Voraussetzungen für EMR derzeit nicht erfüllt

von
Christiane

Seit Juni 2010 bin ich auf Grund einer Krebserkrankung krankgeschrieben. Im Januar läuft mein Krankengeld aus. Zum jetzigen Zeitpunkt fühle ich mich nicht in der Lage zu arbeite. Ein Lymphödem im Arm stellte sich im April ein. Meine Leistungsfähigkeit meines linken Arme empfinde ich als sehr gering.Ich bin 44 Jahre alt. Die Voraussetzungen für eine Rente erfülle ich derzeit nicht. In den letzten Jahren habe ich aus familiären Gründen in Jobs auf 400 Euro- Basis gearbeitet. Im November 2009 begann ich eine Tätigkeit in 50%iger Anstellung. Im Juni 09 wurde ich dann krank. Macht es unter diesen Voraussetzungen Sinn einen Rentenantrag zu stellen?

Experten-Antwort

Hallo Christiane,

Sie können natürlich jederzeit einen Antrag auf EM-Rente stellen. Nach Ihren Schilderungen könnte es jedoch wirklcih so sein, dass Sie die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen (3 Jahre Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren) nicht erfüllen. Um hier ganz sicher zu gehen, würde ich Ihnen empfehlen, sich in einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rententrägers individuell beraten zu lassen. Dort können Ihre rentenrechtlicehn Zeiten genau geprüft werden und vielleicht auch die Möglichkeit einer Rehabilitation besprochen werden.

von
Christiane

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Die Möglichkeit einer Rehabilitation habe ich schon abgeklopft, die dafür erforderlichen Wartezeiten sind erfüllt. Wie ist es mit der Zeit der Krankschreibung. Zählt diese mit für die Beantragung der Rente. Der Rentenberater hier vor Ort, den ich schon aufgesucht habe(er war allerdings sehr kurz ab) meinte so nebenbei, dass ein Rentenanspruch im September 2012 mögllich ist Mir ist nicht klar, wie er auf dieses Datum kommt, ich werde es aber am Donnerstag erfragen. Aber trotzdem hier nochmals die Frage, zählt die Zeit der Krankschreibung mit? Meine Anwältin meinte ja, war sich aber auch nicht ganz sicher.

von
Galgenhumor

Ausschlaggebend ist hier der med. Leistungsfall, der von den DRV-Ärzten in der Regel festgelegt wird: ausgehend von diesem Datum wird in die Vergangenheit geschaut, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Ich vermute der Herr hat lediglich 3 Jahre "draufgerechnet" um auf den Zeitpunkt in 2012 zu kommen. Auf wenn ich keine Medizinerin bin, würde ich als Leistungsfall die Feststellung der Erstdiagnose als möglich erachteten. Möglcih wäre auch ein späterer Zeitpunkt, allerdings nicht soweit in der Zukunft liegend, dass die besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen passend gemacht werden...alles allerdings reine Spekulation...insofern kann ich auch nur auf die fundierte Beratung in einer Auskunft- und Beratungsstelle hinweisen...von Versichertenberatern/Ältestens kann ich diesbezüglich nur abraten

von
KSC

Wenn der Berater vor Ort geprüft hat, dass ab September 2012 möglich ist, hat er höchstwahrscheinlich gesagt (oder es gemeint), dass Sie, falls Sie ab September 2012 erwerbsgemindert werden, dann auch den Versicherungsschutz haben, weil dann wieder 36 Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren liegen.

Das gilt aber nur, wenn Sie
a) bis dorthin pflichtversichert (da zählt auch das Krankengeld) sind U N D
b) in einenm späteren Rentenantrag die Ärzte feststellen, dass Sie erst nach / ab September 2012 erwerbsgemindert sind.

Vor diesem Datum den Antrag zu stellen macht gar keinen Sinn, weil dann entweder die Rente abgelehnt wird weil die Versicherungszeiten fehlen oder es wird festgestellt, dass Sie zwar erwerbsgemindert sind, Sie bekommen aber keine Rente weil Beiträge fehlen.

Auch wenn Sie warten bis Sept. oder Oktober 2012 und bis dahin krankgeschrieben sind, ist es relativ unwahrscheinlich, dass die Ärzte den Rentenfall auf September 2012 legen, wenn jemand bereits seit Juni 2010 krank ist - viel wahrscheinlicher wäre den Leistungsfall auf den Sommer 2010 zu legen (aber zu diesem Zeitpunkt sind aber die Bedingungen nicht erfüllt.....)

Kein Berater der Welt kann jedoch heute vorhersehen wie die Ärzte im Herbst 2012 über eine Erwerbsminderung urteilen.

Und in so gelagerten Fällen habe ich schon x mal gehört : "aber Sie haben doch gesagt, dass ab September 2012 die Rente möglich ist". Genau so hat es der Berater aber garantiert nicht gesagt (s.o.) sondern der liebe Kunde hat "wieder mal nur das herausgehört, was er hören wollte".

Es klappt also höchstwahrscheinlich nur dann mit der Rente, wenn Sie weiterhin erwerbsfähig sind und erst ab Herbst 2012 so krank werden, dass man Sie für erwerbsgemindert hält.

von
Christiane

Lieber KSC,
herzlichen Dank für die Antwort. Parallel zu der Überlegung eine Rente zu beantragen hatte ich mich ja auch mit der Möglichkeit einer beruflichen Rehabilitation beschäftigt. Was ist, wenn ich bei einer Genehmigung dieser Maßnahme während dieser Zeit wieder erkranken würde oder mein Lymphödem sich verschlechtert, so dass ich diese Umschulung unterbrechen müßte?

von
KSC

Auch dann hängt es wieder davon ab, ab wann die Ärzte ggfls. die Erwerbsminderung feststellen (vor oder nach September 2012) oder davon ob die berufliche Maßnahme nach der Krankheit fortgesetzt werden kann oder nicht. Das alles steht in den Sternen.

Experten-Antwort

Hallo Christiane,

um Ihre Frage zur Krankschreibung zu beantworten - ja, auch ein Krankengeldbezug ist eine Pflichtbeitragszeit und zählt somit im Prinzip zu den 3 Jahren Pflichtbeiträgen in 5 Jahren.

Im Übrigen gilt aber das von den Usern Galgenhumor und KSC bereits ausführlich Dargestellte: Die 5 Jahresfrist geht immer vom Eintritt der Erwerbsminderung in die Vergangenheit und es ist somit von der ärztlichen Bestimmung des Leistungsfalles abhängig, ob davon ausgehend die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.