volle Erwerbsminderung

von
Franklin

Hallo,
meine Freundin erhält ab 1.Januar 2010 eine volle Erwerbsminderungsrente.
Das Krankengeld läuft am 20.01.2010 aus.
Würden sie mir dazu raten auf dem Arbeitsamt einen Antrag auf Nahtlosigkeitsgeld zu stellen,wenn wir auch nur für ein paar Tage dieses Geld bekämen,die Rente wird ende des Monats überwiesen,das heißt ab 20.01.10 bis ende Januar hätten wir kein Geld.Ich denke das man vom AA einen Vorschuß erhalten kann.
Ich hätte gerne gewußt ob eine Volle Erwerbsminderungsrente wieder aufgehoben werden kann ,wenn sich die Arbeitsleistung meiner Freundin wieder normalisieren würde.(Sie hat Krebs)
ist es denn generell möglich diese Rente zu stoppen und eine Wiedereingliederung zu beginnen ,wenn es der Gesundheitszustand wieder erlauben würde.
Auf jeden Fall denke ich ,das ich einen Antrag auf Grundsicherung stellen werde.
Ein paar Informationen würden mir sicher helfen.
MFG Franklin

von
Jack

Hallo Franklin,

wenn Ihre Freundin einen Bescheid der DRV hat, lt. diesem ab dem 01.01.2010 eine volle Erwerbsminderungsrente gezahlt wird, dann ist es wenig sinnvoll noch einen Antrag bei der Arbeitsagentur zu stellen.
Selbst das Krankengeld, welches Sie evtl. noch bis zum 20.01.2010 bekommen sollte, würde dann mit der Rentenzahlung (oder mit einer eventuellen Rentennachzahlung) verrechnet.
Inwiefern Sie nun einen Antrag auf Grundsicherung stellen wollen, weiß ich nicht. Dies wäre nur sinnvoll, wenn die zu erwartende EM-Rente zu gering ist.
Wenn natürlich zu erwarten ist, dass Sie sich während der Zeit ohne Bezug von Leistungen (also ggf. vom 20.01.2010 bis zum 31.01.2010 nicht mehr ernähren kann oder sonstige gravierende Nachteile entstehen (Mietrückstände, Energieunterbrechung), dann empfehle ich Ihrer Freundin eine Nachfrage beim Sozialamt, die eventuell mit einen zurückzuzahlenden Vorschuss aushelfen können.

von
Auskenner

Warum sollte die AfA denn einen Vorschuß zahlen ?

Ab BEGINN der EM-Rente
( 1.1.2010 ) ist die AfA für ihre Freundin doch überhaupt nicht mehr zuständig !

Außerdem entsteht doch auch gar keine Zahlungslücke!

ALG I nach der Nahtlosigkeitsregelung bekommt man nur dann und vor allem nur solange, bis über einen EM-Antrag seitens der RV noch n i c h t entschieden wurde !

Da ihre Freundin aber anscheinend schon den Rentenbescheid zum 1.1.10 vorliegen hat, hat die AfA mit ihrer Freundin nichts mehr am Hut und Sie kann sich den Weg zur AfA definitiv sparen.

Die 1. Rente ( also die Januar Rente ) wird dann nachschüssig Ende Januar - am 29.1.10 um konkret zu sein - ausgezahlt.

Bis per 31.12. erhält ihre Freundin ja außerdem die Krankengeldzahlung . Ab 1.1.10 also dem Beginn der Berentung wird die Krankenkasse kein Krankengeld mehr auszahlen !

Ihre Freundin kann also dann am 31.12. noch zum Arzt gehen und den Krankengeldauszahlschein per 31.12. ausfüllen lassen und bekommt dann doch das KK-Geld für den Dezember ca. Mitte Januar ausgezahlt.

Das heißt konkret bekommt ihre Freundin im Januar sogar dann 2 Zahlungen ( 1 x KK-Geld Mitte des Monats und 1 x die Rente Ende des Monats )

Die " Lücke " die sie da sehen - also vom 20.1. ( Ende der theoretischen KK-Geldzahlung ) bis zur Rentenauszahlung 30.1. Ende Januar gibt es also gar nicht !

Im Gegenteil gibt es eine sauberere Lösung wie bei ihrer Freundin ( bis 31.12. KK-Geld und dann ab 1.1. Rente ) gar nicht.

Millionen Arbeitnehmer bekommen ihr Geld übrigens immer nur rückwirkend und zum Monatsende und müssen bis dahin mit dem alten Gehalt auch 1 Monat lang auskommen....
Insofern ist ihre Problematik bzw. die ihrer Freundin überhaupt nicht nachvollziehbar.

