Was gilt als Arbeitseinkommen nach "beruflicher Reha"?

von
Koulchen

Hallo allerseits,

mal eine generelle Frage: Wenn man selbständig ist, arbeitsunfähig wird, an längerdauernden Leistungen zur Teilhabe teilnimmt und danach in einem anderen Betätigungsfeld selbständig arbeitet - wonach berechnet sich dann das Arbeitseinkommen zur Beitrags- und Leistungsberechnung der Sozialversicherungsträger?

Nach dem eventuell schon vorliegenden Einkommensteuerbescheid mit deutlich geringerem Einkommen wegen der Reha-Maßnahme (Übergangsgeld ist doch kein Einkommen, oder?) oder noch nach der wirtschaftlichen Situation direkt vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit?

Vielen Dank im voraus für die Antworten!

Gruß
Koulchen

Experten-Antwort

Hallo "Koulchen",

zunächst haben Sie bei der Festlegung des Beitrags die Wahl zwischen dem "halben Regelbeitrag" (2009 = 250,74 Euro) und einem "einkommensgerechten" Beitrag.
Zur Ermittlung des "einkommensgerechten" Beitrags wird grundsätzlich der Einkommenssteuerbescheid für diese Tätigkeit herangezogen. Mit der Aufnahme einer neuen Tätigkeit ist es natürlich nicht möglich diesen Bescheid vorzulegen. Deshalb können Einkommensnachweise auch durch andere Unterlagen erbracht werden. Dazu zählen Bescheinigungen des Steuerberaters über das voraussichtliche Arbeitseinkommen, Bescheide des Finanzamtes über die Höhe der Einkommensteuervorauszahlung, Buchführungsunterlagen, betriebswirtschaftliche Auswertungen für die ersten Monate der Tätigkeit und Bilanzen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Rentenversicherung

von
Koulchen

Hallo Experte,

das heißt also, solange noch nicht klar wäre, wie sich alles mit einer zweiten Selbständigkeit entwickelt, müßte man gar nichts unternehmen (außer die Tätigkeit melden), weil der halbe Regelbeitrag ja von Amts wegen angesetzt wird. Vielen Dank, dann ist das zumindest von der Rentenversicherungsseite her klar! Bis auf eine Kleinigkeit: Wenn man sich ziemlich sicher ist, daß auch der halbe Regelbeitrag für den Anfang noch zu hoch wäre - ist dann auch ein Antrag auf Anwendung der Sozialklausel möglich? Ich nehme mal an, das geht frühestens nach dem ersten Monat, wenn die erste BWA vorliegt - oder gibt es da Ausnahmeregelungen in Richtung Einkommensschätzung zunächst ohne einzureichende Nachweise?

Jetzt werde ich noch mal im Krankenkassenforum nachfragen, wie es mit den Krankenversicherungsbeiträgen und dem Krankengeld in so einem Fall aussieht. Das scheint mir wesentlich tüfteliger zu sein.

Viele Grüße
Koulchen

Experten-Antwort

Hallo "Koulchen",

mit dem Fragebogen für selbständig Tätige (V020) werden Sie bezüglich der "einkommensgerechten" Beiträge gebeten "eine Bescheinigung des Steuerberaters oder eine eigene gewissenhafte Schätzung über die voraussichtliche Höhe des Arbeitseinkommens" vorzulegen. Dies bildet dann ab Beginn der Versicherungspflicht die Grundlage für die Beitragshöhe bis der erste Steuerbescheid für diese Tätigkeit erteilt wird.
Die von Ihnen angeführte "Sozialklausel" bezieht sich auf Änderungen, die während einer laufenden Beitragszahlung eintreten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Rentenversicherung