Vorzeitig in Rente ohne Abschlag

von
Mayer

Guten Tag,

meine Altersrente wird mit 66 Jahren sein. Ich habe einen unbefristeten GDB 50, daher kann ich Abschlagsfrei schon mit 64 Jahren in Rente gehen. Da ich gesundheitlich angeschlagen bin muss ich leider 3 Jahre früher mit 10,8 % Abschlag in Rente. Meine zu erwartete Rentenhöhe wäre 1.500 Brutto Rente gewesen. Die Abschläge sind 162 Euro. Um die Rentenabschläge auszugleichen müsste ich 40.609 Euro aufbringen. Aber dieses Geld habe ich zur Zeit nicht. Bekomme aber bald meine Lebensversicherung ausbezahlt. Was könntet Ihr mir empfehlen? Wieso wird man so hart bestraft. Es ist ja nicht freiwillig das ich früher in Rente muss, sondern meine Erkrankung lässt es nicht mehr länger zu. Durch diese enormen Abschläge werden einige Wünsche für das Leben im Alter zunichte gemacht. Eine Überlegung wäre noch gewesen eine Erwerbsminderungsrente in Erwägung zu ziehen. Aber auch da bekommt man die Knüppel zwischen die Beine. Auch hier 10,8% Abschlag. Welche Alternativen gibt es noch?

Grüße

von
Herz1952

Hallo Mayer,

wie ich vorhin im Marktmagazin MEXX gehört habe, hätte diese Zusatzzahlung ein Rendite von 3 %. Der Haken: Sie müssten 21 Jahre länger leben, damit Sie diese Zahlung überhaupt wieder reinbekommen (allerdings sind die Zinsen dann nicht berücksichtigt).

Es ist zwar nicht Zweck dieses Forums Ratschläge für private Versicherung zu geben, aber Sie könnten einen Großteil dieses Betrages in eine kurzfristige (5 Jahre Mindestlaufzeit) Private Rentenversicherung anlegen. Für 2017 ist für die RV meiner Frau 2,25 % Rente schon garantiert.

Eine solche Versicherung hat den Vorteil, dass Sie sich auch das Kapital auszahlen lassen können, oder die Rente wählen können. Ich persönlich bin für Kapitalauszahlung, denn man weis ja nie was kommt. Eine Rente hätte wahrscheinlich ähnlich lange Zeiten, bis diese sich rentiert wie bei der RV. Lassen Sie sich am besten beraten, es gibt von den Anbietern verschiedene Möglichkeiten von sicher bis risikobezogen (mit evtl. höherer Rendite).

Es gibt auch noch sog. Kombi-Verträge. Sie legen die jeweilige Hälfte des von Ihnen gewünschten Betrages kurzfristig mit einem höheren Zins an (z.B. halbes Jahr) und den Rest als Rentenplan. Meistens sind diese Verträge am günstigsten hinsichtlich der Rendite.

Ich würde Ihnen sogar eine Sparkasse empfehlen. Unsere Sparkasse hat sehr vorsichtig mit 0,5 % Verzinsung gerechnet. Die Anlage des Geldes ist bei einer staatlichen Versicherungskammer.

Dies ist ein Tipp von einem Leidensgenossen, der jetzt seine Regelaltersrente beantragt und hofft, dass er diese noch erlebt, obwohl ja die Abschläge von 10,8 % bleiben. Seit 12 Jahren bin ich schon "voller" EM-Rentner :-).

Auf unser beider Restgesundheit-Erhalt.

von
Mayer

Hallo Herz1952,

danke für Ihre tollen Tipps. Wie ich sehe haben Sie sich mit den 10,8% Abschlägen abgefunden. Ich werde mich mal umschauen, wie ich am Besten die Abschläge kompensieren kann.
Sie schreiben das Sie jetzt Ihre Regelaltersrente beantragen. Hätten Sie nicht schon früher in AR gehen können? Die Abschläge bleiben doch für immer oder?
Alles Gute.

Grüße

von
=//=

Wie alt sind Se denn eigentlich?

Wenn Sie meinen, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten zu können, stellen Sie doch zunächst einen Antrag auf eine medizinische Reha-Maßnahme beim RV-Träger. Wenn festgestellt wird, dass Sie erwerbsgemindert sind, bekommen Sie die EM-Rente. Wenn nicht, können Sie die AR in Anspruch nehmen, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Da die Politiker bereits für die Zeit nach der Wahl über eine erneute Rentenreform - (auch) die Erwerbsminderungsrenten betreffend - ab nächstem Jahr nachdenken, ändert sich vielleicht für die EM-Rentner etwas zu ihren Gunsten.

von
Mayer

Zitiert von: =//=

Wie alt sind Se denn eigentlich?

Wenn Sie meinen, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten zu können, stellen Sie doch zunächst einen Antrag auf eine medizinische Reha-Maßnahme beim RV-Träger. Wenn festgestellt wird, dass Sie erwerbsgemindert sind, bekommen Sie die EM-Rente. Wenn nicht, können Sie die AR in Anspruch nehmen, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Da die Politiker bereits für die Zeit nach der Wahl über eine erneute Rentenreform - (auch) die Erwerbsminderungsrenten betreffend - ab nächstem Jahr nachdenken, ändert sich vielleicht für die EM-Rentner etwas zu ihren Gunsten.

Alle Voraussetzungen für die AR sind erfüllt. Bin 58 Jahre. Meine letzte Reha war vor 2 Jahren. Also bis 64 schaffe ich das nicht mehr. Ich glaube da nicht mehr dran, dass in Bezug EMR etwas positives passiert.

von
Fastrentner

Zitiert von: =//=

Wie alt sind Se denn eigentlich?

Da die Politiker bereits für die Zeit nach der Wahl über eine erneute Rentenreform - (auch) die Erwerbsminderungsrenten betreffend - ab nächstem Jahr nachdenken, ändert sich vielleicht für die EM-Rentner etwas zu ihren Gunsten.

Vor derartigen, durch nichts zu rechtfertigende Spekulationen kann ich nur warnen!
Die Erfahrungen der letzten Rentenreformen bezüglich EM-Rentnern (insbesondere Bestandsrentnern) zeigt ein ganz anderes Bild! Zumal gerade erst Verbesserungen bei der EM-Rente für Neurentner ab 2018 beschlossen wurden sind weitere Verbesserungen eher nicht wahrscheinlich!

Experten-Antwort

Hallo,

mit 58 Jahren können Sie nur eine Rente wegen Erwerbsminderung in Anspruch nehmen, sofern die versicherungsrechtlichen und medizinischen Voraussetzungen gegeben sind. Eine Altersrente kann mit 58 Jahren nicht in Anspruch genommen werden.

Ich empfehle Ihnen, einen Termin in einer Auskunfts- und Beratungsstelle zu vereinbaren. Dort kann ggf. in einem Altersvorsorgegespräch geklärt werden, welche Möglichkeiten für Sie bestehen (private Rente, Ausgleichszahlung usw.).
Bitte beachten Sie aber, dass der Rentenversicherungsträger keine Produktempfehlungen geben kann und darf. Die Berater können Sie nur allgemein über Ihre Möglichkeiten aufklären.

Mit freundlichen Grüßen

von
Herz1952

Hallo Mayer,

früher hätte es auch nichts gebracht (z.B. SB-Rente GdB 70).

Es bleibt also bei den Abschlägen.

Außerdem bin ich gesundheitlich schwer angeschlagen, so dass ich nur noch kurzfristig denken kann. So habe ich noch was "unterm Kopfkissen" liegen, so dass ich mir notfalls noch etwas leisten kann.