Anspruch auf Grundsicherung hat ihre Freundin übrigens nur bei einer unbefristeten EM-Rente.
http://de.wikipedia.org/wiki/Grundsicherung_im_Alter_und_bei_Erwerbsminderung

Für ihre Freundin käme dann nur die Hilfe zum Lebensunterhalt in Betracht
http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe_zum_Lebensunterhalt

Alles Gute für Sie und ihre Freundin.

von
Franklin

Hallo Auskenner,
nur um allen Mißverständnissen vorzubeugen,der genaue Wortlaut des Schreibens der DRV lautet:
Mitteilung über die vorläufige Leistung........
......auf ihren Antrag vom 01.09.09 erhalten sie von uns RENTE WEGEN VOLLER ERWERBSMINDERUNG.

Die Rente beginnt am 01.09.09.Sie wird längstens bis zum 31.03.2022(Monat des ereichens der Regelaltersgrenze)gezahlt.
Für die Zeit ab 01.01.2010 werden laufend monatlich 218,.€ gezahlt.(das ist eine so geringe Rente,weil meine Freundin in Deutschland nur 13Jahre gearbeitet hat,während sie in Slovenien 23 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat.Das Rentenverfahren in Slovenien ist bereits eingeleitet worden.Dauert erfahrungsgemäß ein wenig bis dies zu einem Ende kommt.)
Was ich jetzt nicht verstehe lieber Auskenner,sie schreiben das die KK nur bis zum 31.12.09 KG zahlt.Die KK schreibt aber ,das sie bis zum 20.01.10 KG zahlt und sie ab 21.01.10 die Zahlung einstellen wird.
Was die AfA betrifft,so dachte ich wir müssten diesen Schritt gehen um nicht nach dem 20.01.10 ohne Krankenversicherung da zu stehen.Meine Freundin war bisher bei der AOK versichert,bleibt sie das auch weiterhin wenn sie in Rente geht?muß ich der DRV gesondert mitteilen,das meine Freundin weiterhin bei der AOK versichert sein möchte?
Eine letzte Frage,muß ich (sie steht immer noch in einem Arbeitsverhältnis)ihrem Arbeitgeber über den Rentenbescheid informieren?
MFG Franklin

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo, Franklin,

den Ausführungen von Auskenner stimme ich zu.
Bezüglich der Fragen zur Krankenkasse wenden Sie sich bitte auch an diese.
Da es sich um eine unbefristete EM-Rente handelt, sollten Sie einen Antrag auf Grundsicherung stellen.

von
Auskenner

Normalerweise wird ihre Freundin ab Rentenbeginn in der KVdR ( Krankenversicherung der Rentner ) versichert sein - wenn denn die Bedingungen für diese Pflichtversicherung dazu von ihr erfüllt sind
( 9/10 Vorversicherungszeitraum in der gesetzl. Krankenkasse )

Und zwar ab 1.1.10 - auch dort entsteht dann normalerweise keine Lücke, wie Sie sie hier wieder
" konstruieren "....

Formulare für die KVdR müssten Sie eigentlich schon mit dem Rentenbescheid erhalten haben. Sonst fordern Sie diese bitte bei ihrer RV an.

siehe auch hierzu :
http://www.rententips.de/rententips/lexikon/index.php?index=2120

Für Januar bekommt Sie mit Sicherheit kein Krankengeld mehr ausgezahlt, da Sie nicht 2 Leistungen gleichzeitig ( KK-Geld UND Rente ) erhalten kann !

Die Krankenkasse weiß ja auch von dem Rentenbescheid....

Die Krankenkasse wird auch
eine event. Rentennachzahlung
mit dem gezahlten Krankengeld im Rentenbezugszeitraum ( wenn sich KK-Geld und Rente überlappen ) verrechnen.

Die Krankenkasse holt sich jeden möglichen Cent des Krankengeldes welches ab Rentenbeginn gezahlt wurde wieder. Allerdings nur aus einer ventuellen Rentennachzahlung - niemals von dem Versicherten selber !

Die Zuerkennung der vollen EM -Rente hat keine automatischen Auswirkungen
- wie etwa eine Beendigung - auf das Arbeitsverhältnis
( es sei denn, der individuelle Arbeits-/Tarifvertrag sagt dazu etwas anderes aus oder sie arbeitet im öffentlichen Dienst )

Allerdings wird ihrer Freundin bei einer unbefristeteten EM-Rente nichts mehr von einem nur noch auf Papier existierendem Arbeitsverhältnis haben, sodass es sich schon empfhielt mit dem AG Kontakt aufzunehmen und die Sache zu besprechen und dann gegeb. auch zu beenden.

Vielleicht kündigt der AG ja auch von sich aus, sobald er von der Zuerkennung der Dauerrente erfährt.

von
Schade

zum Arbeitsverhältnis:

Würde es nicht schon dem Gebot der Fairnes entsprechen, den Arbeitgeber zu informieren, dass man eine unbefristete volle Rente bekommt und dort nicht mehr zum Arbeiten kommt?