warum keine rentenberechnung nach tarif ost

von
Manni

Meine situation: arbeitgeber =100%ige tochter der firma schlecker mit sitz im westen- mein einsatzort ist das lsc der firma schlecker in meinem wohnort (im osten)und endet auch dort. mein arbeislohn ,laut arbeisvertrag, nach tarif ost. Die rentenversicherungsbeiträge werden aber als west-einkommen abgeführt. Durch diese vorgehensweise des arbeitgeber werde ich bei der rentenberechnung betrogen. Auf welchen gesetzestext beruft sich der arbeitgeber? Wer kann oder sollte solche gesetze ändern ? in unseren sozialstaat sollte es wohl nicht möglich sein,daß ehrliche arbeitnehmer nicht 2fach betrogen werden. meine rentenversicherung verweist auf den arbeitgeber, der weiterhin die beschäftigunszeiten den alten bundesländern zuordnet. wer kann mir helfen?

von
Schiko.

Unverständlich, bringen Sie doch hierzu ein Rechenbei-
spiel mit Bruttoverdienst
und Beitragsabführung zur
Rentenversicherung.

MfG.

von
LS

Sie haben Recht, es liegt eine Benachteiligung vor.
Die besteht darin, dass der nach Osttarif gezahlte Lohn nicht hochgerechnet wird, weil die Sozialleistungen an eine Kasse im Westen fließen, dadurch sich weniger Entgeltpunkte ergeben.

20.000€ Verdienst im Jahr 2008 Tarif Ost bringen Ihnen 0,7863 Entgeltpunkte, wofür Sie 18,97€ Rente bekämen,wenn die Rentenbeiträge an eine Kasse im Osten gehen würden, sie bringen aber nur 0,6648 Punkte mit einem Betrag Rente in Höhe von 18.08€, wenn der gezahlte Lohn nach Osttarif in eine Kasse der alten Bundesländern fließt.

Trotz des für Punkte West höheren Rentenwertes wird dies nicht ausgeglichen.

Ob die Verfahrensweise des Betriebes mit gesetzlichen Regelungen zu begründen ist, vermag ich nicht einzuschätzen.

Lassen Sie sich doch von der Lohnbuchhaltung oder dem Personalbüro die Rechtslage erläutern.

Falls gewerkschaftlich organisiert, einfach auch deren Unterstützung zur Klärung erbitten.

Die Ermittlung der Rentenanteile erfolgte mit den ab 01.07.2009 geltenten Rentenwerten für Ost und West

von
Manni

auf nachfrage im Lohnbüro bekomme ich nur die antwort ,der firmensitz ist in west,die beiträge werden deshalb auch als west gegenzeichnet und abgeführt.

von
LS

Manni, nicht der Firmensitz ist maßgebend, sondern die Betriebsstätte.
Und wenn die im Osten liegt, muss auch in der Meldebescheinigung durch die Mitarbeiter der Lohnbuchhaltung das "Kreuzchen" bei Ost gemacht werden.

Legen Sie gegebenenfalls Beschwerde im Betrieb ein, worauf ja eine Antwort erfolgen muss und die kann dann evtl. auch für eine Klage verwendet werden.

von
Egon

Hilfreich wäre vielleicht eine schriftliche Information an den zuständigen Rentenversicherungsträger, damit dort im Rahmen einer Betriebsprüfung die korrekte Beitragsabführung und die abgegebenen Meldungen des Arbeitgebers geprüft werden können. Ansonsten ist die Krankenkasse lfd. für diese Sachen zuständig (Vorschrift: § 28h Abs. 2 Satz 1 SGB IV).

von
Frage

Tut mir leid, das verstehe ich nicht ?
Bedeutet das vielleicht, daß bei gleichem Gehalt / Beitrag der Arbeitnehmer im Osten später eine höhere Rente als der Arbeitnehmer im Westen erhält ??
Das kann doch eigentlich nicht sein!. Das wäre doch - milde formuliert - unfair und ungerecht und benachteiligend für die Westdeutschen. Wenn ja - aus welchem Grund erfolgt diese Schlechterstellung ? Ich kann es nicht glauben und mir eigentlich auch nicht vorstellen, daß solche Gesetze gemacht werden !!!!!! So etwas kann es doch nicht geben !!!!!!!! Oder doch ???

von
LS

User/in Frage, im vorliegenden Fall ist Ihr Denkansatz falsch.

