Wechsel aus Knappschaftlicher Rentenversicherung

von
Juhebe

Sehr geehrte Damen und Herren, als Mitarbeiter in einem Bergbau-Unternehmen bin ich seit nun mehr 25 Jahren in der Knappschaftlichen Rentenversicherung. Nun soll durch Umstrukturierungen meines Arbeitgebers ein Wechsel aus der knappschaftlichen Rentenversicherungen in die "normale" Rentenversicherung unumgänglich sein. Fragen: 1. Unter welchen Bedingungen ist ein Fortbestand in der knappschaftlichen Rente nicht mehr möglich. 2. Welche Änderungen (Nachteile, Vorteile etc.) ergeben sich daraus für mich als Versicherten?

Vielen Dank & viele Grüße
Juhebe

von
Knappi

hallo.
ein fortbestand wäre nur möglich, wenn sie weiterhin in einem "knappschaftlichen betrieb" beschäftigt wären. für diese betriebe gelten bestimmte voraussetzungen um knappschaftlich zu sein. bei ihrem arbeitgeber ist vermutlich eine wesentliche voraussetzung weggefallen.
nachteile haben sie darin, dass "normale" versicherungszeiten einen geringeren rentenartfaktor (1,0000) bei der späteren rentenberechnung erhalten. die knappschaftlich versicherten zeiten bekommen einen rentenartfaktor von 1,3333.
vermutlich wird ihr arbeitgeber diese einbuße durch eine art betriebsrente abfangen.

von
Juhebe

Vielen Dank. Verstehe ich das also richtig, dass der einzige Nachteil für mich in der geringeren Rente (durch geringeren Rentenfaktor) besteht, dies aber durch eine betriebsrente durch den arbeitgeber ausgeglichen werden kann? Kann der Arbeitgeber auch durch einen "freiwilligen" höheren Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung dies ausgleichen? Bestehen keine weiteren Nachteile für mich? Sind Ihnen Vorraussetzungen bekannt, die einen Betrieb "knappschaftlich" machen?
Vielen Dank!

von
Knappi

die zahlung höherer beiträge ist soviel ich weiß nicht möglich.
aber hier die voraussetzungen für knappschaftliche betriebe:

§ 134 1)
Knappschaftliche Betriebe und Arbeiten
(1) Knappschaftliche Betriebe sind Betriebe, in denen Mineralien oder ähnliche Stoffe bergmännisch
gewonnen werden, Betriebe der Industrie der Steine und Erden jedoch nur dann, wenn sie
überwiegend unterirdisch betrieben werden.
(2) Als knappschaftliche Betriebe gelten auch Versuchsgruben des Bergbaus.
(3) Knappschaftliche Betriebe sind auch Betriebsanstalten oder Gewerbeanlagen, die als Nebenbetriebe
eines knappschaftlichen Betriebs mit diesem räumlich und betrieblich zusammenhängen.
(4) Knappschaftliche Arbeiten sind nachstehende Arbeiten, wenn sie räumlich und betrieblich
mit einem Bergwerksbetrieb zusammenhängen, aber von einem anderen Unternehmer ausgeführt
werden:
1. alle Arbeiten unter Tage mit Ausnahme von vorübergehenden Montagearbeiten,
2. Abraumarbeiten zum Aufschließen der Lagerstätte,
3. die Gewinnung oder das Verladen von Versatzmaterial innerhalb des Zechengeländes in Betrieb
befindlicher Werke mit Ausnahme der Arbeiten an Baggern,
4. das Umarbeiten (Aufbereiten) von Bergehalden (Erzgruben) innerhalb des Zechengeländes in
Betrieb befindlicher Werke,
5. laufende Unterhaltungsarbeiten an Grubenbahnen sowie Grubenanschlussbahnen innerhalb des
Zechengeländes,
6. das Rangieren der Wagen auf den Grubenanlagen,
7. Arbeiten in den zur Zeche gehörenden Reparaturwerkstätten,
8. Arbeiten auf den Zechenholzplätzen, die nur dem Betrieb von Zechen dienen, soweit das Holz
in das Eigentum der Zeche übergegangen ist,
9. Arbeiten in den Lampenstuben,
10. das Stapeln des Geförderten, das Verladen von gestürzten Produkten, das Aufhalden und das
Abhalden von Produkten, von Bergen und von sonstigen Abfällen innerhalb des Zechengeländes,
11. Sanierungsarbeiten wie beispielsweise Aufräumungsarbeiten und Ebnungsarbeiten sowie das
Laden von Schutt und dergleichen, wenn diese Arbeiten regelmäßig innerhalb des Zechengeländes
ausgeführt werden.2)3)
(5) Knappschaftliche Arbeiten stehen für die knappschaftliche Versicherung einem knappschaftlichen
Betrieb gleich.3)
(6) Montagearbeiten unter Tage sind knappschaftliche Arbeiten im Sinne von Absatz 4 Nr. 1,
wenn sie die Dauer von drei Monaten überschreiten.3)

Experten-Antwort

Hallo Juhebe,

die Bundesknappschaft bleibt als Versicherungsträger auch weiterhin für Sie zuständig, weil bereits ein Knappschaftbeitrag genügt, um die Sonderzuständigkeit der Bundesknappschaft zu begründen.

