Von EM-Rente in die Rente mit 63 und dann Vollzeit-Job

von
Kopper

Kann ich mit 63 Jahren von der vollen EM-Rente in die vorzeitige Altersrente wechseln?
Kann ich dann neben der Altersrente einer Vollzeitbschäftigung nachgehen?
Kopper

von
santander

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/04_in_der_rente/02_hinzuverdienstgrenzen/00_hinzuverdienstgrenzen_node.html

von
Kopper

Danke für die Antwort.
Ich mache es mal konkreter:
In 2018 werde ich 63 Jahre.

- EM-Rente 2.083,43 Brutto
- Wechsel in die Rente mit 63 Jahren
- Dann Vollzeitbeschäftigung als Ingenieur 60.000,00/Jahr

Wie wird das verrechnet?

von
Hilmar

Zitiert von: Kopper
Danke für die Antwort.
Ich mache es mal konkreter:
In 2018 werde ich 63 Jahre.

- EM-Rente 2.083,43 Brutto
- Wechsel in die Rente mit 63 Jahren
- Dann Vollzeitbeschäftigung als Ingenieur 60.000,00/Jahr

Wie wird das verrechnet?

Je nachdem, wie ihr Hinzuverdienstdeckel aussieht, könnten Sie noch ca. 14% der Rente bestenfalls behalten, sind dann 293,43 € (bei mind. 1,7384 EP als möglichen Best of 15 Wert; ohne Kanppschaftliche Besonderheiten). Bei niedrigeren Best of Wert schlägt der Deckel zu und 100% werden angerechnet.

Sog i amoi

von
Schorsch

Zitiert von: Kopper
Kann ich mit 63 Jahren von der vollen EM-Rente in die vorzeitige Altersrente wechseln?
Kann ich dann neben der Altersrente einer Vollzeitbschäftigung nachgehen?
Kopper

Ob Sie das können, wissen nur Sie.
Sie dürfen übrigens auch jetzt schon Vollzeit arbeiten, wenn Sie das können.

Warum machen Sie es nicht einfach?
Befürchten Sie etwa, dass Ihre behauptete Erwerbsminderung noch einmal gründlich geprüft werden könnte?

Ihre Frage klingt irgendwie danach....

MfG

Experten-Antwort

Hallo Kopper,

sofern Sie die persönlichen (Alter, Schwerbehinderung?) und versicherungsrechtlichen (Wartezeit) Voraussetzungen für eine Altersrente erfüllen, haben Sie die Möglichkeit, diese anstelle der vollen Erwerbsminderungsrente zu beantragen und in Anspruch zu nehmen.

Nach dem neuen Hinzuverdienstrecht wirkt sich der Hinzuverdienst wie folgt aus:

Ab dem 1.7.2017 wird sowohl der Hinzuverdienst als auch die Hinzuverdienstgrenze auf das Kalenderjahr bezogen. Die kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze bei der Altersrente beträgt 6.300 EUR.

Dieser Hinzuverdienstgrenze wird Ihr kalenderjährlicher Hinzuverdienst (voraussichtlich 60.000,- Euro) gegenübergestellt. Kalenderjährlicher Hinzuverdienst über der Hinzuverdienstgrenze vermindert Ihre Rente. Der Betrag über dieser Grenze wird durch 12 geteilt. 40 % davon werden von Ihrer Monatsrente abgezogen.

60.000,00 – 6.300,00 = 53.700,00 : 12 = 4.475,00 * 0,4 = 1.790,00

In einem ersten Berechnungsschritt werden 1.790,00 Euro von der Altersvollrente abgezogen.

Damit aufgrund von Rente und Hinzuverdienst kein höheres Einkommen als vor dem Rentenbezug erzielt wird, gibt es eine Höchstgrenze: den Hinzuverdienstdeckel. Für die Berechnung Ihres Hinzuverdienstdeckels werden Ihre Einkommensverhältnisse in den letzten 15 Kalenderjahren vor Eintritt Ihrer Erwerbsminderung betrachtet. Von diesen 15 Jahren ist das Kalenderjahr mit den meisten Entgeltpunkten maßgebend. Wenn Ihre verminderte Monatsrente und ein Zwölftel des Hinzuverdienstes zusammen höher sind als der Hinzuverdienstdeckel, wird der darüber liegende Betrag vollständig von Ihrer Monatsrente abgezogen.

von
Kopper

Zitiert von: Experte/in
Hallo Kopper,

sofern Sie die persönlichen (Alter, Schwerbehinderung?) und versicherungsrechtlichen (Wartezeit) Voraussetzungen für eine Altersrente erfüllen, haben Sie die Möglichkeit, diese anstelle der vollen Erwerbsminderungsrente zu beantragen und in Anspruch zu nehmen.

