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Vorsorgeformen unter 30

von
Alokin

Hallo,
mein Mann ist erst 27 und hat schon während der Ausbildung viele Verträge abgeschlossen, die ihm teilweise von Vermittlern aufgeschwatzt wurden. So hat er drei verschiedene Kapital-Lebensversicherungen mit sehr langer Laufzeit (40 Jahre), eine davon fondsgebunden und mit sehr schlechter Kostenquote, sowie eine niedrig angesetzte private Rentenversicherung und eine betriebliche Rentenversicherung im öffentlichen Dienst.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass insbesondere die Lebensversicherungen nicht gerade die beste Sparform sind? Sollte man an eine Vertragskündigung/freistellung denken und alles neu ordnen? Mir wären jetzt (ausgehend von dem geringen Anfangsalter) eher Fondssparpläne, evtl. mit Riesterförderung, und ähnliche Formen vorgeschwebt, und eine einzige reine Risiko-LV zur Familienabsicherung.

Vielen Dank!

von
Maria L.

Hallo Alokin,

Sie sehen das völlig richtig, Kapital-Lebensversicherungen sind für die Altersvorsorge völlig ungeeignet. Da eine Kündigung aber meistens recht teuer ist, will diese gut überlegt sein. Entscheidungshilfen bekommen Sie vielleicht hier:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=146

Und hier (Achtung, Produktanbieter):

http://www.gegen-altersarmut.de/Angebote.htm#Angebot-6

Von Rentenversicherungen würde ich ebenfalls abraten, da es sich hierbei um ebenfalls um Verträge mit hoher Kostenquote, niedrigen Renditen und geringer Flexibilität handelt.

Eine Risiko-LV für die Absicherung der Familie ist richtig. Zu empfehlen wäre vielleicht auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Für die Altersvorsorge am besten geeignet sind nach meiner festen Überzeugung langfristige Ratensparpläne (&#62;= 20 Jahre, das ist bei Ihrem Mann ja gegeben) in weltweit gestreute Aktienfonds. Von der Riester-Förderung halte ich wegen der Nachteile derartiger Verträge nicht viel, aber ein Riester-Fondssparplan wäre meines Wissens noch die beste Riester-Variante.

Wenn Sie unabhängig von Riester Fondssparpläne bedienen, bilden Sie aber freies Vermögen und haben später keine Einschränkungen bei dessen Verwendung (Sie dürfen frei ins Ausland umziehen, Restvermögen vererben, mal mehr und mal weniger verbrauchen etc. - das ist bei Riester-Verträgen alles nicht gegeben). Bei freiem Fondssparen muß man zuvor ein Finanzpolster in ausreichender Höhe für unvorhergesehene Notfälle ansparen. Und man muß sich darüber im klaren sein, daß diese Form der Altersvorsorge - obwohl es die bestmögliche ist - im Fall von Langzeitarbeitslosigkeit nicht vor Hartz IV geschützt ist. Auf den Hartz IV - Schutz von Riester-Verträgen würde ich aber auch nicht allzu viel geben. Gesetze können
jederzeit geändert werden.

Eine gute Investmentmethode für das freie Ratensparen wird hier beschrieben:

www.finanzuni.org

Bei BAV-Verträgen (sprechen Sie ja auch an) noch beachten: Auszahlung ist doppelt KV-/PV-pflichtig bei gesetzlich Versicherten.

Gruß,
Maria L.

von
Realist

Ich empfehle Ihnen, die Kapitallebensversicherungen beitragsfrei zu stellen. Je nach Laufzeit der Verträge könnte allerdings auch schon ein nennenswerter Rückkaufswert entstanden sein, sodass eine vorzeitige Vertragsauflösung nicht unbedingt mit hohen Verlusten verbunden sein muss. Die Höhe der aktuellen Rückkaufswerte, sowie die beitragsfreien Versicherungssummen, können Sie jederzeit bei Ihrem Versicherer erfragen.

