was erwartet mich beim gutachter (Psychiater)

von
Sla

Sollten ernsthafte gesundheitliche Probleme durch die Kenntnis des Gutachtensinhalts befürchtet werden, wird der RV-Träger wohl dem Antragssteller (Versicherten) anbieten das Gutachten an einen Arzt zu senden.

Ob der Antragssteller dann auf dieses Angebot eingeht oder nicht bleibt ihm überlassen, besteht er auf der persönlichen Akteneinsicht muss diese dann auch erfolgen.

Übrigens :
Einen Anspruch auf ZUSENDUNG von Kopien hat man nicht, die DRV muss lediglich Akteneinsicht zulassen, wobei dann Kopien gefertigt werden können d.h. man kann darauf bestehen, dass man die Akte in den Räumen der DRV sieht und Kopien bekommt.

Es kann also sein, dass die DRV diesen "Trick" anwendet wenn das Gutachten dem Antragssteller vorenthalten werden soll, da es sicherlich einige Personen gibt, die den Aufwand scheuen in eine Beratungsstelle oder zum Sitz des RV-Trägers zu gehen.

von
Knut Rassmussen

§ 25 Abs. 4 SGB X regelt den Ort der Akteneinsicht. Lieber Sozialrechtler, Sie sollten Ihren Nick in Profilneurotiker ändern.

Lesen Sie bitte den Abs. 2 dieser Norm! "Die Behörde soll..." Wenn Sie nur ansatzweise ein "Rechtler" wären, hätten Sie im Grundstudium gelernt, was im rechtlichen Sinne "soll" bedeutet.

von
ä-ä

@ Bernd und Eva-Maria

...war bei mir ganz anders...
Meine Notizen - nicht mal ne halbe Seite - wurden mir verboten zu benutzen. Der Gutachter hat auch auf meine Erwiederung, dass ich sonst soviel vergesse, gesagt, ich solle sie weglegen.

Drei Gutachter haben mir die Rente verweigert, erst ein Arzt der DRV in der Widerspruchstelle hat erst alles im Zusammenhang sehen können und mir dann die Rente gewährt.

LG und viel Erfolg der Threaderstellerin

von
Stern

Mein Rat (aus eigener Erfahrung!):
Einfach SAGEN, was ist - nicht mehr und nicht weniger. Je weniger Vorbereitung, um so authentisch.

ALLES GUTE morgen!!!

von
Stern

sorry: soll natürlich "authentischer" heißen!

von
Eva-Maria

Ja, das hat er dann - aus welchen Gründen auch immer - ganz bewusst so in ihrem Fall gemacht.

Wahrscheinlich um zu testen, inwieweit Sie sich erinnern und sich etwas merken können.

Sie sollen diese Notizen darum auch nicht selbst behalten oder bei der Begutachtung verwenden und nur vom Zettel " ablesen " , sondern dem Gutachter mitsamt den anderen ärztlichen Unterlagen diese Notizen v o r der Untersuchung übergeben.

Gerade bei psychiatrischen Gutachten geht es u.a. um Merkfähigkeit, Erinnerungsvermögen, logisches Denken, Belastbarkeit etc. pp

von
Sozialrechtler

Es kann keine medizinisch angezeigten Fälle geben, wie Sie die beschreiben, denn da ein Patient immer in medizinische Eingriffe wirksam einwilligen muß, muß er auch korrekt über seine Erkrankung und die Behandlung aufgeklärt werden. Die Verabreichung der Psychopharmaka und anderen Medikamenten ist ohne wirksame Einwilligung - also wenn die Aufklärung vorsätzlich unterlassen wird - Körperverletzung. Ein aufgeklärter Patient hat also prinzipiell Kenntnis vom materiellen Inhalt eines Gutachtens, es sei denn er ist vom behandelnden Arzt und vom Gutachter belogen worden.

Eine Klage auf Akteneinsicht ist ein Selbstgänger und die Verweigerung der Akteneinsicht zudem strafbare Urkundenunterdrückung.

Was man natürlich nicht verhindern kann, ist das dumme Gelaber eines psychiatrischen Gutachters, der dem Probanden versucht sein Gutachten zu erklären.

von
Sla

§ 25 SGB X sagt u.a. aus " Sie soll den Inhalt der Akten durch einen Arzt vermitteln lassen, soweit zu befürchten ist, dass die Akteneinsicht dem Beteiligten einen unverhältnismäßigen Nachteil, insbesondere an der Gesundheit, zufügen würde. "
von daher geht der Gesetzgeber davon aus, dass es Nachteile an der Gesundheit geben kann.

von
inge

wer nicht simuliert, offen und ehrlich ist, braucht nichts zu befürchten ärzte sind auch nur menschen, haben auch verständnis das man nervös ist.also augen zu und durch. inge

von
Sozialrechtler

Das ändert nichts an der Tatsache, dass durch keine Studie je bewiesen wurde, dass die Kenntniserlangung über den eigenen Gesundheitszustand oder den, den ein Arzt zu Papier gebracht hat, jemals eine gesundheitliche Schädigung zur Folge hatte.

