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Volle Erwerbsminderungsrente

von
Ute P.

Hallo, ich bin 54 Jahre und vor fast genau 3 Jahren bin ich an einem Magen-Ca. erkrankt mit
anschließender Operation und 4/5-Resektion des Magens. Im März 2010 kam dann noch ein malignes Melanom hinzu.
Bis dahin hatte ich eigentlich vor, meine Arbeit wieder aufzunehmen.
Auf Anraten meines behandelnden Arztes und meiner Psychotherapeutin habe ich dann einen Antrag auf volle Erwerbsunfähigkeitsrente gestellt. Natürlich wurde erst einmal abgelehnt. Daraufhin habe ich Widerspruch eingelegt. Auf diesen wurde mir dann eine teilweise Erwerbsminderungsrente bewilligt, womit mein Arzt, meine Therapeutin und auch mein Rentenberater nicht einverstanden waren, also wieder Widerspruch. Schon nach kurzer Zeit bekam ich Bescheid, dass mir die volle Erwerbsminderungsrente zugebilligt wird. Diese ist natürlich zeitlich begrenzt, und zwar bis zum 31.12.2012.
Mein Rentenberater meinte, dass wir schon im Mai d.J. einen Verlängerungsantrag stellen, damit wir früh genug sind, falls die Verlängerung abgelehnt wird und wir noch Zeit für einen Widerspruch haben.
Im August habe ich dann mal in Berlin angerufen und gefragt, wie denn Stand der Dinge ist, da ich keine Eingangsbestätigung oder dergleichen bekommen habe. Laut Auskunft einer Sachbearbeiterin war zwar mein Verlängerungsantrag erfasst, aber die Akte nicht aufzufinden. Die gute Frau meinte nur "ach sie haben ja noch bis Ende des Jahres Zeit".
Letzte Woche kam dann ein Formular, welches mein Arzt auszufüllen hat. Gesagt, getan.
Unterlagen sind wieder zur DRV geschickt.
Und nun zu meinen eigentlichen Fragen, ist es üblich, dass erst ca. 2 1/2 Monate vor Ablauf der Rente bei der DRV reagiert wird? Muss ich mich nicht rechtzeitig beim Arbeitsamt melden?

Achso, die Rente wird rückwirkend ab 01.11.2010 gezahlt.

von
Galgenhumor

u.U. ist das durchaus möglich, nämöich dann, wenn der sozialmed. Dienst erst zu diesem Zeitpunkt die Unterlagen haben möchte. Dies ist durchaus üblich, da sich zwischen Mai und Oktober der Gesundheitszustand verändern kann

von
Klaus-Peter

Zu früh den EM-Rentenverlängerungsantrag zu stellen ist nun auch nicht angezeigt. Also Mai war da mit ca. 8 Monaten vor Ablauf sicher viel zu früh. Da hat man Sie ganz schlecht beraten... Es geht ja seitens der RV darum, möglichst den aktuellen Gesundheitszustand relativ zeitnah vor dem Auslaufen der Befristung festzustellen und nicht den, der schon Monate vorher bestanden hat und womöglich dann zum Zeitpunkt des Auslaufens der EM-Rente gar nicht mehr aktuell ist...

Maximal 5-6 Monate vor Ablauf der Rente sollte man den Antrag stellen und das ist eigentlich auch in den meisten Fällen vollkommen ausreichend. Ausnahmen bestätigen diese Regel. Sie sehen ja jetzt selbst, das ihnen die zu frühe Antragstellung gar nichts genutzt hat...

Normalerweise beginnt die RV immer recht zügig nach Eingang des Verlängerungsantrages mit der Bearbeitung, also der med. Prüfung ob die Rente verlängert werden kann oder nicht. Es kann aber durchaus sein und ist in irhem Falle sogar sehr wahrscheinlich, das die RV eben aufgrund der viel zu frühen Antragstellung den Antrag dann erstmal auf Termin hat liegen lassen. Das dann aber erst jetzt im Oktober mit den Ermittlungen begonnen wird ist wiederum unverständlich.

Sind Sie denn wirklich sicher, das die RV in der ganzen Zeit seit Mai nichts gemacht hat ? Es kann doch durchaus sein, das im Hintergrund längst bereits z.b. Arztberichte bei anderen Ärzten eingeholt wurden, wovon Sie einfach nur nichts wissen. Oder haben Sie nur diesen 1 Arzt , der jetzt das Formular ausfüllen sollte beim Verlängerungsantrag angegeben ?

