibt um Rentenanspruch zu haben. Das könnte bedeuten dass ich eventuell in einigen Ländern keinen Anspruch habe, da ich dort nur kurzfristig (

von
John di Stefano

Also wenn ich das richtig verstehe, läuft das so:
Ich besorge mir die Auflistung der gearbeiteten Monate von den Rentenversicherungen in dem jeweiligen Land.

Nehmen wir an ich möchte in Belgien in Rente gehen, habe also dort meinen Wohnsitz gemeldet. Nehmen wir auch an das ich zu dem Zeitpunkt 65 Jahre alt bin und etwa 40 Jahre gearbeitet habe.

Ich reiche meine Rente also in Belgien ein und lege denen die Zeiten der anderen Länder vor. Die berechnen die Rente dann so als ob ich über den gesamten Zeitraum in Belgien gearbeitet habe, aber kalkulieren allerdings nur die in Belgien gezahlten Beiträge zur Rentenberechnung.

Das mache ich dann in allen Ländern in denen ich gearbeitet habe und beziehen dann Renten aus 5 verschiedenen Ländern.

Ich hoffe soweit habe ich das richtig verstanden.

Wie würde das denn in England laufen, wo es nur eine Einheitsrente gibt, unabhängig von den gezahlten Beiträgen?

Ich habe mir schon mal erklären lassen, dass es in einigen Ländern einen Mindestarbeitszeitraum gibt um Rentenanspruch zu haben. Das könnte bedeuten dass ich eventuell in einigen Ländern keinen Anspruch habe, da ich dort nur kurzfristig (weniger als 6 Monate) gearbeitet habe
Ist das richtig?

Vielen Dank für die Antworten :-)

von
KSC

Im Grund verstehen Sie das richtig.
Jedes Land zahlt separat.
Wenn es um Mindestzeiten geht, werden die Zeiten aller Vertragsstaaten zusammengerechnet.

Es kann in einzelnen Staaten eine Mindestzeiten geben (Schweiz beispielsweise 12 Monate) unter der das Land nichts zahlt - dann müsste ein anderer Staat das übernehmen.

Wie England das alles rechnet, müssen Sie die britischen Kollegen fragen.... Dafür ist die DRV nicht zuständig - deshalb wünschte ich viel Spaß bei den Erkundigungen.