Gesundheitliche Schädigung sind allerdings durch falsche Diagnostik, insbesondere im psychiatrischen Bereich, belegt. Um sich vor Schadensersatzforderungen zu schützen, haben die Psychiater die Mär von der gesundheitlichen Schädigung beim Lesen der Arztakten erfunden.

von
Sozialrechtler

Zunächst ging es um den Quatsch, den der "Experte" bzgl. des Akteneinsichtsrechtes über den Hausarzt von sich gegeben hat.

Marginale Zitier- und Schreibfehler können Sie gerne behalten, wenn Sie sie finden, denn in § 25 Abs. 2 Satz 4 heißt es:

"Das Recht nach Abs. 1 wird nicht beschränkt."

Ich halte es wie der H. Höcherl (gott sei seiner armen Seele gnädig) und laufe nicht mit dem Gesetzbuch unterm Arm durch die Gegend. Entscheidend ist, dass die Adresse stimmt, das Stockwerk ist egal, weil die Namen irgendwo am Eingang stehen.

Und was Soll-Vorschriften betrifft, so kann die Behörde die Akteneinsicht nicht dort verweigern, wo sie ihren Sitz hat und auch Dritte nicht gegen den Willen des Berechtigten mit der Gewährung Wahrnehmung beauftragen. Von ärztlicher Schweigepflicht und dem Sozialgeheimnis haben Sie wohl noch nie was gehört, wobei ärztliche Gutachten nicht dem Sozialgeheimnis unterliegen, weil das subsidiär ist. Arztakten sind von Ärzten zu verwalten und nicht von Verwaltungen.

von
Doktor

Sie sind echt krank - definitv.

von
Sozialrechtler

Sie haben ein Recht das Gutachten zu sehen und das sogar als Erster. Ihr Hausarzt hat in der Medizinrechtsvorlesung gepennt.

Jeder Arzt, auch der von der DRV angestellte oder beamtete Arzt unterliegt uneingeschränkt der ärztlichen Schweigepflicht, es sei denn in einem speziellen Gesetz (z.B. Bundesseuchengesetz) ist etwas anderes geregelt.

Sie können dem Gutachter schriftlich mitteilen, dass Sie Ihn erst dann von der Schweigepflicht entbinden, wenn der Ihnen das Gutachten zur Kenntnis gebracht hat.

Die DRV-Verwaltung ist übrigens gar nicht befugt das Gutachten inhaltlich zur Kenntnis zu nehmen, weil zur Entscheidung ob Rente in welchem Umfang zu gewähren ist, die medizinischen Einzelheiten nicht benötigt werden. Die brauchen nur das Ergebnis zu kennen.

von
Muschel

Hallo Zusammen,
mein Gutachtertermin vor 3 Wochen war eine einzige Katastrophe. Der Gutachter war sehr hart und hat vorher offensichtlich nichts von den ganzen vorhandenen Gutachten gelesen, denn sonst hätte er mir wohl nicht geraten eine Reha zu machen... ( hatte im Okt.2009 schon eine 8 wöchige psychosomatische Reha und wurde als arbeitsunfähig entlassen) Und sonst, er hat mehrfach das Zimmer verlassen, bzw. längere Zeit telefoniert, so das ich den Eindruck hatte, das ich ihm gar nicht wichtig bin.
Ich hatte ihm den gewünschten Fragebogen ausgefüllt und auch noch persönliche Angaben gemacht und der ganze Kommentar von ihm war dann eigentlich nur...die Hälfte hätte auch gereicht, denn je mehr ich schreibe, umso mehr muß er dann auch in seinem Gutachten schreiben.

Dann meinte er, das es wegen dem Mobbing und den Folgen wie den schweren Depressionen, Angst-und Panikattacken, nicht möglich ist eine Zeitrente zu bekommen. Auf meine Frage, was ich seiner Meinung nach tun soll....kam dann die Antwort, das ich mich halt noch ein paar Monate krankschreiben lassen und dann eine Wiedereingliederungsphase machen...und dann werden die Ängste schon von selbst verschwinden....ich dachte ich hör nicht richtig. Das ich nicht mal in die Nähe gehen kann, weil ich das Gefühl habe ich sterbe, fand er nicht so schlimm. Ich könnte ja meinen Job kündigen und was anderes machen...(klar, weil man mit 51 Jahren ja auch ganz einfach einen neuen Job bekommt). Er hat zwar tatsächlich eingeräumt, das es in meinem Alter schwierig sein könnte, aber dann bekäme ich ja auch Arbeitslosengeld und hätte wieder mein Auskommen. Ich sagte, das kann ja wohl nicht sein....das ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag aufgebe um dann arbeitslos zu sein, nur weil es nicht möglich ist, für eine kurze befristete Zeit, Rente zu beanspruchen und wo ja doch die Aussichten gut stehen, das ich mit Hilfe der Therapeutin, bei der ich jetzt angefangen habe, wieder in der Lage sein könnte, an meinen alten Arbeitsplatz, der nach wie vor ungekündigt ist, zu arbeiten. Es war noch viel mehr, aber das möchte ich jetzt nicht alles schreiben. Jedenfalls glaube ich, das seine Meinung über mich schon feststand, bevor ich in sein Zimmer kam. Wahrscheinlich müßen die Gutachter grundsätzlich ablehnen, ich weiß es nicht. Jedenfalls wird er mein Anliegen nicht unterstützen und ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Ich war völlig fertig und ich bin heulend gegangen...bis jetzt habe ich noch keinen Bescheid..seufz!!

