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Volle Erwerbsunfähigkeitsrente bei Verschlossenheit des Arbeitsmarktes /Voraussetzungen

von
Sonne27

Guten Tag,

ich erhalte seit dem 1.8.15 die teilweise Erwerbsunfähigkeitsrente .
Ich war letztes Jahr von Januar bis 07.9 .15 AU habe dann aber gemerkt dass es gar nicht geht und habe ab dem 24.9 bis zum 31.3 bezahlten Urlaub , danach bekomme ich eine Abfindung und bin arbeitslos.
Ich hätte mich sicherlich auch weiter AU melden können nur dieser schreckliche Druck der Krankenkasse. Mein Arzt und ich habe beide ein schreiben erhalten ab Tag x gehen sie wieder arbeiten und Sie erhalten kein Krankengeld ....
Nun ist es so dass ich etwas von der Abreitsmarktrente gelesen habe und sowohl mit der Rentenversicherung telefoniert habe und auch mit dem Arbeitsamt..
Die Rentenversicherung meinte , allerdings ohne meine genauen Daten zu kennen, ich solle diese gleich mit Mitteilung über die Höhe des Arbeitslosengeldes mit beantragen .
Nur so früh macht das doch eigentlich keinen Sinn . Ich bin ja dann erst ab dem 1.4 arbeitslos . Ja meine Sachbearbeiterin meinte beim Arbeitsamt es wird sehr schwierig werden . Und dass. Der Arbeitsmarkt wohl verschlossen sein wird .
Gleichzeitig möchte Sie mich aber in irgendwelche Praktika schicken obwohl ich super Zeugnisse und lange Berufserfahrung nachweisen kann. Und irgendwelches Coaching , was. Ja eingentlich keinen Sinn macht wenn der Arbeitsmarkt verschlossen ist .
Ich glaube halt auch nicht dass ich das mit den Praktika schaffen würde, deshalb wäre die Arbeitsmarktrente wenn's nach mir geht das richtige.
Mein Arzt würde mich auch sicherlich wieder krankschreiben er hält mich soweit ich weiß nicht arbeitsfähig
Ist es sinnvoll so früh diesen Antrag zu stellen

von
Nahla

Es ist sinnvoll, diesen Antrag sofort zu stellen. Allein die Bearbeitungszeit wird sicherlich einige Wochen dauern, gerade, weil Ende des Monats Ostern ist.

Wenn Sie gesundheitlich derzeit nicht mal Praktika schaffen, dann ist eine Prüfung, ob nicht eine volle Erwerbsminderung vorhanden ist, längst überfällig und sollte sofort auf den Weg gebracht werden. Bis zum 01.04.2016 ist es nicht mehr lange.

Sie sollten doch schon längst auf dem Arbeitsamt gewesen sein und dort den Antrag abgegeben haben, auch wenn Sie erst zum 01.04. offiziell arbeitslos werden. Dort müssen Sie sich unbedingt mit Ihrem Restleistungsvermögen der Vermittlung zur Verfügung stellen (dieses Restleistungsvermögen muss der Ärztliche Dienst feststellen - nicht der "einfache" Sachbearbeiter und liegt bei Ihnen auf alle Fälle bei ca. 20 h/Woche, da Sie ja eine teilweise EM-Rente erhalten).

Haben Sie denn gegen die Gesundschreibung der Krankenkasse keinen Widerspruch eingelegt?

Leider sind telefonische Auskünfte nicht immer richtig und im Härtefall auch nicht beweisbar.

Stellen Sie einen neuen Antrag auf Erwerbsminderungsrente und warten Sie die Entscheidung der DRV ab. Wenn nicht schon geschehen, ab zum Arbeitsamt und Antrag auf Arbeitslosengeld I stellen - wie oben beschrieben. Wenn Sie dann Alg I erhalten und sind nicht arbeitsfähig, kann Sie Ihr Arzt auch wieder krank schreiben.

von
Herz1952

Stellen Sie so schnell wie möglich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Ob und welche EM-Rente dabei rauskommt beurteilt die RV nach medizinischen Gutachten. Es ist ratsam alle vorhandenen ärztlichen Unterlagen mit einzureichen.

Arbeitsmarktrente würde bedeuten, dass Sie noch 3 - 6 Std. täglich arbeiten können, aber der allgemeine Arbeitsmarkt für Sie "geschlossen" ist. Es sind dann keine oder zu wenige Stellen dafür vorhanden. Das wäre eine volle Arbeitsmarktrente.

Sollten Sie 3 - 6 Std, arbeiten können ohne, dass der AM verschlossen ist, würde die eine Teil-EM-Rente bedeuten. Das entspricht einer halben EM-Rente.

Wenn festgestellt wird, dass Sie nur unter 3 Std. täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, wäre das eine Vollrente wegen Erwerbsminderung.

Arbeitsunfähig schreiben zu lassen, kann zur Folge haben, dass Sie nicht vermittelt werden und bis zu 6 Wochen ALG I beziehen können, anschließend jedoch nur noch Krankengeld.

Die Krankenkassen versuchen zur Zeit alles um Krankengeld einzusparen und sperren das Krankengeld auch noch, wenn es gesetzlich eigentlich nicht richtig ist. Das kommt aber auf die Umstände an, wie Kündigungsfristen etc.

Vermutlich hätte Ihnen bis zum 1.4.16 Krankengeld zugestanden, so wie ich das jetzt sehe.
Sie könnten eigentlich versuchen über einen Anwalt Schadenersatzforderungen an die Krankenkasse zu stellen. Es ist halt jetzt auch so, dass Ihr zeitlicher Anspruch auf ALG I früher abläuft. Ansonsten hätte bei Krankengeldbezug bis 1.4.16 erst anschließend der ALG I-Anspruch begonnen.