Die Bewertung der in der Vergangenheit gezahlten Beiträge zur Bundesknappschaft ändert sich ebenfalls nicht,
diese bleiben selbstverständlich weiterhin Knappschaftsbeiträge. Lediglich die Beiträge, ab dem Zeitpunkt,
ab dem Ihr Arbeitgeber in die allgemeine Rentenversicherung überwechselt, werden dann der allgemeinen
Rentenversicherung zugerechnet. Ihre spätere Rente würde dann aus zwei Monatsteilbeträgen - einem
knappschaftlichen und einem allgemeinen - berechnet.

Die zukünftig gezahlten Beiträge zur allgemeinen Rentenversicherung erhalten bei der Rentenberechnung
nicht die besonderen knappschaftlichen Zuschläge. Sie zählen auch nicht mit bei der Erfüllung der Wartezeit
von 25 Jahren mit knappschaftlichen Beiträgen für eine Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte
Bergleute nach § 40 SGB VI und § 238 SGB VI und eine Knappschaftsausgleichsleistung nach § 239 SGB VI mit
und dienen auch nicht der Erfüllung der Voraussetzungen für eine Rente für Bergleute nach §§ 45, 242 SGB VI.

Ob die Voraussetzungen für eine spezielle Leistung der Bundesknappschaft für Sie aufgrund der bisher gezahlten Knappschaftbeiträge gegeben wären und wir hoch eine eventuelle Rente wäre, erfahren Sie von der Bundesknappschaft.

von
Knappi

huhu...
die zuständigkeit der drv knappschaft-bahn-see stand doch gar nicht zur debatte. ging doch nur um die zuordnung der beiträge zum entsprechenden versicherungszweig.

ps: DRV Knappschaft-Bahn-See
(Bundesknappschaft gibts schon lange nicht mehr) ;-))

von
Kurios

Sind Sie darüber von Ihrem Arbeitgeber nicht aufgeklärt worden???
Über die Auswirkungen???

Sehr sehr seltsam. Normalerweise klärt dieser einen über die Änderungen auf.

Da sieht man mal wieder,es gibt nix was es nicht gibt.

von
Aufklärer

In meinem Fall ergab sich genau die gleiche Problematik. Wir sind aber von der Personalabteilung ausführlich darüber informiert worden.

( die Nachfrage hier war wahrscheinlich getreu nach dem Motto, hör ich mir das da nochmal an, ob man mir auch alles gesagt hat, solche Menschen gibt es ja zuhauf)

Das der Arbeitgeber darüber nicht informiert,das gibt es nicht.VÖllig ausgeschlossen.

von
Juhebe

Hallo Aufklärer, ob es "völlig unmöglich" ist, dass der Arbeitgeber nicht aufklärt, mag sein. Deine Spekulation warum ich hier frage, halte ich für überflüssig. Stört Dich meine Frage, dann antworte doch einfach nicht!
Ich beantworte sie aber dennoch: Eine Umstrukturierung meines Arbeitgebers steht unmittelbar bevor, Details gibt es im Moment nur wenige, Gerüchte, Spekulationen und Mutmaßungen gibt es dagegen viele. Meine Frage deshalb, weil ich mich nicht unvorbereitet zu einem "Aufklärungsgespräch" meines Arbeitgebers einlassen möchte. Die Antworten sollten mir einen ersten Eindruck liefern. Eine genaue Prüfung, sofern mir dies notwendig erscheinen sollte, lasse ich zu einer anderen Zeit an von einer anderen Stelle durchführen. Das mag der ein oder andere für Übertrieben halten. Aber ich habe jetzt 26 Jahre Erfahrung und jede Menge Umstrukturierungen meines Arbeitgebers erlebt und glaube mir, meine Skepsis ist durchaus berechtigt.

Gruß
Juhebe

von
Aufklärer

Es hat Sie überhaupt niemand angegriffen, daher ist Ihr Unmut völlig unverständlich.

Ihr Verhalten bestätigt jedoch eindrucksvoll meine Aussagen.

Daher vielen Dank :-)))

von
Ruhig Blut

Ganz ruhig Aufklärer. Diese Leute müssen immer direkt ausfallend werden, wer jeden Tag mit diesem Klientel ( RWE/Rheinbraun ) zu tun hat, weiss wovon er spricht.

Diese Leute brauchen immer eine Sonderbehandlung, weil Sie was "besonderes sind".

Seien Sie froh das Sie denen nur im Forum begegnen!!!!