Volle Erwerbsminderung

von
Johann Gutrung

Hallo alle zusammen,
bin Jahrgang 1957, beziehe seit 2007 Rente wegen Voller Erwerbsminderung. Bisher immer befristet. Ab 01.10.2010 auf unbestimmte Zeit. Nun möchte ich einen Minijob annehmen. Die Arbeitszeit beträgt unregelmässig 2 bis 3 mal pro woche max. 2,5 bis 3,0 Stunden pro Tag. Die 400€-Grenze wird eingehalten. Jetzt habe ich folgender Text bei der DRV gefunden:

Medizinische Voraussetzungen
Die medizinischen Voraussetzungen für eine volle Rente wegen Erwerbsminderung liegen bei Ihnen vor, wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als 3 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können.

Ist es so, daß 2,9 Stunden zulässig sind?
3,0 Stunden sind nicht mehr zulässig?
Für eine Antwort bin ich sehr dankbar.

Viele Grüße ----Johann

von
Klemens

" Ist es so, daß 2,9 Stunden zulässig sind?
3,0 Stunden sind nicht mehr zulässig? "

Ja, ganz exakt ausgelegt ist das so.

Unter 3 Stunden heisst 2 Stunden und 59 Minuten.
Ab 3 Stunden und darüber - kann - es Probleme geben.

In aller erster Linie interessiert in diesem Zusammenhang aber die RV erstmal nur der Verdienst. Der Verdienst wird der RV ja auch vom Arbeitgeber automatisch gemeldet.
Und wenn dieser unter der 400 Euro Grenze bleibt wird nichts passieren.

Dann interessiert das auch niemanden ob Sie an einem Tag vielleicht auch mal 3,5 Stunden arbeiten, zumal die RV davon ja auch im Normalfall keine Kenntnis erhält...

Ein Mehrverdienst über dei 400 Euro Grenze hinaus, würde aber auch nicht zwangsläufig und immer zur Aberkennung der EM-Rente führen , sondern erstemal nur zu deren Kürzung .

Natürlich könnte ganz theoretisch betrachtet die RV bei Kenntnis
darüber , das Sie z.b. permament mehr als 3 Stunden tägl. arbeiten dann jederzeit eine erneute Überprüfung ihrer unbefristeten EM-Rente anordnen.

Sollte das Rentenüberprüfungsverfahren dann ergeben , das Sie nicht mehr erwerbsgemindert sind , würde ihnen tatscählich dann die EM-Rente wieder entzogen.

Denken Sie bitte daran auch eine unbefristete EM-Rente ist nicht sicher und kann jederzeit ( und wird auch regelmäßig von einigen Regionalträgern der RV ) überprüft werden .

Im Überprüfungsverfahren muß auch ein Formular an den Arbeitgeber gesandt werden, der dort dann ganz konkrete Angaben zu ihrem Verdienst und vor allem auch zu ihrer täglichen/wöchentlichen Arbeitszeit machen muß !

Und dann spätestens fliegt eine zumindest permanente Mehrarbeit über 3 Stunden sowieso auf...

von
Klemens

Ergänzend wäre noch zu erwähnen, das die Überprüfung ihrer EM dann auch ( statt einer kompletten Aberkennung ) auch zu einer " Rückstufung " in eine teilweise EM-Rente führen könnte.

Wenn man mehr als 3 Stunden aber unter 6 Stunden arbeitet, ist man ja nicht mehr voll erwerbsgemindert sondern nur teilweise.

Experten-Antwort

Ich verweise auf die Vorbeiträge, gebe jedoch auch zu bedenken, dass je nach Art der Tätigkeit (auch wenn diese für einen zeitlichen Umfang von weniger als 3 Stunden täglich ausgeübt wird) für die Gewährung einer Rente wegen voller Erwerbsminderung schädlich sein kann, auch wenn natürlich aufgrund des Einhaltens der Hinzuverdienstgrenze nicht sofort eine Arbeitgeberanfrage erfolgen sollte, sondern dies ggf. erst zu dem dafür vorgesehenen Termin von Ihrem Rentenversicherungsträger veranlasst wird. Auf der sicheren Seite sind somit immer dann, wenn Sie der Rentenversicherung rechtzeitig Kenntnis über Ihre (auch weniger als 3 Stunden täglich ausgeübte) Beschäftigung geben, so dass dieser die Auswirkungen prüfen und Ihnen dann mitteilen kann, ob der Anspruch auf die voller Erwerbsminderungsrente weiterhin besteht.