Hallo Paul,
bitte entschuldigen Sie, dass wir erst jetzt auf Ihren Eintrag eingehen. Grundsätzlich geht Ihre Gesundheit vor. Bei einer Tumorerkrankung reden wir nicht von einem Schnupfen, der innerhalb einer Woche wieder soweit ausgeheilt ist, dass Sie Ihre Arbeit / Stufenweise Wiedereingliederung wieder aufnehmen könnten. Sinn einer Stufenweise Wiedereingliederung ist, dass Sie schrittweise wieder an Ihre bisherige Tätigkeit herangeführt werden und dann auch über einen längeren Zeitraum (nach Möglichkeit) dauerhaft wieder ausführen können.
Fair gegenüber Ihrem Arbeitgeber und auch gegenüber Ihrer eigenen Gesundheit wäre es, sich jetzt erst einmal um die Tumorerkrankung zu kümmern. Eine Stufenweise Wiedereingliederung unter diesen Voraussetzungen ist nicht zielführend. Ihr Hausarzt / behandelnder Arzt muss zu Beginn der Stufenweisen Wiedereingliederung bescheinigen, dass Sie mindestens 2 Stunden täglich arbeitsfähig sind und auch den positiven Ausgang der Stufenweisen Wiedereingliederung prognostizieren, in dem er angibt, wann die Stufenweise Wiedereingliederung voraussichtlich beendet wird. Wenn ihm Ihre Tumordiagnose bekannt ist, wie soll er das machen?
Hinsichtlich der geplanten Stufenweise Wiedereingliederung sind in erster Linie Ihre Ansprechpartner der für Sie zuständige Bearbeiter Ihres Rentenversicherungsträgers und Ihr Arbeitgeber. Beide sollten Sie von der Tumordiagnose in Kenntnis setzen und das weitere Vorgehen erörtern.
Sie müssen arbeitsunfähig aus der vorangegangenen Reha-Leistung entlassen worden sein (sonst wäre überhaupt keine Stufenweise Wiedereingliederung möglich gewesen). Insofern müssen Sie auch dringend Ihre Krankenkasse von der Tumordiagnose und der Wahrscheinlichkeit, dass die geplante Stufenweise Wiedereingliederung nicht durchgeführt werden kann, informieren. Da Sie arbeitsunfähig sind, müssten Sie dem Grunde nach einen Anspruch auf Krankengeld haben. Um hier keine Nachteile wegen verspäteter Meldung zu riskieren, sollten Sie Ihre Krankenkasse unbedingt mit ins "Boot" holen.
Für Ihre Gesundheit wünschen wir Ihnen alles erdenklich Gute und einen positiven Verlauf der Tumorerkrankung.
Denken Sie daran, die eigene Gesundheit ist immer noch das höchste Gut.
Ihr Experte