Und natürlich müssen Sie sich rechtzeitig dann vor Auslaufen der Rente und falls bis dahin kein Bescheid gekommen ist bei der Agentur für Arbeit melden. Falls die Rente nicht verlängert wird müssen Sie ja dann ALG I beantragen. Ich würde die Meldung dann schon im Laufe des Novembers machen, um einem - möglichen - Vorwurf der zu späten Meldung seitens der AfA aus dem Wege zu gehen. Bei einem noch laufendem EM Verfahren ist es aber eher unwahrscheinlich, das man ihnen auch bei einer verspäteten Meldung bei der AfA dann Vorwürfe machen würde. Aber besser dem mit einer rechzeitigen Meldung gleich aus dem Wege gehen !

Ich denke aber bis zum Auslauf der Rente sollte eine Entscheidung der RV gefallen sein. 2,5 Monate Zeit ist ja noch. Also immer ruhig bleiben.

Hier noch eine Expertenantwort zu dem Thema :

" 27.07.2012 - 08:31
von Experte/in Experten-Antwort
RE: Antrag auf Weiterbewilligung EM-Rente 6 Monate vorher

Zunächst einmal: Einen Antrag kann man immer stellen, sodass von "nicht dürfen" im Sozialversicherungsrecht keine Rede ist. Die antragsaufnehmende Stelle darf die Auf- bzw. Entgegennahme eines Antrages selbst dann nicht verweigern, wenn dieser keine Aussicht auf Erfolg hat und man absehen kann, dass der Antrag abgelehnt wird.

Allerdings ist es tatsächlich ein wenig früh, den Verlängerungsantrag sechs Monate vor dem Zeitrentenende zu stellen. In der Regel haben die Rentenversicherungsträger ohnehin Fristen gespeichert, um auch ohne Sie auch ohne ihre vorherige Antragstellung bzgl. einer Verlängerung anzuschreiben(dies geschieht meistens 3 Monate vorher) oder auch ohne Ihre vorherige Meldung selbständig medizinische Prüfungen in die Wege zu leiten.

Eine medizinische Prüfung findet meistens dann meistens max. zwei bis drei Monate vor Ablauf der Zeitrente statt, da der Rentenversicherungsträger den medizinischen Stand erfahren möchte, der zum Zeitpunkt der Entscheidung über eine Verlängerung gültig ist. In einem halben Jahr vorher könnten sich (je nach Krankheit bzw. Leiden) theoretisch Veränderungen ergeben, die Einfluss auf die Entscheidung haben. "

von
Ute P.

Erstmal Danke für die Antworten.
Nein, wirklich sicher bin ich mir nicht, dass die DRV in der Zwischenzeit nichts unternommen hat. Ich habe bei der Verlängerung meinen Hausarzt und den Facharzt angegeben, der auch die letzten 3 Jahren für mich zuständig war. Es musste nur ein Formular vom behandelnden Arzt ausgefüllt werden, darin wurde auch um evtl. neue Arztberichte etc. gebeten. Ich versuche ja eigentlich ruhig zu bleiben - habe ich mir zumindest vorgenommen, aber das ist immer leichter gesagt, als getan, da ich in den ganzen Jahren meiner Erkrankung nur Stress mit der DRV hatte, ob es die Reha betraf oder eben mit der Rente.
Wir wahrscheinlich ist denn eine Verlängerung erfahrungsgemäß aufgrund der angegebenen Erkrankung? Oder gibt da keine Erfahrungswerte?

von
Ute P.

Ich muss noch hinzufügen, Fakt ist, dass die Beschwerden, die ich aufgrund des 4/5-Verlustes des Magens habe, mich bis an mein Lebensende begleiten werden.

von
KSC

Nach Wahrscheinlichkeiten und Erfolgsaussichten eines EM Antrages im Forum zu fragen, hat wenig Sinn.

Was würde Ihnen die Antwort: Erfolgswahrscheinlichkeit 95% nützen, wenn Sie eine Ablehnung kassieren? Oder umgekehrt?

Gar nichts!
Es bleibt also nur die Entscheidung abzuwarten.

von
Klaus-Peter

Zu den Erfolgsaussichten kann man natürlich eigentlich nichts weiter sagen. Das ist eben nur vom Einzelfall abhängig.

Allerdings glaube ich in ihrem Falle schon, das die Chancen sehr hoch sind das die Rente verlängert wird. Das liegt zum einen an den 2 verschiedenen Krebserkrankungen und der pschischen Erkrankung , aber auch daran das Sie schon 2x ! einen Widerspruch ja erfolgreich durchgefochten haben. Das hesist die RV ist also " gewarnt " und wiess das sie alle rechtlichen Mittel ausschöpfen werden. Insofern wird man sich bei der RV eine Ablehnung der Verlängerung wohl sehr gut überlegen. Die med. Entscheidung ist dann noch die eine Sache - die andere ist die juristische. Wäre ich Jurist im Hause der RV würde mir der frühere und bisherige Verfahrensbalauf dann doch zu denken geben und meine Entscheidung in eine gewisse Richtung lenken...