Tatsächlich, und das belegt auch die Statistik, liegen die Löhne im Beitrittsgebiet im Durchschnitt noch 12% unter dem Durchschnitt der Löhne in den alten Bundesländern.

Es muss also davon ausgegangen werden, dass auch "User Manni" davon betroffen ist, er erwähnt ja, das er nach Tarif Ost entlohnt wird.

Die rechnerische Darstellung mit den 20.000 € unterstellt die geringere Entlohnung im Osten (Beitrittsgebiet) und soll demonstrieren, dass er, weil eine fehlerhafte Verschlüsselung vorgenommen wird, dadurch benachteiligt wird.

Objektiv sind 20.000 im Beitrittsgebiet einer Summe im Westen in Höhe von 20.000 + 12% = 22.400 gegenüberzustellen, weil ja in den alten Bundesländern im Durchschnitt 12% mehr verdient werden.

Die Ergebnisse daraus als Anteil Rente in €
- 20.000 O = 18,97€
- 22.400 W = 20,25€.
ermittelt aus dem Jahr 2008 mit den Rentenwerten ab 01.07.2009.

Eine Benachteiligung für die Bundesbürger der alten Bundesländer ist nicht vorhanden.

von
Frage

Sehr geehrter Herr LS,
Ihre Ausführungen kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Sie haben doch selbst in Ihrem Beitrag vom 08.06.09 erwähnt, daß bei gleichem Gehalt die spätere Rente im Osten höher sein wird.
Daß die Gehälter im Westen generell höher sind, ist unwahr, wirklichkeitsfremd und eine sicherlich sehr "zweckdienliche" Behauptung. Ich fasse es nicht : Man muß im Westen also mehr verdienen, um die gleiche Rente wie im Osten zu bekommen. Hanebüchen, diskriminierend, ungerecht, gelinde formuliert eine S------
Aber lassen wir das, Ihre Aussagen sind für mich sehr eindeutig, die Absicht ist klar zu erkennen.
Ich beende das Thema, es bringt nichts.
Danke und Adeu !!!!

von
Knut Rassmussen

Bedenken Sie bitte, wann diese Regelungen entstanden sind. Welches Tarifgefüge wir damals hatten. Ost-Angestellte haben jahrelang mehr tarifliche Wochenstunden erbracht für 62 -82 Prozent des Tariflohnes West. Dass das Ganze heute möglicherweise nicht mehr zeitgemäß ist, steht auf einem anderen Blatt.

... wenn ich nur eine Kugel Eis haben kann, darfst du auch nur eine haben ...

von
LS

User Frage, was die Lohnunterschiede angeht, bin ich der falsche Ansprechpartner.
Ich stütze mich auf die Aussagen des statistischen Bundesamtes und der auf dieser Basis von der Bundesregierung und vom Bundesrat bestätigten Festlegungen für den Umrechnungsfaktor von Ostverdiensten für den jeweils zu betrachtenden Zeitraum.

Und die sagen aus, das im Durchschnitt aller Beschäftigten in den alten Bundesländern 12% mehr verdient wird als im Durchschnitt in den neuen Bundesländern.

Natürlich gibt es auch in den alten Bundesländern Niveauunterschiede im Lohn, eben so wie auch in den neuen Bundesländern.

Meine Berechnung im Beispiel sollen lediglich verdeutlichen, dass er, ausgelöst durch die Art der Verschlüsselung im Meldebeleg, die Angleichung an den Bundesdurchschnitt, den der Hochrechnungsfaktor ja bewirken soll, nicht erhält, insofern benachteiligt ist.