Was zählt alles zu Beitragszeiten?

von
Zoe

Hallo.
Ich verfolge aktuell das Thema "Minijob und EMR 'hier sehr interessiert.
Bin auch in der Situation, einen Minijob neben meiner EMR anzunehmen.

Was hier aber nie berichtet wird, welche Zeiten zählen als Beitragszeiten?
Wenn man mal aus der EMR fallen sollte, fällt man doch erst entweder ins Alg1 oder Krankengeld.
Diese Zeiten sind dann doch Beitragszeiten?
Nur H4 wäre doch ohne Beitragszeit?
Ein Minijob mit Beitragszahlung wäre dann doch nur sinnvoll, wenn man weiß, man fällt in H4, und versucht in dieser Zeit (also H4 +Minijob mit Beiträgen) wieder eine EMR zu beantragen.
Wenn man in Alg1 oder Krankengeld fällt (bei Ende einer EMR), müßte der minijob doch auch beitragsfrei auszuüben sein, ohne Verlust der Beitragszeit (da ja Alg1 oder KG die Beiträge zahlen).

Verstehe ich das so korrekt?
PS: habe noch 10J bis zur AR. EMR seit 2012.

von
Siehe hier

Zitiert von: Zoe
Hallo.
Ich verfolge aktuell das Thema "Minijob und EMR 'hier sehr interessiert.
Bin auch in der Situation, einen Minijob neben meiner EMR anzunehmen.

Was hier aber nie berichtet wird, welche Zeiten zählen als Beitragszeiten?
Wenn man mal aus der EMR fallen sollte, fällt man doch erst entweder ins Alg1 oder Krankengeld.
Diese Zeiten sind dann doch Beitragszeiten?
Nur H4 wäre doch ohne Beitragszeit?
Ein Minijob mit Beitragszahlung wäre dann doch nur sinnvoll, wenn man weiß, man fällt in H4, und versucht in dieser Zeit (also H4 +Minijob mit Beiträgen) wieder eine EMR zu beantragen.
Wenn man in Alg1 oder Krankengeld fällt (bei Ende einer EMR), müßte der minijob doch auch beitragsfrei auszuüben sein, ohne Verlust der Beitragszeit (da ja Alg1 oder KG die Beiträge zahlen).

Verstehe ich das so korrekt?
PS: habe noch 10J bis zur AR. EMR seit 2012.

Hallo Zoe,
soweit verstehen Sie das richtig. Zu berücksichtigen ist dabei aber, ob Sie tatsächlich Ansprüche auf KG oder ALGI hätten, falls Ihre EM-Rente tatsächlich nach so langer Zeit nicht weiter bewilligt wird. Dies sollten Sie mit Ihrer Krankenkasse bzw. der Agentur für Arbeit klären.
Ein Minijob neben Krankengeldbezug ist ausgeschlossen. Denn entweder ist man arbeitsunfähig (Krankengeld) oder eben nicht (Minijob möglich).
Bei ALGI kann man auch zusätzlich einen Minijob haben, der wird dann z.T. auf das ALG angerechnet, erhöht aber auch noch Ihre Rente > genaueres hierzu Agentur für Arbeit.

Wenn Sie jetzt die Möglichkeit haben, neben Ihrer EM-Rente einen Minijob anzufangen dann machen Sie das also einfach. Ihr eigener Beitrag für die RV wäre 16,20 EUR (bei 450 EUR Minijob). Innerhalb der Zurechnungszeit für die EM-Rente (bei Ihnen noch bis 60?), sind zwar die hochgerechneten Zeiten vermutlich höher und es wirkt sich nicht aus, hat aber andere Vorteile in Bezug auf Wartezeiten etc. Hierzu auch nochmal die Experten-Antwort im Beitrag von 'Peter T.' lesen.

Und achten Sie auf mögliche Gesetzesänderungen in den zehn Jahren, die noch vor Ihrer Altersrente liegen.

Alles Gute!

von
Zoe

Ja, bei mir wurde meine EMR auf Basis 60 Jahre gerechnet.
Alg1 habe ich 15 Monate. Also wäre hier rentenversichert.
Falls ich also mal aus der EMR herausfallen sollte, würde Alg1 greifen.
Und deshalb könnte ich in dieser Zeit (also jetzt in EMR und evtl. in Alg1) einen minijob ohne eigene Rentenbeitråge ausüben.
Hätte somit keine Probleme, dass ich eine gewisse Zeit keine Beiträge zur RV zahle.
Nur wenn das Alg1 alle sein sollte, und kein KG Anspruch mehr besteht, wäre ein Minijob mit eigenen Beiträge zur RV sinnvoll. Sonst hätte ich eine beitragslücke, und könnte keine EMR in dieser Zeit stellen.

