Volle Erwerbsminderungsrente und Hinzuverdienst

von
Anastasia

Hallo zusammen,
ich beziehe eine volle Erwerbsminderungsrente bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze und könnte nun in Heimarbeit als Texterin tätig werden. Der Verdienst würde im Höchstfall um die 400 € betragen, die Hinzuverdienstgrenze also nicht überschreiten.
Wenn ich das richtig sehe, muss ich mich dem Finanzamt als Freiberufler melden und mir eine Steuernummer geben lassen. Steuern dürften bei diesem Verdienst eigentlich keine anfallen.
Wie ist das mit der Rentenversicherung? Muss ich da jeden Monat die Abrechnung vorlegen? Die Texte, die ich da schreibe, schreibe ich über den Tag verteilt, hier mal eine halbe Stunde, da mal eine halbe Stunde, bin aber den ganzen Tag mit meinem Computer online.
Muss ich auch nachweisen, dass ich unter drei Stunden Texte schreibe? Muss ich die Aufnahme dieser Tätigkeit sofort anzeigen oder gar nicht, wenn der Verdienst unter der Hinzuverdienstgrenze bleibt. Ich hab hier widersprüchliche Angaben gefunden.
Viele Grüße

von
W*lfgang

Hallo Anastasia,

zunächst sind Sie per Rentenbescheid verpflichtet, jegliche Aufnahme einer Beschäftigung oder Tätigkeit der DRV mitzuteilen.

Das Andere ist der zulässige Hinzuverdienst neben einer EM-Rente, dazu (wie immer ;-)), dieser Link/Beitrag am Ende:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=27669

Und, wahrscheinlich fällt Ihre Tätigkeit in den Bereich 'Künstler/Publizistin', dann dort erkundigen, ob ggf. sogar Versicherungspflicht eintritt:

http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/kuenstler_und_publizisten/faqfuerkuenstlerundpublizisten.php

Wobei, bis 5400 EUR steuerrechtlicher Jahresgewinn wären für die EM-Rente grundsätzlich kein Problem.

Gruß
w.

von
HotRod

Zitiert von: W*lfgang

zunächst sind Sie per Rentenbescheid verpflichtet, jegliche Aufnahme einer Beschäftigung oder Tätigkeit der DRV mitzuteilen.

Das ist wie immer falsch !

Wenn eine rentenunschädliche Tätigkeit ausgeübt wird, darf die Rente niemals wegen fehlender Mitwirkung von der DRV einkassiert werden.

Und selbst wenn die nicht gemeldete Nebentätigkeit eine Rentenkürzung zur Folge hätte, dürfte es keine weiteren Strafen geben.

Also ist diese sogenannte Mtwirkungspflicht nur theoretischer Unsinn, der dazu dient, die Betroffenen ein zu schüchtern !

von
Anastasia

Danke für die Antworten, die mir aber nicht wirklich weiterhelfen.
Der verlinkte Beitrag ist mir bekannt, klärt aber meine Frage auch nicht wirklich.
Mir wäre wichtig zu erfahren, ob ich jeden Monat die Abrechnung vorlegen muss als freiberufliche Texterin und ob ich die tatsächliche Arbeitszeit zum Abfassen der Texte nachweisen muss oder nicht....

von
W*lfgang

Zitiert von: Anastasia
Mir wäre wichtig zu erfahren, ob ich jeden Monat die Abrechnung vorlegen muss als freiberufliche Texterin
Anastasia,

grundsätzlich gilt die Jahresrechnung geteilt durch 12, um den Monatswert zu ermittelt. Sie _können_ mtl. Abrechnungen führen, um ggf. den zulässigen Hinzuverdienst 2x im lfd. Jahr bis zum Doppelten zu überschreiten/auszuschöpfen, also 2x bis 900 EUR.

An Hotrod: grundsätzlich sehe ich es pragmatisch auch so. Ich sprach auch nicht von 'Einkassieren', wenn die zulässigen Grenzen eingehalten werden. Nur, das eine ist die Aufnahme einer Tätigkeit, das andere zulässige Hinzuverdienstgrenzen, das Weitere das Wecken schlafender Hunde - also so ein bisschen Grauzone ;-) Das können Sie als Berater vor Ort durchaus durch die Blume deutlich machen, aber auch auf rechtliche Konsequenzen (man muss ja auch der 'Amtshaftung' vorbeugen;-)) hinweisen, falls die 'Inquisition' zuschlagen sollte – mir kein Fall bekannt, das gilt aber regional arg begrenzt.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Anastasia,

neben dem Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung ist ein Hinzuverdienst von maximal 450 EUR mtl. zulässig. Dies gilt auch für eine selbstständige Tätigkeit. Allerdings dürfen die jährlichen Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit 5400 EUR nicht überschreiten. Eine Beschränkung der täglichen bzw. wöchentlichen Stundenzahl ist gesetzlich nicht vorgegeben.

Die Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit ist der deutschen Rentenversicherung sofort schriftlich anzuzeigen (vgl. auch Hinweis im Rentenbescheid).
Bitte wenden Sie sich wegen der steuerrechtlichen Fragen an das zuständige Finanzamt.

Als Nachweis wird der Rentenversicherungsträger den Steuerbescheid von Ihnen anfordern aus dem die Einnahmen der selbstständigen Tätigkeit hervorgehen.