Was passiert wenn man Vollzeit bei teilw. Em rente arbeitet?

von
Steer

Hallo.
Ich beziehe eine halbe em rente.
Also unter 6 Stunden am tag.

Darf ich einen vollzeitjob für ein oaar monate ausprobieren?
Oder verboten.

Danke

von
NBGFUN

Hallo,
grundsätzlich kann Ihnen die Rentenversicherung nicht verbieten eine Tätigkeit aufzunehmen. Sollten Sie jedoch über das festgestellte Leistungsvermögen arbeiten, so würden sie persönlich auf "Kosten der eigenen Gesundheit" arbeiten.
Die RV würde dann prüfen, ob Sie die Hinzuverdienstgrenzen einhalten (siehe Rentenbescheid).
Sofern die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird, erhalten Sie die derzeitige Rente weiter.
Auf jeden Fall sollten Sie die Arbeitsaufnahme der RV mitteilen, damit keine "Überzahlung" der Rente eintreten kann.

von
Krämers

Also " ausprobieren " ohne Konsequenzen fürchten zu müssen kann man das natürlich nicht, was Sie da beabsichtigen. An ihrer Stelle wäre ich da sehr vorsichtig.

Wenn Sie eine teilw. EM-Rente haben - die Sie nur deshalb bekommen haben, weil man ihrer Erwerbsfähigkeit auf unter 6 Stunden eingeschätzt hat - , aber dann Tage, Wochen oder sogar einige Monate in Vollzeit arbeiten können Sie dies gerne tun. Das wird ihnen niemand verbieten können.

Allerdings wird dann auf jeden Fall bei Überschreiten ihrer individuellen Hinverdienstgrenze die EM-Rente gekürzt. Ob letztlich dann ihre Vollzeitarbeit auch Konsequenzen hinsichtlich eine Überprüfung und dann Aberkennung oder auch nur " Probleme " beim nächsten Verlängerungsantrag ihrer teilw. EM-Rente zeitigt, wird sich dann zeigen.

Da Sie die Beschäftigungsaufnahme unverzüglich bei der RV melden müssen und diese auch durch eine Arbeitgeberanfrage seitens der RV geprüft wird, kommen ihre wirklich geleisteten täglichen Arbeitsstunden sowieso ans Licht. Ob dies dann wie gesagt zu einer Überprüfung ihrer EM führt und dann auch eben in letzter Konsequenz zur Aberkennung ihrer EM-Rente bleibt dann eben ihr Risiko.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Steer,

teilweise Erwerbsminderung liegt nach § 43 Abs. 1 Satz 2 Sozialgesetzbuch Sechstes Buch ( GB VI) bei einem gesundheitsbedingt eingeschränkten Leistungsvermögen auf 3 bis unter 6 Stunden täglich vor, gemessen an den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes.
Nach dieser Gesetzesdefinition ist somit im Einzelfall festzustellen, wie viele Stunden täglich der Versicherte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch arbeiten kann. Eine vollschichtige Ausübung einer Beschäftigung neben dem Bezug der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, würde somit nicht möglich sein und würde zu einer Überprüfung des Rentenanspruchs durch Ihren Rentenversicherungsträgers führen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 28.10.2011, 14:16 Uhr]