Jetzt habe ich es verstanden.

Wenn ich aber selbst beim minijob Beiträge zahle (also während in EMR oder Alg1), dann könnte meine spätere Altersrente evtl. dadurch niedriger ausfallen, als meine aktuelle.
Und das möchte ich ja vermeiden.

von
Siehe hier

Zitiert von: Zoe
Ja, bei mir wurde meine EMR auf Basis 60 Jahre gerechnet.
Alg1 habe ich 15 Monate. Also wäre hier rentenversichert.
Falls ich also mal aus der EMR herausfallen sollte, würde Alg1 greifen.
Und deshalb könnte ich in dieser Zeit (also jetzt in EMR und evtl. in Alg1) einen minijob ohne eigene Rentenbeitråge ausüben.
Hätte somit keine Probleme, dass ich eine gewisse Zeit keine Beiträge zur RV zahle.
Nur wenn das Alg1 alle sein sollte, und kein KG Anspruch mehr besteht, wäre ein Minijob mit eigenen Beiträge zur RV sinnvoll. Sonst hätte ich eine beitragslücke, und könnte keine EMR in dieser Zeit stellen.

Jetzt habe ich es verstanden.

Wenn ich aber selbst beim minijob Beiträge zahle (also während in EMR oder Alg1), dann könnte meine spätere Altersrente evtl. dadurch niedriger ausfallen, als meine aktuelle.
Und das möchte ich ja vermeiden.

Das ist bei Ihnen nicht der Fall, wenn Sie zwischen EM-Rente und nachfolgender (vorzeitiger) Altersrente nicht mehr als 24 Monte Lücke haben. Eine vorzeitige Altersrente ist bei Ihnen erst nach Ende der Zurechnungszeit möglich, der Anspruch auf EM-Rente besteht aber üblicherweise bis zur Regelaltersrente. Nach Vergleichsberechnung muss die höhere der beiden Renten bezahlt werden. Hier greift dann der Besitzschutz nach §88 SGB VI.

D.h. die Beiträge 'während' der Zurechnungszeit wirken sich zwar wohl nicht erhöhend aus, mindern aber Ihre Altersrente auch nicht. Rentenerhöhend für die nachfolgende Altersrente wären in Ihrem Fall dann noch Beiträge aus einem Minijob nach der Zurechnungszeit, also >60.

Lassen Sie sich also nicht irritieren, machen Sie einfach den Minijob (mit Beiträgen) und sofern es tatsächlich dazu kommen sollte, dass Ihre EM-Rente nicht verlängert wird, fragen Sie dann noch einmal nach.

Experten-Antwort

Hallo Zoe,

als Beitragszeiten sind alle Zeiten zu berücksichtigen, für die Beiträge gezahlt wurden bzw. werden. Dies ist grds. z.B. bei Krankengeld- oder Arbeitslosengeld I – Bezug, bei einer versicherungspflichtigen Beschäftigung, bei Kindererziehungszeiten, unter Umständen bei Pflegetätigkeiten oder Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit der Fall.

Der Arbeitslosengeld II – Bezug zählt seit dem 01.01.20211 zu den sogenannten Anrechnungszeiten. Für diese Zeiten werden keine Beiträge gezahlt. Sie werden jedoch in einer besonderen Weise bei der Prüfung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente berücksichtigt.

Ein versicherungspflichtiger Minijob ist unter mehr, als den genannten Bedingungen sinnvoll. Diesbezüglich sollten Sie sich jedoch individuell beraten lassen.

Es ist korrekt, dass in einem Monat immer nur eine Zeit als „Wartezeitmonat“ berücksichtigt werden kann. Liegen in einem Monat also zwei Zeiten (z.B. ein Minijob und parallel der Bezug von Arbeitslosengeld I) vor, ergibt sich daraus nur ein Monat, der als Beitragszeit für die Wartezeit berücksichtigt werden kann.

Ansprüche zu anderen Sozialversicherungszweigen (wie z.B. zum Krankenversicherungs- oder Arbeitslosenrecht) erfragen Sie bitte bei den entsprechenden Stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
zoe

Lassen Sie sich also nicht irritieren, machen Sie einfach den Minijob (mit Beiträgen)

[/quote]

Hallo nochmals.

Aber warum dann "Minijob mit Beiträge"?
Da wäre es doch sinnvoller, den Minijob ohne Beiträge auszuüben. Somit hätte ich mtl. etwas mehr vom Minijob.
Die zusätzlich eingezahlten Beiträge während des Minijobs würde mir ja keine höhere spätere Altersrente bringen.
Und vorzeitig in Rente zu gehen, brauche ich ja nicht.
Könnte die EMR ja bis zum Alter der AR laufen lassen.