Also, so schnell als möglich Rentenantrag stellen und auch dem Arbeitsamt vorlegen.

Mehr kann ich dazu nicht sagen.

von
Nahla

@Hertz

Er bekommt schone eine teilweise Erwerbsminderungsrente. ;-)

Ich bin aber mit Ihnen einig, dass er sofort einen erneuten Antrag stellen sollte.

von
Herz1952

"Nahla" hat ähnlich geantwortet. Ich war natürlich etwas zu spät.

Es ist allerdings ein "Kreuz" mit den Krankenkassen. Um Widerspruch einzulegen könnte es allerdings zu spät sein, weil eine Unterbrechung vorliegt. Das ist gesetzlich so geregelt, auch wenn Sie nur formell nicht arbeitsunfähig waren.

von
W*lfgang

Zitiert von: Herz1952
Also, so schnell als möglich Rentenantrag stellen und auch dem Arbeitsamt vorlegen.
änzend:

Hallo Sonne27,

nicht die tatsächliche/schriftliche Antragstellung ist maßgebend. Es ist ausreichend, wenn Sie vor Ort DRV-Beratungsstelle oder Rathaus/Versicherungsamt einen Antragstermin vereinbaren/sich das bestätigen lassen und diese Bestätigung über die 'formlose Antragstellung' dem Arbeitsamt vorlegen ...die warten dann ab, was später mal (3 - 12 Monate?!) aus dem EMRT-Antrag geworden ist.

Den Antrag auf volle EM-Rente können Sie eigentlich 'just-in-time' in der Antragsstelle aufnehmen lassen, letzte med. Berichte mitbringen, ist ruckzuck in den Rechner/eAntrag geklimpert. Wenn Sie 'Zeit' brauchen/andere Sozialleistungen vorrangig mitnehmen wollen, dann über Termin ;-)

Gruß
w.

von
Sonne27

Vielen Dank .

Aber es gibt dich Fristen . Dass man 12 Monate ab der rentenantragstellung vermittelt werden muss sonst gilt der Arbeitsmarkt als verschlossen. Nur ich bin ja nich bis zum 31.3 in Teilzeit angestellt aber halt seit dem 24.9 bezahlt im Urlaub bis 31.3 . Seit dem 28.9 steht allerdings schriftlich fest dass dieser zum 31.3 beendet wurde als Aufhebung . Wie wird das hier mit den Zeiten zur Vermittlung weg Verschlossenheit des Arbeitsmarktes gesehen

Eine. Rente wg voller EM kann ich medizinisch wohl Knicken. Mein Arzt sieht es zwar ähnlich dass ich nicht arbeiten kann aber der Reha Bericht bestätigte nur die teilweise EM . Nach der Reha habe ich den Rentenantrag gestellt und es kam die halbe bei raus

von
Nahla

Zitiert von: Sonne27

Eine. Rente wg voller EM kann ich medizinisch wohl Knicken. Mein Arzt sieht es zwar ähnlich dass ich nicht arbeiten kann aber der Reha Bericht bestätigte nur die teilweise EM . Nach der Reha habe ich den Rentenantrag gestellt und es kam die halbe bei raus

Davon sollten Sie sich nicht abschrecken lassen. Schließlich ist die Reha, die letztendlich eine teilweise Erwerbsminderungsrente ergeben hat, bereits einige Monate her. Sie kann zwar für den erneuten Antrag herangezogen werden, aber Ihr gesundheitlicher Zustand sollte jetzt noch mal beurteilt werden. Also stellen Sie bitte schnell den entsprechenden Antrag.

Wenn Sie bereits seit September 2015 wussten, dass Ihr Arbeitsvertrag zum März 2016 aufgehoben wird, dann haben Sie ja bis Ende März quasi ein volles Arbeitsverhältnis. Wenn Sie jetzt einen erneuten Antrag auf EM-Rente stellen, dann wird zum einen Ihr Gesundheitszustand überprüft, zum anderen - da Sie ja nachweislich keinen Arbeitgeber mehr haben, überprüft, ob der Arbeitsmarkt als verschlossen gilt.

Als verschlossen gilt der Arbeitsmarkt dann, wenn seitens des Rentenversicherungsträgers oder der Arbeitsagentur dem Versicherten innerhalb eines Jahres kein passender Teilzeitarbeitsplatz angeboten werden kann. Aufgrund der nach wie vor ungünstigen Arbeitsmarktlage gilt der Arbeitsmarkt ohne weitere Ermittlungen als verschlossen (so kenne ich das zumindest).

Für den Fall, dass der Versicherte ohne Beschäftigung ist, wird die teilweise Erwerbsminderungsrente damit in eine (volle) Arbeitsmarktrente umgewandelt. In diesem Zusammenhang ist es nicht maßgebend, ob überhaupt ein Anspruch auf ein Arbeitslosengeld (Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II) besteht bzw. der Versicherte im Sinne des Rechts der Arbeitsförderung (Drittes Buch Sozialgesetzbuch, kurz: SGB III) arbeitslos ist.

Also, wie schon geschrieben: den Antrag stellen, alle Unterlagen dazu, auch über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses (ganz wichtig!) und ab zur Agentur für Arbeit, Alg I beantragen (wenn das nicht schon geschehen ist).

Alles Gute für Sie.

Experten-Antwort

Ich kann mich den Ausführungen der vorherigen User nur anschließen und Ihnen raten, einen Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente (sei es aus gesundheitlichen Gründen oder Arbeitsmarktgründen) zu stellen.