Vorzeitiger Rentenbeginn

von
Hannes

Ich habe bisher 417 Monate als anrechnungsfähige Zeiten anerkannt bekommen. Seit dem 04.10.2008 ist mein Leistungsbezug bei der Arbeitsagentur ausgelaufen, so dass ich den Monat Oktober 2008 noch zugerechnet bekomme; also damit 417 Monate.
In den letzten 10 Jahren kann ich keine 8 Jahre mit Pflicht-Beitragszeiten belegen, so dass Rentenbeginn nach Arbeitslosigkeit auch nicht möglich ist.
Vorher war ich in einer selbstständigen Tätigkeit seit Dezember 1993; zum 3.4.2006 habe ich in die freiwillige Arbeitslosenversicherung eingezahlt; nach Aufgabe dieser Tätigkeit wegen negativer Gewinnprognose habe ich seit dem 4.12.2007 für 300 Kalendertage AlG I erhalten.
Nach Vorschlag der DRV Bund soll ich noch für 3 Monate den Mindestbeitrag von knapp 80 Euro einzahlen, um die 420 Monate zu erreichen. Damit frühester Rentenbeginn zum 1.2.2009 mit 2,4% Abschlag.
Ich will aber erst zum 1.4.2009 mit dann 1,8% Abschlag eine Rente beziehen; muss ich dann auch die knapp 80 Euro für die Dauer von 3 Monaten einzahlen oder gelten die Monate der Arbeitslos-Meldung ohne Leistungsbezug auch als Anrechnungszeiten?

von
Keith Moon

Zu klären wäre noch, ob in ihrem Fall die Zeiten der Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug als "Anrechnungszeiten" angerechnet werden können.

Dies ist meines Wissens nach nur bei einem nahtlosen Anschluss an die letzte versicherungspflichtige Beschäftigung der Fall, d.h. es darf kein voller Kalendermonat zwischen der letzten Beschäftigung und der Arbeitslosigkeit liegen. Insbesondere darf auch keine Lücke (= voller Kalendermonat) zwischen dem Beschäftigungsende und des Arbeitslosengeldbezuges liegen.

Werden diese Kriterien erfüllt, dann könnte auf diese Art und Weise die Wartezeit von 35 Jahren auch ohne weitere freiwillige Beitragszeit erfüllt werden.

Experten-Antwort

Hallo Hannes,

Sie sollten auf jedem Fall dem Rat von Keith Moon folgen und genau abklären lassen, ob eine Arbeitslosmeldung ohne Leistungsbezug bei Ihnen zur Anrechnungszeit führt.

Ist dies nicht der Fall, werden Sie wohl um die Zahlung der freiwilligen Beiträge nicht herum kommen, um die Wartezeit von 420 Monaten zu erreichen (alternativ: Minijob für drei Monate aufnehmen und auf Versicherungsfreiheit verzichten). Wann Sie dann in Rente gehen (mit 2,4 oder 1,8 oder ... % Abschlag), können Sie aber trotzdem allein entscheiden...

von
Hannes

Wenn ich das so alles richtig deute, besteht hier doch eine Unsicherheit in der Beurteilung der Rechtslage in meinem speziellen Fall. Hier ist auch meine Anfrage vom 24.11.2008/17:04 Uhr mit eingeschlossen.
Warum also weitere Zeit verstreichen lassen und nur reagieren; ist nicht mein Ding---> ich agiere lieber!
Aber trotzdem vielen Dank für die Hinweise.

von
Keith Moon

Werter User Hannes, hier besteht keine Unsicherheit über die Beurteilung von Tatbestand und Rechtsfolge. Vielmehr ist aus ihren Angaben nicht eindeutig zu entnehmen, ob der Tatbestand (hier: die Möglichkeit einer Anrechnungszeit im Anschluß an eine versicherungspflichtige Beschäftigung) gegeben ist.

Hier im Forum kennt nun einmal niemand ihren genauen Versicherungsverlauf, und aus ihren bisherigen Angaben war keine andere "Ferndiagnose" möglich. Ich persönlich rate Ihnen, die Angelegenheit vor Ort bei einer Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung klären zu lassen. Sind doch immerhin 79,60 EUR pro Monat, die sie sich auf diese Weise möglicherweise sparen können.

MfG

von
Hannes

RV-Pflichtversichert war ich vom Beginn meines Berufsleben ab dem Jahre 1962 (mit Unterbrechungen durch Schülerarbeit) bis zum 30.06.1995;
seit 23.11.1993 war ich kraft Gesetzes pflichtversichert als freiberuflicher Dozent, ab dem 1.7.1995 bis zum 4.12.2007 habe ich nichts eingezahlt ( weil die Pflichtversicherung als Dozent endete) und Eigenvorsorge betrieben.
Ab dem 5.12.2007 habe ich durch meine freiwilligen Zugehörigkeit zur Arbeitslosenversicherung von der Arbeitsagentur AlG 1 bezogen, das am 3.10.2008 ausgelaufen ist. Es wurden 417 Monate als rentenversicherungsrelevante Zeiten von der DRV Bund mit Bescheid festgestellt.
Alles andere ergibt sich aus meinen früheren Einlassungen.
Im schon erfolgten Beratungsgespräch anfang November 2008 mit der DRV Bund war mir alles unklar, nur eines nicht, dass ich selbst die restlichen 3 Monate jeweils 79,60 Euro einzahlen soll. Allerdings bin ich weiterhin arbeitssuchend bei der AA gemeldet ohne Leistungsbezug und habe auch Bewerbungen laufen.

Experten-Antwort

Hallo Hannes,

nach Ihren Angaben hat Ihre Arbeitslosigkeit keine versicherte selbständige Tätigkeit unterbrochen. Die Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug kann daher nicht als Anrechnungszeit berücksichtigt werden. Insoweit ist tatsächlich eine Beitragszahlung zum Erreichen der Wartezeit von 420 Monaten erforderlich. Im Übrigen möchte ich auf den Beitrag der Expertin vom 26.11.2008 verweisen.