Wann rentiert sich eine Betriebsrente?

von
A. Manthey

Ich möchte eine Direktversicherung so als Bruttoentgeltumwandlung abschließen.

Ich bin mir aber unschlüssig, da manche sagen, daß sich diese erst rentiert, falls der Arbeitgeber auch was dazu gibt. Wieviel konkret konnte mir aber keiner sagen, nicht mal annäherweise.

Meine Frage ist deshalb, wieviel sollte der Arbeitgeber dazu geben, daß sich eine Betriebsrente überhaupt rentiert?

von
zoran

Rentiert sich fast nie.
Eventuell wenn im Metallbereich, die Metallrente über die IG Metall

von Experte/in Experten-Antwort

Eine konkrete Antwort kann ich Ihnen leider auch nicht geben. Ein paar Informationen, die Ihnen Ihre Entscheidung vielleicht erleichtern, möchte ich aber Ihnen schon geben. Unabhängige Institute gehen von einer Rentabilität der Beiträge zur gesetzl. Rentenversicherung zwischen 3,0 und 3,4 % (abhängig vom Geschlecht) bis zum Jahr 2040 aus. Vergleichen Sie das mit der Aussage des Anbieters der Betriebsrente hinsichtlich der garantierten Überschüsse/Rendite. Sofern Ihr Arbeitgeber seinen ersparten Pflichtanteil mit überweist, haben Sie hier vergleichbare Werte. Ist Ihr Arbeitgeber bereit einen höheren Anteil zu tragen, kann auch eine schlechtere Rendite des priv. Anbieters ausgeglichen werden. Zahlt Ihr Arbeitgeber weniger, ist eine noch höhere Rendite als 3,0-3,4% nötig um zum gleichen Ergebnis der gesetzl. Rentenversicherung zu kommen. Ob das unter heutigen Gesichtspunkten für sichere Anlagen möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Denken Sie bitte auch daran, das die ersparten Sozialversicherungsbeiträge auch zu niedrigeren Leistungen (Krankengeld, Arbeitslosengeld, Rente) führen. Auch die Steuerersparnis muss relativ gesehen werden. In der Auszahlungsphase sind diese Renten in der Regel Steuer- und bei gesetzl. Versicherten, auch Krankenversicherungsbeitragspflichtig.

von
Schorsch

Ich erhalte als ehemaliger Metallfacharbeiter pro Jahr Betriebszugehörigkeit ca. 2 Euro Betriebsrente monatlich.

von
F. Gerner

Am beliebtesten unter allen Durchführungswegen ist bei sozialversicherungspflichtigen
Arbeitnehmern die Direktversicherung in Form einer Entgeltumwandlung vom Bruttolohn.

Das kann fatale Folgen haben, insbesondere dann, wenn der sozialversicherungspflichtige
Arbeitnehmer die Beiträge selbst von seinem Bruttogehalt zahlt, mithin der Arbeitgeber keine
Zuzahlungen leistet.

Gerade diese Zuzahlungen des Arbeitgebers (zusätzlich zum Gehalt/Lohn) wären aber zwingend notwendig, damit sich eine Direktversicherung nicht nur für den
Versicherer, sondern auch für den betroffenen Arbeitnehmer rechnet. Verbraucherschützer
sprechen hier von mindestens 20% zusätzlicher Zuzahlung durch den Arbeitgeber.

Meine Empfehlung lautet jedoch auf mindestens 35% Zuzahlung durch den Arbeitgeber (wegen der
Kostenstruktur des Produktes und dem niedrigen Zinsstand für klassische Anlageformen)

von
W. Schlimm

die meisten Rentabilitätsberechnungen bei den Betriebsrentenverträgen gehen davon aus, daß man - wie es so schön heißt - eine ununterbrochene Erwerbsbiographie hat.

Leider müssen aber oder wollen viele Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber mal wechseln oder sind einige Zeit arbeitslos.

Die Frage ist dann, ob ihr neuer Arbeitgeber ihren bisherigen Betriebsrentenvertrag mitübernahmen kann und zu welchen Konditionen?

Ich kenne Arbeitnehmer, die sitzen auf 2 stillgelegten Direktversicherungen, weil der neue Arbeitgeber diese Verträge nicht mitübernehmen wollte und lieber "seinen" Vertrag an den Mann bzw. an die Frau bringen will.

Das heißt dann, dass man bereits 2mal Abschlußkosten für die Katz gezahlt hat.

Diese unvorhergesehene Änderung schmälert die Rentabilität kräftig.

Vielleicht ist das bei der sog. Metallrente anderst geregelt. Wohl dem der bei Porsche oder VW zeitlebens arbeiten kann.

von
Erna G.

Wenn man einen Arbeitgeber hat, der was dazu gibt, meinetwegen 20 % oder 40 % und sagt ich möchte dafür keine Arbeitsleistung vom Arbeitnehmer, ich gebe dies einfachd gratis dazu für deine Alterssicherung, den möchte ich sehen.

Das kann Mercedes oder VW vielleicht. Aber nicht der Arbeitgeber, wie die meisten von uns kennen. Meines erachtens spielt daher, die Höhe der Mitfinanzierung des Arbeitgebers für die Entscheidung ja oder nein für eine Betriebsrente keine Rolle.

von
Fr. Elsner

Die Bedenken bei eventuellen AG wechseln kann ich nachvollziehen.

Ich kenne Menschen, die haben mittlerweile die dritte Direktversicherung, weil die bestehenden vom neuen AG nicht übernommen wurden. D.h. dreimal neue Abschlusskosten.