Von Krankenkasse zum Antrag für Kur gezwungen - vom Rententräger abgelehnt...

von
Frauke

Zitiert von: Max4.0
Habe davon noch nie gehört, @Frauke - Begutachter interessiert es nicht die Bohne, von was man gerade lebt. Und warum auch nicht? Ist völlig legal, ALG1 zu beantragen nach Aussteuerung. Und überhaupt kann man doch immer hoffen, wieder zu genesen oder zeitweise auf dem Arbeitsmarkt tätig zu sein? Dafür muss man allerdings fiktiv dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen ...

Mal davon abgesehen, manche AfA wird ohnehin so schlau sein, den Versicherten dann aufzufordern, rapido eine EMR zu beantragen. Und es gibt auch noch den MdK, den die AfA dann beauftragen kann. Was allerdings die DRV später, wenn dann ein Antrag auf EMR erfolgt, nicht interessiert ...

Und vorher: Wenn einen die eigenen Fachärzte für krank halten und hinter der arbeitsunfähigen Person stehen, hat es ein MdK von der KK schwer ...

Das müsste ich erst einmal suchen, aber es gibt sogar eine Durchführungsanweisung, wonach Erwerbsminderungsrente bei Bezug von ALG besonders geprüft werden soll. Legal ist es selbstverständlich, den zeitlichen Rahmen auszukosten bis zum Anschlag, aber nicht klug.

§ 145 Abs. 2 SGB III führt immer zum sofortigen Antrag auf Reha bzw. Rente, ohne den gibts nämlich kein Geld bei Nahtlosigkeit. Der MdK hat da nichts mit zu tun. Der kann jetzt, falls die Reha wegen fehlender Schwere der Erkrankung oder fehlender Mitwirkungsbereitschaft des Erkrankten abgelehnt wurde, gesund schreiben. Dann gäbs kein Krankengeld mehr, mitnichten hat man einen grudsätzlichen Anspruch. Da interessieren im Regelfall die Einschätzungen der eigenen Ärzte ziemlich wenig, zu recht, da die oftmals nicht neutral sind.

von
Max4.0

Zitat:
Das müsste ich erst einmal suchen, aber es gibt sogar eine Durchführungsanweisung, wonach Erwerbsminderungsrente bei Bezug von ALG besonders geprüft werden soll. Legal ist es selbstverständlich, den zeitlichen Rahmen auszukosten bis zum Anschlag, aber nicht klug.
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Das mag sein - Durchführungsanordnungen gibt es überall, auch bei der AfA.
Aber doch nicht vom Gutachter, wie du schriebst. Der ist Arzt und feddich.
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Zitat:
§ 145 Abs. 2 SGB III führt immer zum sofortigen Antrag auf Reha bzw. Rente, ohne den gibts nämlich kein Geld bei Nahtlosigkeit. Der MdK hat da nichts mit zu tun.
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Sorry, ich meinte den Amtsarzt der AfA. Die AfA interessiert es meistens überhaupt nicht, ob man nach Nahtlosigkeit beantragt und dies 1000fach versichert. Dann wird nach § 136 geprüft. Und flugs wird der Amtsarzt beauftragt. Der stellt nun fest, inwieweit man leistungsfähig ist und für wie viele Stunden. Danach wird dann das ALO-Geld berechnet.
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Zitat (zum MdK):
Der kann jetzt, falls die Reha wegen fehlender Schwere der Erkrankung oder fehlender Mitwirkungsbereitschaft des Erkrankten abgelehnt wurde, gesund schreiben. Dann gäbs kein Krankengeld mehr, mitnichten hat man einen grudsätzlichen Anspruch. Da interessieren im Regelfall die Einschätzungen der eigenen Ärzte ziemlich wenig, zu recht, da die oftmals nicht neutral sind.
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Im Regelfall ist es eher so, dass KG bis zur Aussteuerung gezahlt wird. Denn "zu Recht" haben die eigenen Fachärzte doch immer noch mehr Ahnung und vor allem den Krankheitsverlauf vor Augen oftmals seit Jahren, was nun ein Aktengutachten, wie es die Krankenkassen gerne in Auftrag geben oder eine 20-minütige Pups-Begutachtung, nicht zu leisten vermag, sondern nur den einen Zweck hat, den ungeliebten Geld kostenden Versicherten los zu werden. Das dies leider immer wieder geschieht mit zum Teil recht unlauteren Mitteln, ist ein anderer Punkt. Aber dagegen kann man sich ja wehren ...

von
Frauke

Zitiert von: Max4.0

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Das mag sein - Durchführungsanordnungen gibt es überall, auch bei der AfA.
Aber doch nicht vom Gutachter, wie du schriebst. Der ist Arzt und feddich.
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Zitat:
§ 145 Abs. 2 SGB III führt immer zum sofortigen Antrag auf Reha bzw. Rente, ohne den gibts nämlich kein Geld bei Nahtlosigkeit. Der MdK hat da nichts mit zu tun.
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Sorry, ich meinte den Amtsarzt der AfA. Die AfA interessiert es meistens überhaupt nicht, ob man nach Nahtlosigkeit beantragt und dies 1000fach versichert. Dann wird nach § 136 geprüft. Und flugs wird der Amtsarzt beauftragt. Der stellt nun fest, inwieweit man leistungsfähig ist und für wie viele Stunden. Danach wird dann das ALO-Geld berechnet.
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Im Regelfall ist es eher so, dass KG bis zur Aussteuerung gezahlt wird. Denn "zu Recht" haben die eigenen Fachärzte doch immer noch mehr Ahnung und vor allem den Krankheitsverlauf vor Augen oftmals seit Jahren, was nun ein Aktengutachten, wie es die Krankenkassen gerne in Auftrag geben oder eine 20-minütige Pups-Begutachtung, nicht zu leisten vermag, sondern nur den einen Zweck hat, den ungeliebten Geld kostenden Versicherten los zu werden. Das dies leider immer wieder geschieht mit zum Teil recht unlauteren Mitteln, ist ein anderer Punkt. Aber dagegen kann man sich ja wehren ...

