Wechsel in ausländische Gesellschaft

von
da

Hallo,

ich habe ein Angebot in eine schweizer Gesellschaft zu wechseln, die kein Arbeitgeber in Deutschland ist. So wie ich es bisher verstanden habe, gilt das Beschäftigungsprinzip. Arbeiten in der Schweiz bedeutet Schweizer SV-Recht, arbeiten in Deutschland bedeutet Deutsches SV-Recht unabhängig vom Wohnort bzw. Sitz des Arbeitgebers. Was aber, wenn mein Arbeitsvertrag besagt, dass ich 50% in der Schweiz und 50% im Homeoffice in Deutschland arbeite? Kann ich mich dann mit meinem Arbeitgeber abstimmen und wählen?

MfG

von
KSC

Wenn Sie bei einer CH Firma in der Schweiz arbeiten und einen Teil der Arbeit daheim (in D) machen, werden Sie höchstwahrscheinlich Ihr gesamtes Gehalt in CH Franken bekommen und die Firma wird alles nach CH Recht zur AHV verbeitragen.

Glauben Sie denn eine Schweizer Firma wäre daran interessiert einen Teil des Gehaltes nach deutschen Rechtsvorschriften zu behandeln? - die müssten sich ja mit der Bürokratie von 2 Staaten beschäftigen, die Löhne nach den Vorschriften 2 er Länder behandeln. Das alles wäre zusätzlicher Aufwand.

Das geht, selbst wenn es so theoretisch angedacht werden könnte, an der Praxis im D - CH Grenzgebiet total vorbei.

Aber ganz einfach: wenn Sie ein Angebot haben, fragen Sie doch den Ansprechpartner dort.

Experten-Antwort

Die EWG-Verordnungen über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in Europa, die auch von der Schweiz angewendet werden, beinhalten die sogenannten "Kollisionsnormen". Darin wird geregelt, welches Sozialversicherungsrecht gilt, wenn ein Arbeitsverhältnis Bezug zu mehreren Staaten hat.
Ich gehe davon aus, dass Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Wenn Sie, wie Sie hier mitgeteilt haben, einen Teil Ihrer Tätigkeit auch an Ihrem Wohnsitz ausüben, gilt nach den o.g. Bestimmungen grundsätzlich der Vorrang des Rechts des Wohnstaates des Arbeitnehmers. Dies bedeutet dass für Ihre Beschäftigung insgesamt deutsches Recht gilt, also auch für den Teil Ihrer Beschäftigung, den Sie in der Schweiz ausüben. Auf den Sitz des Arbeitgebers kommt es hierbei nicht an. Dieser hat Ihr Beschäftigungsverhältnis dann wie eine Beschäftigung nach deutschen Rechtsvorschriften zu betrachten und es sind folglich Sozialversicherungsbeiträge nach deutschem Recht zu entrichten.
Die definitive Entscheidung, welches Recht anzuwenden ist, ist von der zuständigen Einzugsstelle, also Ihrer gesetzlichen deutschen Krankenversicherung zu treffen. Bitte wenden Sie sich bezüglich weiterer Informationen an Ihre zuständige Krankenversicherung und Ihren künftigen Arbeitgeber.

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