Ansonsten kann auch ich Ihnen ruhigen Gewissens einen Fond-Sparplan mit Riester-Förderung empfehlen. (Ich habe selbst so einen und der hat bisher ganz beachtliche Renditen erzielt, die deutlich über der Garantieverzinsung liegen!)

von
Realistin

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Maria L. gekonnt das Thema Abgeltungssteuer umgeht...

von
Nix

Maria L. hat völlig recht.
Aktienfondssparen ist die beste Alternative, ohne besondere Provisionen -kostengünstig - für das Alter vorzusorgen.
Schon mit geringen Beträgen von EUR 50,-- lässt sich mit einem Fondssparplan in Aktienfonds gut Geld zur Seite legen.

1) Finanzpolster von 6 bis 8 Monatsnettogehältern zur Seite legen und auf einem Tagesgeldkonto parken.
Eine höhere Rendite mit überschaubarem Risiko bringen offene Immobilienfonds, in die auch das Geld für die Notfälle &#34;parken&#34; lässt.

Weitere Gelder würde ich in einen Aktienfonds anlegen.

Hier bieten sich
an
Carmignac euro-intepreneurs
Fidelity European Growth Fund

M&#38;G Global Basics

um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Stichwort Abgeltungssteuer:
Angesichts der Tatsache, dass Aktienfonds ein Langfristinvestment sind, drängt sich die zu leistende Abgeltungssteuer von 25% auf erzielte Gewinne in den Hintergrund. Zu vergessen ist hier aber auch nicht, dass die Abgeltungssteuer erst nach Ausschöpfung des KAEST-Steuerfreibetrages greift.

Von daher lässt sich die von &#34;Realistin&#34; hier im Forum hingewiesene Abgeltungssteuer vernachlässigen.

Gewinne haben Aktienfondssparer über lange Laufzeiten immer gemacht - egal ob mit oder ohne Kapitalertragssteuer, Abgeltungssteuer etc.

Übrigens:
Das Schlusswort zur Höhe der Abgeltungssteuer 25% ist noch nicht gesprochen.
Deutschland gerät unter Zugzwang, wenn andere Länder eine geringere Abgeltungssteuer von etwa 10% anbieten.

Übrigens2: Ein Lebensversicherungsvertrag soll bis zum 65./67.Lebensjahr von Ihnen bespart werden.

Machen Sie mal dasselbe mit einem Aktienfonds und Sie werden über die erzielten Gewinne, die auch nach 25% Abgeltungssteuer nach einer eingehaltenen Laufzeit von 40 Jahren noch übrigbleiben, überrascht sein.

Nix

Experten-Antwort

In dieser Einzelfallbeuteilung empfehle ich Ihnen eine Beratung bei der Verbraucherzentrale. Dort können die einzelnen Verträge in bezug auf die Auswahl des für Sie günstigsten Produktes durchgesehen werden und ein Gesamtkonzept für Ihre gewünschte Absicherung mit Produktempfehlung gemacht werden.

von
Maria L.

Hallo Realistin,

bzgl. der Abgeltungssteuer stimme ich Nix zu. Zunächst mal müssen nur die jährlichen Erträge von Aktien/Fonds versteuert werden, das sind geringe Beträge. Ob und in welcher Höhe bei späterer Auszahlung Abgeltungssteuer fällig werden wird (in 20 +x Jahren), ist heute unvorhersehbar. Bis dahin hat sich die Steuergesetzgebung noch 50mal geändert. Davon sollte man seine Entscheidung nicht abhängig machen. Wichtiger als die Steuerzahlungen zu minimieren, ist es, die Rendite zu maximieren. Dann lassen sich Steuern auch leichter verschmerzen.

Tendenziell ist es natürlich leider so, daß der Staat diejenigen bestraft, die selbstverantwortlich vorsorgen, indem sie frei verfügbares Vermögen bilden, und diejenigen belohnt, die die Taschen der Finanzindustrie füllen, mit der der Staat besonders eng verbunden ist. Das ist vermutlich kein Zufall.

Gerade deswegen aber ist es für einen freiheitsliebenden Menschen doppelt wichtig, alles zu versuchen, von staatlichen Fesseln frei und finanziell unabhängig zu werden. Freies Vermögen läßt sich später überallhin mitnehmen, ein Riester-Vertrag nicht (oder nur mit Einschränkung). Ist jetzt eine etwas pathetische Darstellung von mir.

Gruß,
Maria L.

von
G`SCHEIT`LE

Mariele, auch Ihre Empfehlung

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