Max 4.0, okay, hier ist nur ein Forum, und die Situation des Fragestellers hat sich herausgestellt als so heikel, dass er dringend vor Ort mit der Krankenkasse zusammenarbeiten sollte. Trotzdem erreichen Sie hier Menschen, die gerade in Not sind und überfordert. Vorsicht bitte.

Selbstverständlich arbeiten ärztliche Gutachter mit Vorgaben. Ein Gutachten ist doch hoffentlich nichts, das nur nach Lust und Laune erstellt wird. Und dass es eigenartig wirkt, wenn ein Kranker erst dann in Rente will, wenn der Absturz in Hartz VI bzw. Sozialhilfe droht, ist auch klar.

Wie können sie hier jemand raten, ALG nach Nahtlosigkeit zu beantragen, wenn sie wissen, wie selten das gewährt wird? Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder mit Nahtlosigkeit und Reha/ Rentenantrag, oder mit Verfügbarkeit auf dem Arbeitsmarkt, sprich Bewerbungen, Schulungen usw. Sonst gibts kein ALG 1.

Nein, Krankengeld wird eher selten bis zur Aussteuerung gezahlt, weil die meisten Menschen sich rechtzeitig um ihre Zukunft kümmern. Übrigens kann heute ein Rentenantragsverfahren viele Monate dauern, und nicht jeder ist willens und fit genug, mittendrin noch ALG 1 zu beantragen. Eigene Fachärzte schaffen es oft nicht, dem Patienten einfach ehrlich zu sagen, dass er keine Chance auf Rente haben wird. Schon gar nicht schreiben die das, weil dann der Patient nämlich weg ist.Das weiß auch jeder Gutachter.

von
Peter

Man liest gar nicht heraus, warum die Fragestellerin sich weigert, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen.
Das wäre doch jetzt der nächste Schritt.
Oder, einen Wiederspruch Bezüglich der Reha zu stellen.
Man könnte auch eine Schmerbehandlung als Krankenhausbehandlung vornehmen, ebenso wie psychosomatische Behandlungen.
Das muss doch nicht verpflichtend als Reha laufen.
Gerade im Bereich psychosomatische ist der Unterschied von Reha zur AkutKlinik nun echt minimal, merkt man gar nicht den Unterschied.

von
Max4.0

Zitiert von: Frauke

Selbstverständlich arbeiten ärztliche Gutachter mit Vorgaben. Ein Gutachten ist doch hoffentlich nichts, das nur nach Lust und Laune erstellt wird. Und dass es eigenartig wirkt, wenn ein Kranker erst dann in Rente will, wenn der Absturz in Hartz VI bzw. Sozialhilfe droht, ist auch klar.

Nein, ein Gutachter arbeitet mit medizinischen Fakten und Einschränkungen, sofern er nicht unlauter arbeitet.

Zitiert von: Frauke
Wie können sie hier jemand raten, ALG nach Nahtlosigkeit zu beantragen, wenn sie wissen, wie selten das gewährt wird? Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder mit Nahtlosigkeit und Reha/ Rentenantrag, oder mit Verfügbarkeit auf dem Arbeitsmarkt, sprich Bewerbungen, Schulungen usw. Sonst gibts kein ALG 1.

Weil das der normale Weg ist nach Aussteuerung, egal, nach welchem Paragrafen bewilligt wird. Im übrigen raten und tun das die meisten - ALG1 ist eine Versicherungsleistung.

Zitiert von: Frauke
Nein, Krankengeld wird eher selten bis zur Aussteuerung gezahlt, weil die meisten Menschen sich rechtzeitig um ihre Zukunft kümmern. Übrigens kann heute ein Rentenantragsverfahren viele Monate dauern, und nicht jeder ist willens und fit genug, mittendrin noch ALG 1 zu beantragen. Eigene Fachärzte schaffen es oft nicht, dem Patienten einfach ehrlich zu sagen, dass er keine Chance auf Rente haben wird. Schon gar nicht schreiben die das, weil dann der Patient nämlich weg ist.Das weiß auch jeder Gutachter.

Eigene Fachärzte sind auch nicht zuständig für die Bewilligung oder Ablehnung einer EMR. Sie können erkennen, ob jemand AU ist.
Im übrigen hinkt das Beispiel. Denn wenn der Poster es geschafft hat, einen Reha-Antrag einzutüten, wird er auch in der Lage sein, einen ungleich leichteren Antrag auf ALG1 abzugeben. Zudem gibt es Hilfestellen ...

@Peter: Er war ja schon in einer Schmerzklinik und ist damit nicht zufrieden, mit Medikamenten "abgeschossen" zu sein. Klar besteht manchmal kein Unterschied in der Art der gewählten Klinik, wie Sie schreiben - aber es macht für die Kostenträger einen Unterschied, ob Reha oder Akutklinik. Einmal Rentenversicherungsträger wie die DRV - einmal KK.

Aber vielleicht erledigt sich das Ganze auch und der Fragesteller teilt uns mit, was denn die DRV so meint, ob nicht doch umgedeutet werden kann auf EMR. Und sucht sich Hilfe ...