Wechsel in die Selbständigkeit

von
Daisy

Hallo GRV,

zum 01.08.2022 werde ich (56 Jahre) selbstständig und möchte meine Ansprüche für BU/EU (Erwerbsminderung) aufrechterhalten.
Wie ist dies durchführbar?
Welche Mindestbeiträge muss zahlen?
Kann ein zusätzlicher MIDI-Job diesen Anspruch auch erfüllen?
Welchen Antrag muss ich stellen?
Welche Fristen muss ich beachten?
Bleiben Ansprüche auf KUR- und REHA-Massnahmen erhalten?

Viele Grüße
Daisy

von
Abschläge

Hallo Daisy,

weiterführende Vorabinformationen finden Sie hier:

https://www.ihre-vorsorge.de/altersvorsorge/meine-vorsorge/altersvorsorge-fuer-selbststaendige.html

in den dort erwähnten Broschüren wird dann auch etwas zum Mindestbeitrag geschrieben, der aber beim Start in den ersten drei Jahren unter Umständen auch entfallen kann,
deshalb bitte dort erst einmal weiterlesen, ist zu umfangreich für einen Forenbeitrag :-)

Viel Erfolg für Ihre neue Tätigkeit und alles Gute!

Experten-Antwort

Hallo Daisy,

um die Anwartschaft auf eine Erwerbsminderungsrente aufrecht zu erhalten müssen Sie grundsätzlich weiterhin die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für diese Leistung erfüllen. Neben den medizinischen Voraussetzungen müssen dabei im Leistungsfall nämlich folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

- Erfüllung der allgemeinen Wartezeit (mindestens fünf Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert)

- in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbs­minderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen.

Weitere Informationen zum Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente erhalten Sie auch in der Broschüre „Erwerbsminderungs­rente: Das Netz für alle Fälle“, welche Sie unter

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf?__blob=publicationFile&v=1

abrufen können.

Soweit die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente aktuell erfüllt sind, lässt sich die Anwartschaft grundsätzlich durch die weitere Zahlung von Pflichtbeiträgen aufrecht erhalten. Hierbei ist es für die Anwartschaftserhaltung prinzipiell egal, ob die Pflichtbeiträge aus einer (normalen) abhängigen Beschäftigung, einer versicherungspflichtigen selbständigen Tätigkeit, einem versicherungspflichtigen Minijob oder einem Midijob resultieren.

Ob und unter welchen Voraussetzungen die zukünftige selbständige Tätigkeit der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegt und welche Beiträge hierbei zu entrichten wären erfahren Sie in der Broschüre „Selbständig – wie die Rentenversicherung Sie schützt“, welche Sie unter

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/selbstaendig_wie_rv_schuetzt_aktuell.pdf?__blob=publicationFile&v=1

herunterladen können.

Für weitere individuelle Informationen sollten Sie sich ergänzend von einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers in Ihrer Nähe beraten lassen.

von
KSC

Mit Pflichtbeiträgen halten Sie die Anwartschaft aufrecht, egal ob versicherungspflichtiger Minijob, Minijob oder mehr.

Grundsätzlich wäre auch zu prüfen ob die Selbständigkeit an sich schon zu Versicherungspflicht führt.

Freiwillige Beiträge helfen dafür nicht, weil Sie aufgrund Ihres Alters 1083 wohl kaum schon 60 Beitragsmonate gehabt haben.

Rehaansprüche bleiben erhalten sofern schon mehr als 15 Beitragsjahren vorliegen.
Dafür müssen Sie nicht unbedingt weiterzahlen.

Auf zur persönlichen Beratung

von
KSC Ergänzung

1983 natürlich nicht 1083

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