Volle Erwerbsminderung ruhender Arbeitsvertrag trotzdem arbeiten ?

von
b.sucher

Hallo,
ich bin in voller Erwerbsminderungsrente (befristet), durch meinen Arbeitsvertrag ist festgelegt, das in diesem Fall der Arbeitsvertrag ruht. Mein AG bietet mir keine Beschäftigung (2.99Std/Tag) an. Da meine Rente aber zu gering ist, um davon meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, muss ich mich nach einem Job umschauen. Meine Frage daher: Kann ich trotz ruhendem Arbeitsvertrag einen anderen AV unterschreiben ? Falls es für die Fragestellung wichtig ist: habe einen GDB von 50. Danke schon mal im vorraus

von
Schorsch

Zitiert von: b.sucher

Mein AG bietet mir keine Beschäftigung (2.99Std/Tag) an.

Grundsätzlich kann Ihnen niemand verbieten, im Rahmen Ihres Restleistungsvermögens zu arbeiten.

Wenn man allerdings mehr als "2,99 Std/Tag" arbeiten könnte, es aber nur deshalb nicht macht, weil man es nicht "darf", wurde das Leistungsvermögen offenbar falsch eingeschätzt.

Die DRV könnte hellhörig werden und ein paar unangenehme Fragen stellen.

Zitiert von: b.sucher

habe einen GDB von 50.

Warum sollte das wichtig sein?

Ich habe einen GdB 60 mit Mz. "G" und bin trotzdem noch vollschichtig leistungsfähig.

von
b.sucher

Leider sind Sie nicht auf meine eigentliche Frage eingegangen. Natürlich darf ich grundsätzlich arbeiten, zumindest die von mir noch schaffbaren 3 std. Geht nicht um können oder dürfen, das ist geklärt. Meine Frage ist, ob ich trotz des ruhenden Abeitsvertrages einen weiteren AV unterschreiben darf bzw. welche Auswirkungen das dann hätte.

von
Schilas Mama

Hallo b. Sucher,

zunächst müssen Sie beachten, dass Sie unter der Stundenzahl, von 3,00 Std. bleiben, sollten es doch eventuell 2 Std und 45 Minuten sein, da rechnet es sich für das Personalbüro mit 2,75 Std. einfacher. Einen Mitarbeiter mit 2,99 Std, och neee, sagt da schon mal der Arbeitgeber.

Weiterhin sollten Sie Ihre Hinzuverdienstgrenze nicht außer Acht lassen, sofern Sie eine zusätzliche Beschäftigung aufnehmen werden bzw. können.

Ihre Frage zum Arbeitsvertrag bezieht sich auf das Arbeitsrecht und kann im Rentenversicherungsforum nicht beantwortet werden.

Ob eine Nebenbeschäftigung ausgeübt werden darf, ist im Arbeitsvertrag bzw. in den Tarifverträgen geregelt.
Da müssten Sie mal nachschauen oder sich eventuell mit der Personalabteilung Ihres Arbeitgebers in Verbindung setzen.

Ohne Genehmigung ist ein Nebenjob wohl nicht zu empfehlen, denn falls es Ihnen wieder besser geht .......... wie mag der Arbeitgeber reagieren.

Eventuell sollten Sie auch mal beim Sozialamt Ihrer Gemeinde vorsprechen.

von
b.sucher

Vielen Dank, Schilas Mama,
das mit den 2,99 bzw. 2,45 std ist ein guter tipp. Auch auf das Sozialamt wäre ich nicht gekommen, mal sehen, was die mir da helfen können. Und wegen meiner Frage muss ich mich wohl mal woanders umsehen. danke fürs lesen/helfen

von
W*lfgang

Zitiert von: Schilas Mama
Eventuell sollten Sie auch mal beim Sozialamt Ihrer Gemeinde vorsprechen.
Schilas Mama,

...weswegen? Grundsätzlich geht es dort im klassischen Sinne doch um Sozialhilfe / Grundsicherung / Asylbewerberleistungen / Hilfe in Einrichtungen (Pflege), auch Seniorenservice und Pflegestützpunkt, Wohngeld, Bafög, und die Schwerbehindertenbeauftrage hat dort auch ein warmes Zimmerchen - also bei 'größeren' Gemeinden. ...wenn b.sucher dort mit seinen Fragen aufläuft, werden die etwas merkwürdig schauen ;-)

