Was tun?Eu-Antrag stellen oder nicht?Aussteuerung! §125 Nahtlosigkeitsregelung

von
helloboy

Hallo Ihr Lieben,

ich war heute das erstemal in meinem Leben im Amt.
Und das mit 38.
Ich habe folgendes Problem:
-Werde in 5 Wochen ausgesteuert
-Kündige von mir aus wg. gesundheitlichen Gründen mit Attest
-Möchte natürlich arbeiten, doch klappt es nicht
-Weiß nicht, ob ich EU-Rentenantrag stellen soll!
-Mein Attest vom Arzt sagt, ich packe zur Zeit nicht mehr als 4h/pro Tag
Er empfiehlt einen EU-Antrag auf Zeit.
-Die jetzige Arbeit packe ich nicht (2x Wiedereingl. abgebrochen).Deshalb die
Eigenkündigung. Dame vom Amt sagt "keine Sperre!" da Attest.
-Ich bin bereits Kaufmann und habe wenig Chancen für eine Umschulung

Nun meine Frage:
Was ist sinnvoller?
a) Rentenantrag stellen (Chance lt. MDK gering)? Amt würde dann das ALG1 bis zur Entscheidung zahlen. Soll der §125 sein.
Doch möchte ich ja schnell einen geeigneten Job finden!

b) Keinen Rentenantrag stellen, und nach der Aussteuerung "normales ALG1" beantragen, da ich ja 4h pro Tag arbeiten könnte.
Dann wäre ich zumindest ja vermittelbar und mir würde bei der Jobsuche/evtl. Umschulung geholfen.
Dann dürfte mich aber mein Arzt nicht mehr (nach der Aussteuerung) krankschreiben? oder???

c) Ich habe Angst, dass ich was falsch mache, und überhaupt keine Leistung erhalte! (Meine nicht die ALG1-Sperre wg. Eigenkündigung).

d) was sollte ich überhaupt nicht machen (Bitte nicht "ja nicht selbst kündigen". Dieses Thema habe ich bereits durch)

Ich bedanke mich recht herzlich bei euch!

Schöne Grüße
helloboy

von
-_-

"Kündige von mir aus wg. gesundheitlichen Gründen mit Attest."

Auch wenn Sie es nicht lesen wollen: Das sollten Sie auf keinen Fall tun! Anspruch auf Rente und ALG besteht auch dann, wenn Sie ausgesteuert sind, das Beschäftigungsverhältnis formal noch besteht, Sie die Beschäftigung jedoch nicht ausüben können.

"Rentenantrag stellen (Chance lt. MDK gering)? Amt würde dann das ALG1 bis zur Entscheidung zahlen."

Ja, den Rentenantrag sollten Sie umgehend stellen. Ob ein Anspruch besteht, kann der MDK überhaupt nicht wissen. Günstig wäre es, wenn Ihr Arzt im Befundbericht schreiben würde: "Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt derzeit weniger als 3 Stunden."
Bei einem Leistungsvermögen von unter drei Stunden erhält ein Versicherter volle Erwerbsminderungsrente, bei drei bis unter sechs Stunden, halbe Erwerbsminderungsrente, bei sechs und mehr Stunden, keine Erwerbsminderungsrente. Wer mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann und keinen Teilzeitarbeitsplatz findet, bekommt jedoch auch die volle Erwerbsminderungsrente auf Zeit (sogenannte "Arbeitsmarktrente", immer befristet).

Ja, ALG sollten Sie beziehen, bis über den Rentenantrag entschieden ist, falls die Rente abgelehnt wird, auch darüber hinaus noch.

von
Corletto

Letztlich können nur SIE die Entscheidung treffen, welche dieser Möglichkeiten sie jetzt angehen.

Diese Entschediung wird ihnen auch niemand abnehmen können.

Auch Ratschläge hier im Forum sind insofern unangebracht, da nur SIE ihren aktuellen Gesundheitszustand kennen und und nur dieser sollte für Ihr Entscheidung massgebend sein.

Ein EM-Antrag hätte - bei aller Zurückhaltung und in Unkenntnis ihrer genauen Erkrankungen - sicherlich nach den von ihnen geschilderten
Umständen recht gute Chancen auf eine Genehmigung.

Experten-Antwort

Hallo helloboy,

wie Corletto schon schrieb, können letztlich nur Sie selbst die Entscheidung treffen, welche der von Ihnen genannten Möglichkeiten sie nutzen.

Ohne Kenntnis der genauen Umstände Ihres Einzelfalls würde ich jedoch grundsätzlich dem Beitrag von -_- zustimmen. Im Zweifel sollten Sie vielleicht auch die Möglichkeit einer persönlichen Beratung bei Ihrem Rentenversicherungsträger in Anspruch nehmen. In einem 4-Augen-Gespräch lässt sich vieles einfacher klären und besser auf Ihre individuelle Situation eingehen als dies im Rahmen dieses Forums möglich wäre.