Ich drück Dir die Daumen, das es bei Dir besser läuft!!

Muschel

von
Stefan

Das Problem dürfte bei Ihnen evtl. gewesen sein, dass Sie nur Anspruch auf Rente haben, wenn SIe keinen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben können, ein Arbeitsplatzwechsel ist zumutbar. Ist kein freier Arbeitsplatz bei einem anderen Arbeitgeber vorhanden, ist das kein Grund für eine Rente d.h wenn Sie woanders (bei einem anderen Arbeitgeber) arbeiten könnten bekommen SIe keine Rente.

von
Muschel

Hallo Stefan,
so wie Sie es sagen, stellte es der Gutachter dar...aber so ist es ganz und gar nicht. Auf Grund meiner ganzen Beschwerden kann ich im Moment noch nirgendwo arbeiten...aber ich tue alles, was nur irgendwie möglich ist, um wieder auf die Füße zu kommen.
Das Problem ist halt auch, die ewigen Wartezeiten....7 Monate hab ich auf die Reha gewartet, dann wieder 4 Monate um in eine Tagesklinik gehen zu können. Und nun habe ich erst jetzt mit einer Traumatherapie angefangen...aber zaubern kann die Therapeutin auch nicht, verstehst Du?
Ich bin mir sicher, das ich es schaffen kann, wieder an meinem Arbeitsplatz zu arbeiten, wenn ich nur noch etwas Zeit hätte. Man kann mich doch nicht zwingen, diesen Arbeitsplatz ( ich arbeite seit über 28 jahren in der Bank) aufzugeben, nur um dann arbeitslos zu sein. Das macht doch null Sinn? Ich verstehe die welt nicht mehr........

Muschel

von
Eva-Maria

Das die Rente jetzt nicht genehmigt wird ist doch gar nicht sicher.

Die Gutachter sagen oft so und schreiben dann aber ganz was anderes in ihr Gutachten -alles schon selbst erlebt.

Außerdem ist das Gutachten nur ein Mosaiksteinchen in der ganzen Sache und die Entscheidung wegen einer EM-Rente , fällt seitens der RV immer anhand aller ärztlichen Unterlagen und nicht nur alleine aufrgund des Gutachtens.

Warten Sie doch erstmal ab, wie der jetzt demnächst kommende Bescheid der RV
ausfällt.

Bei Ablehnung heisst es dann nicht aufgeben, sondern sofort per Anwalt / VDK Widerspruch einlegen und ganz massiv gegen die RV vorgehen !

Man muss nur selbst einen langen Atem haben, dann geht der Gegenseite sehr oft der Atem aus...

Das Spielchen kenne ich zur Genüge und kann nur sagen , wer richtig " Theater " bei und gegen die RV macht und wirklich krank ist, bekommt dann auch letztlich die Rente....

Schätze persönlich ihre Chancen auf eine befristete EM-Rente - nach allem was Sie hier geschrieben haben - als relativ hoch ein.

von
Geldverbrennung

" die Entscheidung wegen einer EM-Rente , fällt seitens der RV immer anhand aller ärztlichen Unterlagen und nicht nur alleine aufrgund des Gutachtens."

Wollen Sie allen Ernstes behaupten, daß die Sachbearbeiter der DRV - bestenfalls mit Jura-Abschluß betitelt - medizinische Sachverhalte beurteilen können?

Medizinische Unterlagen, was immer das auch sein mag, gehören nicht auf deren Schreibtisch. Allein das Lesen der Schriftstücke ist pure Verschwendung von Versichertenbeiträgen. Kein Wunder, dass die Sozialkassen leer sind bei soviel Inkompetenz und Anmaßung.

von
Eva-Maria

" Wollen Sie allen Ernstes behaupten, daß die Sachbearbeiter der DRV - bestenfalls mit Jura-Abschluß betitelt - medizinische Sachverhalte beurteilen können? "

Das hat doch niemand behauptet, das dies so ist.

Ist es ja auch nicht.

Die medizinischen Unterlagen werden nicht von der Sachbearbeitung ausgewertet, sondern nur und auschließlich von den Mitarbeitern ( also Ärzten ) des Mediznischen Dienstes
der RV !

von
bri

Liebe Eva-Maria,ich hatte heute den Gutachtertermin. Der Gutachter war sehr nett ,hat mir zugehört und mich aussprechen lassen. Mit Sicherheit bin ich auf 2Fallen reingefallen.Ich habe mich nicht verstellt,war so abgeschlagen wie immer ,Konnte dem Gespräch aber folgen.Für meinen Spickzettel hat er sich nicht interessiert. Noch eine kurze körperliche Untersuchung,fertig. Das ganze hat 50 Minuten gedauert