Das ist ja das unverständliche.
Warum Beiträge zahlen, wenn es mir nichts bringt.

von
Siehe hier

Zitiert von: zoe

Lassen Sie sich also nicht irritieren, machen Sie einfach den Minijob (mit Beiträgen)

Hallo nochmals.

Aber warum dann "Minijob mit Beiträge"?
Da wäre es doch sinnvoller, den Minijob ohne Beiträge auszuüben. Somit hätte ich mtl. etwas mehr vom Minijob.
Die zusätzlich eingezahlten Beiträge während des Minijobs würde mir ja keine höhere spätere Altersrente bringen.
Und vorzeitig in Rente zu gehen, brauche ich ja nicht.
Könnte die EMR ja bis zum Alter der AR laufen lassen.

Das ist ja das unverständliche.
Warum Beiträge zahlen, wenn es mir nichts bringt.
[/quote]

Machen sie doch einfach, was Sie wollen *freundliches Grinsen*

Aber ernsthaft:
im Moment haben Sie noch gar keinen Minijob (mit 450,00 EUR), also noch nicht einmal die 433,80 EUR, die Ihnen nach Beitragszahlung übrig blieben, und wollen dennoch 16,20 EUR sparen.
Während Sie bereits von der 'beitragsfreien' Zurechnungszeit Ihrer EM-Rente profitieren. Und die wurde nach Ihrem Verdienst VOR der EM-Rente berechnet, der vermutlich (hoffentlich) höher war als ein Minijob.

Ein Minijob ist grundsätzlich beitragspflichtig. Man kann auf diese Beitragspflicht verzichten. Dies gilt dann aber für diesen minjob durchgehend. Dann später in diesem Job wieder in die Versicherungspflicht zu wechseln ist nicht möglich. Es müsste also ein neuer her.

Und wenn demnächst (oder auch etwas später) für Sie konkret die Überlegung ansteht, weil Sie dann tatsächlich einen Minjob ausüben wollen, fragen Sie dann direkt noch einmal bei Ihrer zuständigen Rentenversicherung nach und lassen sich die anderen Vorteile auch noch erklären. Die auch abhängig sein können von Ihrem bisherigen Versicherungsverlauf und deshalb hier nicht abschließend beantwortet werden können (siehe auch Experten-Antwort).

von
Siehe hier

Hallo Zoe,

nun hatte auch der Expert die Zeit gefunden, die Frage noch mal detaillierter zu erläutern.

Dies finden Sie in diesem Beitrag:

https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/minijob-auswirkungen-bei-pflichtversicherung-und-gleichzeiter-em-rente/seite/2.html

Das kann dann also auch für Ihre Einschätzung 'Versicherungspflicht ja oder nein', wenn Sie dann einen Minijob aufnehmen wollen, hilfreich sein.

Alles Gute und viel Erfolg bei einer evtl. Minijobsuche!

von
Backe

Zitiert von: Zoe
Ja, bei mir wurde meine EMR auf Basis 60 Jahre gerechnet.
Alg1 habe ich 15 Monate
Das kommt drauf an, ob Sie eine befristete oder eine Dauerrente haben.

von
Zoe

Zitiert von: Backe
Zitiert von: Zoe
Ja, bei mir wurde meine EMR auf Basis 60 Jahre gerechnet.
Alg1 habe ich 15 Monate
Das kommt drauf an, ob Sie eine befristete oder eine Dauerrente haben.

Hallo.
Ich habe eine befristete Rente, welche alle 3 Jahre verlängert wurde.
Warum macht das jetzt schon wieder einen Unterschied?

von
Zoe

Zitiert von: Backe
Zitiert von: Zoe
Ja, bei mir wurde meine EMR auf Basis 60 Jahre gerechnet.
Alg1 habe ich 15 Monate
Das kommt drauf an, ob Sie eine befristete oder eine Dauerrente haben.

Hallo.
Ich habe eine befristete Rente, welche alle 3 Jahre verlängert wurde.
Warum macht das jetzt schon wieder einen Unterschied?

von
Backe

Zitiert von: Zoe
Zitiert von: Backe
Zitiert von: Zoe
Ja, bei mir wurde meine EMR auf Basis 60 Jahre gerechnet.
Alg1 habe ich 15 Monate
Das kommt drauf an, ob Sie eine befristete oder eine Dauerrente haben.

Hallo.
Ich habe eine befristete Rente, welche alle 3 Jahre verlängert wurde.
Warum macht das jetzt schon wieder einen Unterschied?

Wenn die Rente befristet ist und nicht mehr verlängert wird und Sie vordem sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren oder Alg 1 bezogen haben und ggf. noch ein Restanspruch besteht, können Sie Alg 1 erhalten. Wird Ihnen hingegen nach zehn Jahren eine Dauerrente entzogen, segeln Sie gleich in Hartz IV.

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