Warum Anerkennungsjahr belegen?

von
Ron

Hallo,

nach einiger Suche im Internet bin ich auf diese tolle Seite hier gestossen - prima Sache!

Ich habe eine Kollegschule besucht und dort sowohl mein Abitur als auch die schulische Ausbildung zum Erzieher abgeschlossen (= Anrechnungszeit). Soweit klar.

Danach musste ich als Teil der Ausbildung ein Anerkennungsjahr absolvieren, um "staatlich anerkannter Erzieher" zu werden. In dieser Zeit habe ich eine (kleine) Vergütung erhalten, von der auch Rentenversicherungsbeiträge geleistet wurden. Aus meiner Sicht auch klar: Pflichtbeitragszeit, und als solche taucht sie auch in meinem bisherigen Versicherungsverlauf auf.

Nun musste ich zur Klärung meines Versicherungsverlaufs beitragen und wurde dabei aufgefordert, einen Nachweis über dieses Anerkennungsjahr zu erbringen. Wieso? Pflichtbeitragszeit ist Pflichtbeitragszeit, die Beiträge wurden mir ja bestätigt - also was soll das jetzt?
Ich fürchte mögliche Nachteile. Daher wäre es super wenn mir hier erklärt werden könnte, welche Auswirkungen der Beleg des Anerkennungsjahres haben wird.

Viele Grüße
Ron

von
zelda

Hallo Ron,

die Pflichtbeiträge für das Anerkennungsjahr bleiben dir auf jeden Fall. Der Rentenversicherungsträger möchte diese Zeit nun - zusätzlich - als eine Zeit der Berufsausbildung anerkennen, damit diese Zeit bei der Rentenberechnung evt. etwas besser bewertet wird. Dazu benötigt er einen Nachweis, dass es sich hierbei um ein Praktikum / Anerkennungsjahr handelt. Falls du dich in die Gesetze einlesen willst: § 54 (3) SGB VI. (Dabei hört sich der Ausdruck "beitragsgeminderte Zeit" schlimmer an als es gemeint ist, man will damit nur ausdrücken, dass du in dieser Zeit nicht voll verdient hast.)

Also keine Sorge, einfach einen entsprechenden Nachweis dem Rentenversicherungsträger zusenden.

(Solltest du keinen Nachweis mehr haben und auch keinen beschaffen können, ist das auch halb so schlimm, die Zeit ist ja bereits mit den Beiträgen gefüllt.)

MfG

zelda

von
Wolfgang Amadeus

Wenn Du der Rentenversicherung zu Deinem Anerkennungsjahr einen Nachweis schickst, dass es sich um eine berufliche Ausbildung gehandelt, könnte diese dieses Jahr als Pflichtbeitragszeit während Ausbildung kennzeichnen.

Da Du, wie Du selbst sagst, in dieser Zeit selber nur geringe Beiträge gezahlt hast, würde sich sehr wahrscheinlich durch die Kennzeichnung als Ausbildungszeit Deine monatliche Rente erhöhen.

Was Deine Pflichtbeiträge bisher wert sind, kannst Du Dir ausrechnen, indem Du Deinen Verdienst (so wie er im Versicherungsverlauf der Rentenversicherung steht) durch den Durchschnittsverdienst aller Versicherten teilst und das Ergebnis mit 26,27 Euro vervielfältigst.

Die Durchschnittsverdienste in den einzelnen Jahren kannst Du unter folgendem Link entnehmen:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/anlage_1_558.html

Also nochmals Rechenformel:

Verdienst : Durchschnittsverdienst
x 26,27 Euro
= monatiche Rente

Bei Kennzeichnung als Ausbildungszeit kann nun dieser Wert auf maximal bis zu 0,75 Entgeltpunkte für ein Jahr (0,0625 Entgeltpunkte pro Monat) erhöht werden, was maximal 0,75 x 26,27 Euro = 19,70 Euro monatliche Rentenerhöhung für ein Jahr Ausbildungspflichtbeitrag ergibt.

Experten-Antwort

Den Beiträgen von "zelda" und "Wolfgang Amadeus" ist nichts hinzuzufügen.

von
Ron

Herzlichen Dank für diese Auskünfte - das ist ja wirklich prima!

Beste Grüße
vom Ron