Wechsel von EU-Rente in normale Altersrente

von
Antje

Ich bin 58 und beziehe seit 2004 die volle Erwerbsminderungsrente auf Dauer, außerdem bin ich zu 60 % schwerbehindert. Für mich ergeben sich folgende Fragen: Wann wechselt man üblicherweise von der EU-Rente in die normale Altersrente - mit 60 oder 63? Ist das gesetzlich geregelt oder entscheidet das die RV oder kann man das selbst entscheiden? Gibt es Vorteile/Nachteile? Im Voraus schon mal danke für Antworten.

von
F U N

Hallo,
wenn Sie jetzt 58 Jahre alt sind, dann sind sie entw. Jahrgang 1950 oder 1951. In beiden Fällen wäre eine Umwandlung in eine Altersrente für schw.beh. Menschen zum 60 Lbj. möglich, wenn
a) bis dahin insges. 35 Jahre mit Versicherungszeiten
und
b) sie dieses beantragen.
Bei der Umwandlung haben sie nach wie vor die 10,8 % Abschläge, wie jetzt in der EM-Rente.
Allerdings kann es sein, dass durch weitere Versicherungszeiten nach dem damaligen Leistungsfall sie eine höhere Alterrente erhalten können.
Sie sollten sich rechtzeitig ( i.d.R. 3 Monate vor dem 60 Lbj.) mit einer Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV in Verbindung setzten, um zu Klären ob ein Wechsel sinnvoll und zweckmäßig ist.

von
Schade

...aber wenn Sie vor dem 17.11.1950 geboren sind und am 16.11.2000 bereits mindestens 50% schwerbehindert waren, würde die Altersrente für Schwerbehinderte (Voraussetzung siehe FUN) ab 60 abschlagsfrei sein.

Dies ist der einzig (mir bekannte) Fall, bei dem die Umwandlung den Abschlag reduzieren kann.

von
Antje

Hallo Fun,
danke für die Aufklärung. Ich bin 1951 geboren und habe auch 35 Jahre voll. Also trifft das auf mich zu, was sie schreiben. Könnte man denn evtl. weitere Versicherungszeiten erwerben, was zu einer evtl. Erhöhung der Altersrente führt, auch wenn man, wie ich, während des EU-Rentenbezugs nicht arbeitet? Habe ich das alles in allem richtig verstanden, dass es für mich durchaus möglich und sinnvoll wäre, kurz vor dem 60. LJ den Antrag auf Altersrente zu stellen - ohne dass sich für mich dadurch irgendwelche Nachteile ergeben im Vergleich zum Bezug der Altersrente mit 63?

von
F U N

Hallo nochmal,
sofern sie jetzt keine weiteren Versicherungszeiten zurück legen ( z.B. aus Beschäftigung ) und somit auch keine aktive Rentensteigerung betreiben, macht es durchaus Sinn die EM-Rente zum 60 Lbj. in eine Altersrente für schw.beh. Menschen umzuwandeln.

Eine Verschlechterung kann nicht eintreten, es wird mindestens die Rente weiter gezahlt, die sie jetzt bereits haben.

Die Abschläge sind die gleichen ( also 10,8 % ), da ändert sich nix.

Sollten sie beispielsweise erst zum 63 Lbj. umwandeln, dann haben die bereits 3 Jahre die EM-Rente über das 60 Lbj. hinaus in Anspruch genommen, und damit hätten sie auch in der künftigen Altersente den Abschlag von 10,8 %.

Wie bereits im vorigen Beitrag: 3 Monate vor dem 60. ab zu einer Auskunfts- und Beratungsstelle und dann Umwandlungsantrag stellen.

von
mialein

Hallo,
der tiefere Sinn einer Umwandlung von EMR in Altersrente mit 60 J. erschließt sich mir in diesem konkreten Beispiel nicht. Die Abschläge bleiben gleich und auch die Rentenhöhe.
Auch steuerlich gibt es m.W. keine Erfordernisse.
Also, wo liegen konkret die Vorteile?
Warum sollte man 3 Monate vor dem 60. Lj die Ämter belästigen?
Ich dachte bisher, dass die Umwandlung in Altersrente automatisch erfolgt, sobald die Zeit
hierfür gekommen ist.
Bin zufällig, auch vom Geburtsdatum her, in der gleichen Situation, wobei noch zu beachten wäre, dass ich eine private BU-Rente bekomme, die wohl bei Umwandlung in die Altersrente wegfallen würde.
Für fundierte Informationen bin ich natürlich dankbar.

Grüße

von
F U N

Hallo nochmal,
eine Erwerbsminderungsrente kann zu jedem Zeitpunkt - und zwar immer - vom jeweiligen Rentenversicherungsträger zur überprüfung eingestuft werden. D.h. dann gegebenenfalls erneute med. Untersuchungen etc.
Eine Altersrente hingegen wird bis zum Tod gewährt.
Ansonsten wird sich in den meisten Fällen einer Umwandlung kein Unterschied ergeben.

von
Antje

Hallo Fun,
ich möchte mich nochmals bedanken für Ihre doch scheinbar sehr kompetenten Ausführungen, aufgrund derer ich nun meine Altersrente ab 60 beantragen werde.

Experten-Antwort

Hallo Antje,

wenn Sie einen Grad der Behinderung von mehr als 50 haben und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt ist, sollten Sie ca. 3 Monate vor Vollendung Ihres 60. Lebensjahres bei Ihrem Rentenversicherungsträger vorsprechen und die Umwandlung in die Altersrente für schwerbehinderte Menschen prüfen lassen.
Einen Nachteil brauchen Sie durch die Umwandlung nicht zu befürchten, da die gezahlte Rentenhöhe aus Besitzschutzgründen nicht niedriger werden kann.
Sofern die Behinderung bereits am 16.11.2000 oder früher festgestellt war und Sie vor dem 17.11.1950 geboren sind, können Sie sogar ohne Rentenminderung in die Altersrente für schwerbehinderte Menschen wechseln.