Wenn Sie damit meinen, da/in der Gemeinde habens auch den Rentenfuzzi mit seinen 15 % Arbeitsanteil gemessen an seinen anderen Aufgaben hingesteckt - und der dann 5 1/2 Anträge im Monate 'weiterschickt' und das SGB für eine 'Sehr Gute Buchstütze' hält - nun, dann wäre b.sucher zu raten, sich besser einen Taschenatlas zu besorgen und das nächste Rathaus im Landkreis oder kreisfreier Stadt ausfindig zu machen, wo ein Versicherungsamt ist. Aber auch da gibt’s es keine fundierten Auskünfte zu arbeitsrechtlichen Fragen, schon gar nicht zu (erlaubten?) Nebentätigkeiten.

Gruß
w.

von
Knobloch

@ Wolfgang,
ich bin erstaunt, was soll das?
Warum so abwertend und unhöflich?

Mit dem Hinweis auf das Sozialamt ist mit Sicherheit gemeint das geprüft werden soll ob ggfls. Zuschüsse, Grundsicherung o.ä. genehmigt werden könnten so dass ein Nebenjob vermieden werden kann. Keiner der EMR bezieht geht aus Jux und Dollerei einem Nebenjob nach, die meisten brauchen dies um zu "überleben". Und jedem zu unterstellen das er dadurch dann die EMR zu unrecht erhält finde ich äußerst anmaßend.

Experten-Antwort

Hallo b.sucher,

im Rahmen der Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit sollten Sie die monatliche Hinzuverdienstgrenze von aktuell 450 Euro beachten. Bei welchem Arbeitgeber Sie diesen Hinzuverdienst erwirtschaften ist für die gesetzliche Rentenversicherung nicht erheblich.
In welcher Form eine Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber Ihren ruhenden Arbeitsvertrag beeinträchtigen könnte, können wir seitens der gesetzlichen Rentenversicherung nicht beurteilen. Hierzu wenden Sie sich bitte an Ihren Arbeitgeber oder an einen Arbeitsrechtler bzw. an die Gewerkschaft/ den Personalrat.

von
W*lfgang

Zitiert von: Knobloch
@ Wolfgang, ich bin erstaunt, was soll das? Warum so abwertend und unhöflich?
Knobloch,

klang das wirklich so 'abwertend'? Sorry. Aber, da bereits eine EM läuft, wird sich b.sucher bereits ab Beginn dieser Rente Gedanken gemacht haben (eigentlich schon vorher, dafür gibt es ja die Renteninformationen mit Aussagen zur EMRT-Höhe) - wenn's nicht reicht, wo können zusätzliche Gelder herkommen, natürlich nur über den Weg Sozialamt/Sozialhilfe/Wohngeld. Ich haben den Hinweis daher nur im Kontext 'Nebenjob' gesehen.

Aber wenn der Hinweis von Schilas Mama dazu geeignet war, allgemein auch auf ergänzende Leistungen des Sozialamtes aufmerksam zu machen, ist doch alles gut.

Gruß
w.
...Text pur oder 2 lebende Augen vor einem lassen schon mal 2 Deutungen zu, so dass Missverständnisse aufkommen.

von
b.sucher

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Knobloch,

klang das wirklich so 'abwertend'? Sorry. Aber, da bereits eine EM läuft, wird sich b.sucher bereits ab Beginn dieser Rente Gedanken gemacht haben (eigentlich schon vorher, dafür gibt es ja die Renteninformationen mit Aussagen zur EMRT-Höhe) - wenn's nicht reicht, wo können zusätzliche Gelder herkommen, natürlich nur über den Weg Sozialamt/Sozialhilfe/Wohngeld.

Hallo W*lfgang, freundlich sieht anders aus ;) Aber geht auch schlimmer, also nix für ungut. Bei mir ging das mit der Rente ganz fix, zwischen Antragstellung und dem Renteneintritt lagen 3,5 Monate. Bis Mitte Dez. lies mein AG mich auch noch in dem Glauben, das ich entsprechend meinem Leistungsvermögen weiterhin beschäftigt werde (eben die 3 Std/Tag). Leider hat der AG sich dann Anfang des Jahres entschlossen, mir diese Möglichkeit doch nicht zu gewähren