Nach dem neuen Hinzuverdienstrecht wirkt sich der Hinzuverdienst wie folgt aus:

Ab dem 1.7.2017 wird sowohl der Hinzuverdienst als auch die Hinzuverdienstgrenze auf das Kalenderjahr bezogen. Die kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze bei der Altersrente beträgt 6.300 EUR.

Dieser Hinzuverdienstgrenze wird Ihr kalenderjährlicher Hinzuverdienst (voraussichtlich 60.000,- Euro) gegenübergestellt. Kalenderjährlicher Hinzuverdienst über der Hinzuverdienstgrenze vermindert Ihre Rente. Der Betrag über dieser Grenze wird durch 12 geteilt. 40 % davon werden von Ihrer Monatsrente abgezogen.

60.000,00 – 6.300,00 = 53.700,00 : 12 = 4.475,00 * 0,4 = 1.790,00

In einem ersten Berechnungsschritt werden 1.790,00 Euro von der Altersvollrente abgezogen.

Damit aufgrund von Rente und Hinzuverdienst kein höheres Einkommen als vor dem Rentenbezug erzielt wird, gibt es eine Höchstgrenze: den Hinzuverdienstdeckel. Für die Berechnung Ihres Hinzuverdienstdeckels werden Ihre Einkommensverhältnisse in den letzten 15 Kalenderjahren vor Eintritt Ihrer Erwerbsminderung betrachtet. Von diesen 15 Jahren ist das Kalenderjahr mit den meisten Entgeltpunkten maßgebend. Wenn Ihre verminderte Monatsrente und ein Zwölftel des Hinzuverdienstes zusammen höher sind als der Hinzuverdienstdeckel, wird der darüber liegende Betrag vollständig von Ihrer Monatsrente abgezogen.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Die Entgeltpunkte waren konstant bei 2,1 pro Kalenderjahr.
Also bedeutet das jetzt was genau?
Gruss
Kopper

Experten-Antwort

Der Hinzuverdienstdienstdeckel berechnet sich wie folgt (§ 34 Abs. 3a SGB VI):

höchste Summe der EP* („bestes Jahr“) aus den letzten 15 Kalenderjahren vor Beginn der ersten Altersrente x mtl. Bezugsgröße des Jahres mit Hinzuverdienst (z. B. für 2018: 3.045,00 € im Monat)= 2,1 (ob dieser von Ihnen genannte Wert stimmt, konnte ich nicht überprüfen) * 3.045,00 = 6.394,45

* EP aus Beitragszeiten, beitragsfreien und beitragsgeminderten Zeiten (§ 66 Abs. 1 Nr. 1-3 SGB VI)

Mindesthinzuverdienstdeckel hier nicht relevant!

Sofern die nach dem ersten Berechnungsschritt gekürzte Altersrente und 5.000,00 (= 60.000,00 :12) in der Summe den Hinzuverdienstdeckel überschreiten, wird der überschreitende Betrag zu 100 % von der gekürzten Rente (aus Schritt 1) abgezogen.
Wird der Hinzuverdienstdeckel nicht überschritten, wird nicht weiter gekürzt.

von
senf-dazu

So interessant der angedachte Weg auch sein mag, summa summarum kommt dabei nicht mehr viel von der Rente bei rum.
Sie wird zum allergrößten Teil wenn nicht sogar auf Null gekürzt.

Der Hinzuverdienst macht sich erst nach der Regelaltersgrenze wieder bemerkbar.

von
Genervter

Interessante Idee. Wenn sie mir jetzt noch sagen, wer einen Vollerwerbsgeminderten in Ihrem Alter in Vollzeit anstellt, ist die Illusion perfekt. Ansonsten ist das doch nur Träumerei oder Sie haben Ihren tatsächlichen Gesundheitszustand gut verbergen können. An Wunderheilung glaube ich nämlich nicht!

von
Kopper

Danke für die Antworten.
Insbesondere an den Experten für Ihre Mühe.
Die Frage war auch etwas provokant.
Aber so ähnlich stellt sich die Situation tatsächlich dar.
Viele Grüsse
Kopper

von
Toddel

wäre mal interessant zu wissen wie sich die altersrente von 63 bis 67 dann entwickelt. die em-rente wird gekürzt während der vollbeschäftigung aber es werden doch wieder über jahre rentenbeiträge von 63 bis 67 gezahlt? kann das sein?

von
Sus Sorglos

Zitiert von: Toddel
wäre mal interessant zu wissen wie sich die altersrente von 63 bis 67 dann entwickelt. die em-rente wird gekürzt während der vollbeschäftigung aber es werden doch wieder über jahre rentenbeiträge von 63 bis 67 gezahlt? kann das sein?

