Vorgezogene Altersrente nach Rente wg. Erwerbsminderung

von
blueswolf

Heute flattert mir ein Schreiben der BfA ins Haus: möglicherweise würde nach meinem 60. Geburtstag in diesem Jahr ein eventuell höherer Anspruch auf vorgezogene Altersrente bestehen, die zu beantragen wäre.

Angeblich könne die BfA jedoch (Zitat:)

"anhand der ihr zugänglichen Unterlagen nicht maschinell prüfen, ob die Voraussetzungen
für den Bezug einer vorgezogenen Altersrente vorliegen und ob die Rente ggf. mit Blick auf die Anhebung der maßgebenden Altersgrenzen
wegen vorzeitiger Inanspruchnahme der Altersrente um einen Rentenabschlag zu vermindern ist."

Ich frage mich: wer denn, wenn nicht die BfA?!?!?!?!?!

Ich frage mich auch, warum eventuelle Erhöhung der Rente durch aufwendiges Antragsverfahren und Wechsel von ErwerbsminderungRente in den Status vorgez. Altersrente in Anspruch nehmen, wenn der Abschlag letztendlich die Erhöhung fressen sollte ... Das läuft doch als Null-Summen-Spiel!?!?

von
Hase

In dem besonderen Fall, dass Sie vor dem 16.11.1950 geboren sind und am 16.11.2000 erwerbsunfähig nach altem Recht bzw. schwerbehindert mind. 50%
waren würde eine Minderung des Zugangsfaktors der Erwerbsminderungsrente bei Umwandlung in eben diese Altersrente mit 60 Jahren auf Grund der nicht vorzeitigen Inanspruchnahme ( Vertrauensschutz ) wieder behoben. Ich denke dafür möchte die DRV Bund Nachweise.

von Experte/in Experten-Antwort

Siehe Beitrag von Hase.

von
blueswolf

@Hase:
Danke für die schnelle Antwort!
Meine Schwerbehinderung von 50% sowie meine Erwerbsunfähigkeit am 16.11.2000 nachzuweisen ist kein Problem. Die Frage bleibt für mich offen: was bringt es???

Oder habe ich Ihre Ausführungen falsch verstanden?

von
Michael1971

Hallo,

Sie haben Hase tatsächlich falsch verstanden.

Wenn Sie am 16.11.2000 schwerbehindert waren, haben Sie Anspruch auf eine abschlagsfreie Altersrente, wenn auch die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt ist.

Dies bedeutet, dass für alle nach aktuellem Recht errechneten Entgeltpunkte der Zugangsfaktor 1,0000 beträgt, also 0% Abschlag. Der Abschlag aus der vorherigen EM-Rente bleibt dann ebenfalls nicht erhalten.

Zwischenzeitliche Verschlechterungen in der Bewertung beitragsfreier Zeiten dürften demgegenüber nicht derart zu Buche schlagen, dass die Altersrente nicht höher wäre, als die EM-Rente.

Es kann also ein Null-Summen-Spiel sein, ist es aber warscheinlich nicht.

von
Wolfgang Amadeus

Wichtig ist, ob die bisherige Erwerbsminderungsrente bzw. Erwerbsunfähigkeitsrente abschlagsfrei ist.

Hat diese vor 2001 begonnen, ist sie das. Dann ist es eher unwahrscheinlich, dass es eine Erhöhung gibt.

Hat sie nach 2000 begonnen, beinhaltet sie Abschlage, dann ist es eher wahrscheinlich, dass es eine Erhöhung gibt.

Da Du bei Jahrgang 1948 mit 65 Jahren und 2 Monaten ohnehin die Regelaltersrente beantragen mußt, ein Antrag auf Altersrente also sowieso irgendwann einmal gestellt werden mußt, kannst Du das eigentlich jetzt gleich zum 60. Geburtstag machen, denn verlieren kannst Du dabei nichts, aber eventuell gewinnen, entweder die Rente bleibt gleich oder sie wird höher.

Wenn Du aber lieber, aus Gründen der Solidarität mit der Gemeinschaft der Beitragszahler, auf eine eventuelle Rentenerhöhung verzichten möchtest, dann kannst Du gerne mit Deinem Antrag bis 65 und 2 Monate warten, die Beitragszahler werden es Dir danken.