Also ich verfolge hier diesen Thread und bin komplett irritiert. Kann es sein, dass ein erwerbsgeminderter Rentner mit 63 Jahren die Rente wechselt und wieder ins Berufsleben einsteigt???
Ich schliesse mich dem User toddel an frage ob mich auch ob dann ab 63 Jahren während der neuen Beschäftigung wieder Rentenpunkte erworben werden?
Das ist doch der blanke Hohn!

von
Schade

Zunächst ist das nicht der blanke Hohn sondern Beitragsgerechtigkeit.

Wenn ein Altersrentner, dessen Rente wegen des hohen Zuverdienst teilweise oder voll gekürzt wird, aus seinem Lohn Beiträge zahlt (und der Arbeitgeber auch) ist es doch nur recht und billig, dass diese Beiträge mit Erreichen des Regelalters in Zuschlägen münden welche die Rente steigern.

Dass der dargestellte Sachverhalt "zum Himmel stinkt", wenn ein bislang voll erwerbsgeminderter Mensch plötzlich wieder 5000 € im Monat durch Arbeit erzielen kann und der bislang "ach so Kranke" schlagartig auch noch einen gut bezahlten Job findet, das hat aber gar nichts mit der Beitragsfrage zu tun.....

von
W*lfgang

Zitiert von: Sus Sorglos
Das ist doch der blanke Hohn!

Hallo Sus Sorglos,

mag in Ihren unwissenden Augen so sein. In Theorie und PRAXIS ist da viel mehr möglich, als nur ein 'Aufkreischen: darf der das?'

Fakt ist, eine Teilrente von 293 EUR ist neben dem erwarteten Hinzuverdienst möglich.

Und wie toddel annimmt, ja da werden neue Rentenbeiträge/Entgeltpunkte angesammelt. Die Auswirkungen in der Summe auf die spätere Altersvollrente ab Erreichen der Regelaltersgrenze ließen sich hypothetisch ermitteln ...das Textfeld hier ist allerdings auf 75.000 Worte begrenzt/passt keine Probeberechnung rein ;-)

Gruß
w.

von
Kloppet

Zitiert von: Kopper
Kann ich mit 63 Jahren von der vollen EM-Rente in die vorzeitige Altersrente wechseln?
Kann ich dann neben der Altersrente einer Vollzeitbschäftigung nachgehen?
Kopper

Ich höre nur immer kann, kann ...
Sie können jederzeit und für immer, eine Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Viel Spaß bei der Arbeit.

Mfg

von
Einer der gerne arbeitet

Man kann sich gar nicht vorstellen, was alles möglich ist. Hier im Forum liest man Dinge, da bricht mein Kanonenrohr ab. Da werden Leute von der DRV als voll erwerbsgemindert eingestuft, weil sie auf Dauer nicht 3 Stunden am Erwerbsleben teilnehmen können und dies gewiss nicht ohne Grund. Und dann wollen diese Leute wieder voll arbeiten. Die Frage ist doch, warum haben sich diese Menschen überhaupt erst begutachten lassen? Oder arbeiten die ärztlichen Gutachter bei der DRV so schlecht? Es ist durchaus möglich, das es Fälle gibt, wo der Gutachter sich irrt, oder mal "großzügiger" ist, besonders wenn kein Rentenanspruch besteht. Gutachter sind eben auch nur Menschen. Aber solche Fälle sind doch eher selten.
Was läuft da falsch? Der Kopf raucht.....

von
memyself

sehe ich genauso wie mein Vorredner! Wenn ich dran denke, wie vielen wirklich kranken keine EM Rente oder nur nach langem Kampf gewährt wird, und dann hier lesen muss, dass man in der Altersrente auf einmal wieder voll arbeiten kann!!! Da fehlen einem die Worte

von
Kaiser

Zitiert von: memyself
sehe ich genauso wie mein Vorredner! Wenn ich dran denke, wie vielen wirklich kranken keine EM Rente oder nur nach langem Kampf gewährt wird, und dann hier lesen muss, dass man in der Altersrente auf einmal wieder voll arbeiten kann!!! Da fehlen einem die Worte

Man glaubt was man glauben will.

von
Bananenbieger

Dieser seltsame Fall einer spontanen Gesundung pünktlich zur Altersrente mit 63 Jahren ist schon sehr dreist. Aber rein rechtlich ist das ohne Konsequenzen möglich. Weiterhin ist es ja so, dass dieser Mensch durch seine Berufstätigkeit ab 63 Jahren produktiv ist und der Gesellschaft dadurch ja eher nutzt als schadet.